Einfamilienhaus mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach

Das ist technisch möglich

Alles rund um Dachbelegung und Module 

Noch vor einigen Jahren galt: Solar-Module sind teuer! Da wollte wohl überlegt sein, welche Dachflächen mit ihnen ausgestattet werden. Eigentlich kamen deshalb nur Dachflächen mit Südausrichtung in Frage, da ansonsten die "Sonnen-Ausbeute" zu gering war. Und auch das Gewicht der Module war ein wichtiger Faktor: Viele Dächer hatten nicht die richtigen statischen Voraussetzungen, um eine Photovoltaikanlage zu tragen. Hier hat sich in der letzten Zeit viel getan! Mit cleverer Ausrichtung, "Solar-Leichtgewichten" und kreativen Einsatzmöglichkeiten kann mittlerweile fast jeder sein eigener Stromversorger werden. 

Ultra-Leichtgewichte für jedes Dach

Erst einmal: Durch technische Weiterentwicklungen hat sich die Strom-Ausbeute von Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren stetig verbessert. Für ein Plus von 2-3 % sorgt etwa die Halbzellentechnologie, die seit einigen Jahren im Einsatz ist. So kommt erreicht man mittlerweile einen Wirkungsgrad von etwa 25 %. Moderne Photovoltaik-Module sind außerdem richtige Leichtgewichte geworden: so bringen glaslose Fabrikate mit dünnen Alurahmen mittlerweile nur noch 6 kg pro m2 auf die Waage. Damit lassen sich nun auch z.B. Stehfalzdächer mit Solaranlagen ausstatten. Und wer z.B. eine Gartenhaus-Leichtkonstruktion für Photovoltaik nutzen möchte, hat nun mit sogenannten Folienmodulen die Chance. Diese können einfach ohne Rahmen auf glatte Dachflächen aufgeklebt werden und wiegen nur 4 kg pro m2

Momentan "im Kommen" sind außerdem Tandem-Solarzellen: Sie nutzen die Lichtwellen der Sonne besser aus und erreichen damit einen höheren Wirkungsgrad. 

Clevere Modul-Ausrichtung 

Früher wurden Module i.d.R. nach Süden ausgerichtet. Das Problem dabei: Man profitierte vor allem um die Mittagszeit von der Sonneneinstrahlung, die Morgen- und Abendsonne wird nicht effizient genutzt. Außerdem mussten die Module immer mit einem gewissen Abstand aufgestellt werden, damit sie sich nicht gegenseitig verschatten. Und ein weiteres Problem kam für manche Dacharten dazu: Wegen der einseitigen Ausrichtung wurde das Gewicht der Module nicht gleichmäßig verteilt und stellte daher z.T. ein statisches Problem dar. Heute ist man deshalb zu einer Ost-West-Ausrichtung übergegangen. Das hat mehrere Vorteile: Sie benötigt weniger Platz, weil man kaum Abstand zwischen den Modulen einhalten muss. Das sorgt für weniger Traglast auf dem Dach, sodass nun auch Dächer in Frage kommen, die vorher statisch nicht geeignet waren. Außerdem wird das Gewicht der Module grundsätzlich gleichmäßiger verteilt. Und sie hilft, den Eigenverbrauch des Stroms zu optimieren, da man über den ganzen Tag verteilt Strom "ernten" kann und nicht nur um die Mittagszeit, wenn normalerweise viele auf der Arbeit oder in der Schule sind. Ein weiterer Faktor bei der Dachbelegung ist außerdem der Preisverfall bei den Modulen. Da diese heute deutlich günstiger sind als z.B. noch vor 10 Jahren, kann es in einigen Fällen sogar Sinn machen, Nord-ausgerichtete Dächer zu belegen, wenn "das Drum-Herum" stimmt. Generell gilt: Die Dachbelegung sollte immer individuell geprüft werden, denn die Gegebenheiten können sich z.B. durch verschattende Bäume etc. stark unterscheiden. 




Kreative Solar-Einsatzmöglichkeiten

Nicht nur Hausdächer eignen sich für den Betrieb von Solaranlagen. Mittlerweile sind etwa Solar-Carports auf dem Markt, deren Dach ausschließlich aus PV-Modulen besteht. Dies ist etwa eine gute Möglichkeit, wenn in einem Haushalt ein E-Auto vorhanden ist. Auch Terrassenüberdachungen können sich für den Einsatz von Photovoltaikanlagen eignen. Noch neu und optisch etwas ungewohnt sind Solar-Zäune: Sie "sammelt" die Sonne von beiden Seiten ein - mit sogenannten bifazialen Solarzellen. So kann man Flächen für die Erzeugung von Sonnenenergie nutzen, die sowieso zur Verfügung stehen. Mehr Platz braucht da schon eine sonnengeführte Anlage: Diese werden i.d.R. auf einem hohen Ständer installiert und bewegen sich mit der Sonne. Das sorgt für bis zu 30 Prozent Mehrertrag. Dazu braucht man aber auch deutlich mehr Freifläche und ggf. eine Baugenehmigung.  

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