Reifen auf einer Straße mit dem Piesberg im Hintergrund

Mit Rohstoffrückgewinnung auf der grünen Spur

Ein Pieswerk für Osnabrück

Was trägt das Pieswerk zum Klima- und Umweltschutz bei?

Das Pyrolyse-Verfahren bietet eine zentrale Lösung für das derzeitige Altreifenentsorgungsproblem und ermöglicht die fast vollständige Wiederverwertung von Altreifen und anderen Abfallstoffen. Es ermöglicht die Umwandlung des Abfalls in Rohstoffe für die chemische Industrie und stellt somit einen zentralen Baustein für eine hochwertige Kreislaufwirtschaft dar.

Dabei handelt es sich im Besonderen um Abfallstoffe, für die sich eine Verwertung zunehmend schwieriger gestaltet und für die keine hochwertigen Recyclingverfahren vorhanden sind. Zusätzlich erfolgt eine Einsparung fossiler Ressourcen sowie CO2-Einsparungen im Vergleich zur herkömmlichen Produktion (ca. 80.000 t/a). Die im Prozess gewonnenen Produkte wie bspw. Pyrolysekoks würden die klassische Herstellung von Carbon Black, das durch die Verbrennung fossiler Einsatzstoffe hergestellt wird, vermeiden.

Die Frage der umweltgerechten Entsorgung von Altreifen beschäftigt zahlreiche Institutionen, Unternehmen, die Politik und auch die Zivilgesellschaft.


Weltweit fallen jährlich circa 13,5 Millionen Tonnen Altreifen an, auf Deutschland bezogen sind es allein ca. 600.000 Tonnen pro Jahr. Dabei stellt die Region Osnabrück durch mehrere im Abfall- und Entsorgungshandel tätige Unternehmen hinsichtlich Altreifen einen besonderen Hotspot dar. Über 6% der deutschen Gesamtmenge werden hier in verschiedenen Betrieben gebündelt und im Anschluss einer weiteren stofflichen oder thermischen Verwertung zugeführt. Ein Blick auf die europäischen Statistiken zeigt dabei für die vergangenen Jahre eine steigende Tendenz des Altreifenaufkommens.


Bisherige Entsorgungswege für in Deutschland anfallende Altreifen nach dem Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. sind:


  • Granulierung und Herstellung von Bodenbelägen, Sportplätzen, Spielplätzen etc. (ca. 40%)
  • Verbrennung in Zementwerken (ca. 34 %)
  • Export mit unterschiedlicher Verwertung (ca. 20%)
  • Wiederverwertung/Runderneuerung im Inland (ca. 6%)




Die Aufbringung von Granulaten aus Altreifen auf Sport- und Spielplätzen wird derzeit auf EU-Ebene kontrovers diskutiert. Dabei geht es vor allem um Mikroplastik, das durch Abrieb von Kunstrasen und Tartanbahnen in Gewässer gelangen kann.

Der Entsorgungsweg der Zementwerke wird - im Vergleich zu einem thermischen Recycling per Pyrolyse - aufgrund deutlich höherer CO2 Emissionen ebenfalls kritisch betrachtet. Aufgrund einer höheren Entsorgungsgebühr setzen Zementwerke zudem zunehmend auf die Verbrennung von Ersatzbrennstoffen anstelle von Altreifen. Dies wird das Altreifenentsorgungsproblem auf lange Sicht weiter verschärfen und alternative Entsorgungsverfahren an Relevanz gewinnen lassen.

Wie gestaltet sich die Wertschöpfungskette beim Pieswerk?

  1. Reifen werden von Verbrauchern genutzt und im Anschluss entsorgt.
  2. Die Altreifen werden von Entsorgungsunternehmen gesammelt und an das Pieswerk geliefert.
  3. Im Pieswerk werden die Altreifen als erstes geschreddert. Dabei wird der im Reifen enthaltene Stahl über Magnetbänder herausgeholt.
  4. Der abgetrennte Stahl wird zur Wiederverwertung an Stahlwerke geliefert.
  5. Im Anschluss werden die geschredderten Altreifen mithilfe des thermochemischen Prozesses in die Produkte Pyrolyseöl, Pyrolysekoks und Pyrolysegas umgewandelt.
  6. Das Pyrolysegas wird an ein Blockheizkraftwerk (BHKW) geleitet, das den Strom zum Beheizen des Pieswerks erzeugt.
  7. Das Pyrolyseöl sowie das -koks werden veredelt und an verschiedene Unternehmen geliefert.
  8. Die belieferten Unternehmen stellen aus allen Pyrolyseprodukten neue Produkte her. So leistet das Pieswerk einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.










Das Pieswerk kann einen deutlichen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in der Region leisten, indem:


  • regionale Altreifen zu fast 100 % vor Ort recycelt werden,
  • wertvolle Rohstoffe der Wertschöpfungskette wieder zugeführt werden,
  • die CO2-Emmissionen reduziert werden (Gesamteinsparung ca. 80.000 t/a),
  • ein kommunaler Beitrag zur Erreichung der europäischen Umwelt- und Klimaschutzziele (European Green Deal) geleistet wird.

Oberste Priorität beim Pieswerk-Betrieb hat die Einhaltung hoher Umwelt- und Qualitätsstandards, die in einer unmittelbaren Zertifizierung nach dem ISCC Plus Standard belegt werden können. Übrigens haben wir für das Pieswerk einen Förderantrag beim Bundesumweltministerium eingereicht - dieses fördert im Rahmen des Förderprogramms „Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte“ kommunale Klimaschutzprojekte.


Ansprechpartner für Ihre Fragen

Sie haben weitere Fragen zu unserem Projekt am Pieswerk? Gerne beantworten wir diese persönlich. Dazu haben wir Sprechzeiten festgelegt, zu denen wir uns ganz Ihren Fragen widmen. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.


Sprechzeiten: Mo - Fr 9-12 Uhr & 14-16 Uhr

Serkan Kadi
Serkan Kadi
New Business Manager,                                   Projektleiter Pieswerk 
Alte Poststraße 9
49074 Osnabrück
Mo - Fr 9-12 Uhr und 14-16 Uhr

Das Pieswerk im Überblick

Rohstoffe, die beim Recycling zurückgewonnen werden.

Rohstoffrückgewinnung

Wofür werden die gewonnenen Rohstoffe gebraucht?

So funktioniert der Verwertungskreislauf.

Recyclinganlage

Wie funktioniert das Verfahren?

Beispielansicht der geplanten Pyrolyse-Anlage

Steckbrief

Wo soll das Pieswerk gebaut werden?

Siegel Herausragender Regionalversorger Siegel Kompetenz Umwelt und Klima Siegel Familienfreundlicher Arbeitgeber Siegel Schlichtungsstelle Niedersachsen und Bremen