Ein Pieswerk für Osnabrück

Sind mit dem Pieswerk auf grüner Spur: (V.l.) Serkan Kadi, Berenike Seeberg-Elverfeldt (beide Projektleitung) und Christoph Hüls (Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender). (© Stadtwerke Osnabrück / Marco Hörmeyer)

Stadtwerke planen Recyclinganlage zur Rohstoffrückgewinnung aus Altreifen

Die Stadtwerke Osnabrück planen den Bau einer Recyclinganlage zur Rohstoffrückgewinnung im Stadtteil Hafen. Die Anlage mit dem Namen „Pieswerk“ soll dank eines speziellen thermo-chemischen Verfahrens einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten. Als Standort haben die Stadtwerke die frühere „Hyde Park“-Fläche am Piesberg zwischen Fürstenauer Weg und Stichkanal vorgesehen.

Zwar ist noch nichts in trockenen Tüchern, die Stadtwerke-Pläne nehmen aber Gestalt an. „Wir haben uns daher ganz bewusst dazu entschieden, frühzeitig, transparent und offensiv zu kommunizieren und informieren“, betont der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls. Schließlich handele es sich bei der geplanten Pieswerk-Anlage um ein Recyclingverfahren, das in der breiten Öffentlichkeit eher weniger bekannt sei: die Pyrolyse. „Dabei ist es ein Verfahren, dass sich vielfach bewährt hat und viele bestimmt auch zuhause anwenden – und zwar bei der Backofen-Selbstreinigung.“


Was ist Pyrolyse? Erhitzung statt Verbrennung


Das Prinzip ist eigentlich simpel: Bei der Pyrolyse werden organische Verbindungen bei großer Hitze gespalten. Dabei entstehen neue feste, flüssige und gasförmige Stoffe, die wiederum als wertvolle Rohstoffe für neue Produkte dienen. „Beim Pieswerk geht es somit um Wiederverwertung und Nachhaltigkeit“, betont HülsWichtig sei dabei: Das thermo-chemische Verfahren läuft ohne die Zugabe von Sauerstoff ab. Es handelt sich daher auch nicht um eine Verbrennung von Stoffen, sondern um eine Erhitzung.

„Pyrolyseanlagen haben daher keinen Schornstein.“



Nachhaltige Kreislaufwirtschaft


Ausgelegt ist die geplante Pieswerk-Anlage auf die Rohstoffrückgewinnung aus Altreifen. „Immerhin sechs Prozent der in Deutschland aussortierten Altreifen landen in unserer Region, werden herkömmlich verbrannt oder anderweitig entsorgt – und die Menge steigt“, erläutert Projektleiterin Berenike Seeberg-Elverfeldt. Genau hier setze das Pieswerk-Verfahren an: Wertvolle Rohstoffe gehen nicht verloren, sondern können wiederverwertet werden. Zudem entstehe bei dem Prozess kein CO2, die CO2-Ersparnis beträgt nach Expertenberechnungen rund 80.000 Tonnen pro Jahr.

„Das ist nachhaltige Kreislaufwirtschaft.“


Umfassende Kommunikation




Der Stadtwerke-Aufsichtsrat hat bereits „Grünes Licht“ für die Weiterverfolgung der Pieswerk-Pläne gegeben. In Kürze werden die Stadtwerke den Antrag auf Durchführung eines Genehmigungsverfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (kurz: BImSchG-Verfahren) stellen. „Wir werden über den weiteren Verlauf unserer Planungen sehr offen und transparent informieren“, betont Stadtwerke-Chef Christoph HülsUnter www.swo.de/pieswerk stellen die Stadtwerke weiterführende Informationen zur Verfügung, unter pieswerk@swo.de oder der Hotline 0541 2002-2112 können Fragen gestellt werden. „Wir wollen die Menschen in und um Osnabrück an unserer Pieswerk-Idee teilhaben lassen.“



Baustein der Nachhaltigkeitsoffensive


Die Pieswerk-Pläne sind ein weiterer Baustein der Stadtwerke-Nachhaltigkeitsoffensive. Diese umfasst sämtliche Maßnahmen im Bereich E-Mobilität wie die Umstellung der Busflotte auf batterieelektrischen Antrieb sowie die Aktivitäten im und am Hafen wie die Anschaffung von Hybridloks und der Bau eines Containerterminals für den Gütertransport auf der Schiene. Weitere zentrale Maßnahmen sind der Grünstromausbau in der Region mit Schwerpunkt Fotovoltaik, gekoppelt mit dem grünen Regionalstromangebot für Osnabrücker Privatkunden oder auch die vielfältigen Energieeffizienzmaßnahmen in den Bäderstandorten. 

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