Zusammensetzung des Strompreises für Geschäftskunden

Beim Strom gibt es zwei entscheidende Größen: elektrische Arbeit und Leistung. Die Strompreise bemessen beides:

  1. Je mehr elektrische Arbeit anfällt, desto mehr Kilowattstunden (kWh) müssen erzeugt werden – und desto mehr Brennstoff verbrauchen die Kraftwerke.
  2. Je mehr Leistung alle Verbraucher in einem Moment konsumieren, desto größer müssen die Kraftwerke sein.
  3. Zusatzkosten. Sie kommen "obendrauf", werden meist vom Staat erhoben und kommen nicht den Stadtwerken Osnabrück zugute.

"Fremde" Komponenten: Steuern und Abgaben bezogen auf Stromkosten

Anteile von Steuern und Abgaben bezogen auf die Stromkosten

Beispiel: Durchschnittlicher Osnabrücker Gewerbebetrieb im Grundversorgungstarif ProfiStrom klassik mit einem jährlichen Stromverbrauch von 10.000 kWh, Stand: 01.02.2020

Mehrwertsteuer 19 %
15,97 %
Konzessionsabgabe (1,99 ct/ kWh)
6,25 %
Stromsteuer (2,05 ct/ kWh)
6,44 %
EEG (6,756 ct/ kWh) *1)
21,22 %
KWKG (0,226 ct/ kWh) *2),
§ 19 StromNEV (0,358 ct/ kWh),
Offshore-Umlage (0,416 ct/ kWh),
§ 18 AbLaV (0,007 ct/ kWh)
3,16 %
Energie- und Transportkosten
46,93 %
Gesamt
100 %
* 1) Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien
* 2) Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung

Der Strompreis setzt sich entsprechend zusammen aus:

  • Verbrauchspreis: Kosten pro verbrauchter Kilowattstunde
  • Grundpreis: Leistungspreis – die Rund-um-die-Uhr-Bereitstellung der Stromleistung – plus Verrechnungspreis pro Zähler – Kosten für Messung, Abrechnung und Inkasso
  • Zusatzkosten: Hierzu zählen die Konzessionsabgabe, staatliche Sonderabgaben (EEG-und KWK-Umlage), die Umlage gemäß § 19 StromNEV, die Offshore-Haftungsumlage gemäß § 17f Abs. 5 EnWG, die Umlage für abschaltbare Lasten nach §18 AbLaV, sowie die Strom- und Mehrwertsteuer.

Staatliche Umlagen: Was soll damit erreicht werden?

Es gibt eine Reihe staatlich auferlegter Umlagen: EEG-Umlage, Offshore-Umlage, §19-StromNEV-Umlage, KWK-Umlage, und die Umlage für abschaltbare Lasten. Insgesamt steigt die Summe aller Umlagen zum 01.01.2020 von 7,411 ct/ kWh auf 7,763 ct/ kWh (netto).

Diese Umlagen werden:

  • deutschlandweit einheitlich erhoben,
  • sind fester Bestandteil des Verbrauchspreises,
  • fallen für jede Kilowattstunde an und
  • müssen vom Stromversorger über die Rechnung eingefordert und anschließend abgeführt werden.

Was hinter den einzelnen Strompreiskomponenten steckt:

Offshore-Anlagen bezeichnet Windenergieanlagen, die auf dem Wasser installiert werden. Die Netzumlage beinhaltet zum einen die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Offshore-Netzanschlüsse. Dieser Kostenblock wurde bislang über die allgemeinen Netzentgelte an die Stromkunden weitergereicht. Zum anderen soll sie Investitionen der Betreiber von Offshore-Windanlagen finanziell absichern, wenn diese zum Beispiel durch Verzögerungen beim Netzanschluss keinen Strom einspeisen können. Die Kosten der Absicherung werden bundesweit einheitlich auf alle Stromkunden umgelegt.

Unter bestimmten Vorraussetzungen können Kunden ein individuelles Netzentgelt beantragen. Dadurch entgehen dem Betreiber von Übertragungsnetzen Erlöse. Die fehlenden Erlöse werden wiederum als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf alle Kunden bundesweit einheitlich umgelegt.

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch wird ein höherer Nutzungsgrad erreicht, wodurch Brennstoff eingespart und Kohlendioxid-Emissionen vermindert werden können. Betreiber von KWK-Anlagen erhalten einen gesetzlich festgelegten Zuschlag. Die Kosten werden gemäß Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) bundesweit einheitlich auf die Verbraucher umgelegt.

Mit dem gesetzlich vorgeschriebenen EEG-Aufschlag wird die Energieerzeugung aus Anlagen erneuerbarer Energieträger wie z.B. Fotovoltaik- oder Windkraftanlagen gefördert. Die Vergütung des erzeugten Stroms ist im EEG geregelt. Die daraus entstehenden Kosten werden bundesweit einheitlich auf alle Stromkunden umgelegt.

Die Konzessionsabgabe ist eine Gebühr, die von Städten/Kommunen erhoben wird, wenn ein Netzbetreiber die Wege und Straßen nutzt, um Versorgungsleistungen zu legen oder zu betreiben. Die jeweilige Konzessionsabgabe wird seitens des Netzbetreibers weiterberechnet und vom Energieversorger dem Kunden in Rechnung gestellt.

Die Stromsteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, die seit 1999 auf Grund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform erhoben wird. Besteuert wird der Verbrauch bzw. die Entnahme aus dem Netz im deutschen Steuergebiet. Die Stromsteuer wird von Energieversorger erhoben und an den Fiskus abgeführt.

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