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Die heißen und trockenen Sommer der vergangenen Jahre treiben so manchen Gartenliebhaber zum Umdenken: Wie hält mein Garten einen heißen Sommer durch? Welche Pflanzen kommen auch mit wenig Wasser aus? Und was gibt es sonst noch zu beachten? Wir haben die wichtigsten Tipps für einen klimaresistenten Garten.

Tipp 1: Den Klimawandel begreifen

In den Gutachten, die die SWO Netz regelmäßig in Auftrag gibt, kommen die Fachleute zu mehreren Schlüssen in ihren Prognosen. Zwar bleibt die Regensumme über das ganze Jahr gesehen in etwa gleich. Jedoch ändert sich die Verteilung. So kommt es im Frühjahr und im Sommer zu längeren Trockenphasen mit höheren Spitzentemperaturen. Gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse in quantitativer und qualitativer Hinsicht zu. Zudem verlängert sich die Vegetationsperiode. Dies sollten Gartenbesitzer in ihren Planungen berücksichtigen – denn die Pflanzen müssen mit den sehr unterschiedlichen Wassermengen auskommen.

Tipp 2: Schatten planen

Die Bedeutung von Bäumen als Schattenspender steigt in langen und heißen Trockenphasen – nicht nur für Mensch und Tier, sondern auch für die Pflanzen, die vom Schatten profitieren. Denn: Wo Schatten ist, verdunstet weniger Wasser. Von Vorteil ist dabei, den Garten gestuft zu planen und aufzubauen – also eine gute Abfolge und Mischung aus Bäumen, Sträuchern und Stauden zu finden, die sich gegenseitig positiv beeinflussen. Mit der richtigen Mischung aus resistenten Pflanzen wird der Garten insgesamt robuster.

Tipp 3: Auf Erosion und Verdunstung achten

Längere Trockenperioden und hohe Temperaturen fördern die Erosion und die Verdunstung. Daher ist es ratsam, Sträucher und Hecken auf der windzugewandten Seite quasi als Windschutz zu pflanzen. In Hanglagen sollten möglichst wenig offene, unbepflanzte Bodenflächen vorhanden sein. Sie sind besonders anfällig für Erosion und Starkregen.

Tipp 4: Grün statt grau

Pflanzen kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung. Steine – beispielsweise in Gabionen – speichern dagegen die Hitze und geben sie langsam ab. Kiesbeete und Steingärten sind sowohl für Pflanzen als auch für Tiere lebensfeindlich. Und sie sind entgegen der allgemeinen Meinung auch nicht pflegeleichter – denn das Unkraut kommt meistens von oben.

Tipp 5: Blühwiesen statt Rasenflächen

Rasenflächen sind mikroklimatisch ungünstig und recht anfällig für Trockenheit und Hitze. Besser (und schöner) sind mehrjährige Blühwiesen, denn sie müssen in trockenen Zeiten nicht so stark bewässert werden. Saatgut dafür gibt es beispielsweise beim Osnabrücker Bienenbündnis.

Tipp 6: Wasser speichern

Regenwasser kann in Zisternen oder Regentonnen aufgefangen werden. Das spart Geld und Trinkwasser, das aufwendig in den Wasserwerken aufbereitet wird.

Tipp 7: Punktgenaue Bewässerung

Bewässerungsanlagen mittels Tröpfchenbewässerung sparen durch den zielgenauen Einsatz viel Wasser. Bei Jungbäumen sind Bewässerungssäcke sinnvoll und effizient. Pflanzen möglichst früh am Morgen bewässern, dann verdunstet nur wenig Wasser.

Tipp 8: Zum richtigen Zeitpunkt pflanzen

Die richtige Pflanzzeit ist im Herbst und nicht im Frühjahr. Dann haben die Pflanzen schon tiefer gewurzelt, sind robuster und benötigen weniger Wasser.

Tipp 9: Die richtigen Pflanzen auswählen

Einheimische Arten sind meist robuster und ökologisch besser angepasst. Hainbuche, Feldahorn, Maulbeere oder Schmetterlingsflieder kommen auch mit trockenen Perioden zurecht.

Tipp 10: Beete richtig bearbeiten

In Beeten sollte der Boden flach gehackt werden. Kapillarfluss und Verdunstung werden dadurch unterbrochen und der Boden kann Wasser gut aufnehmen. Es sollte jedoch nicht zu tief gehackt geworden, sonst verdunstet Feuchtigkeit aus tieferen Erdschichten. Beete können gut mit Rasenschnitt gemulcht werden. Dies verringert die Verdunstung, der Schnitt düngt außerdem und er muss nicht zum Gartenabfallplatz transportiert werden.

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Gastblogger
Sebastian Philipp

Sebastian

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Veröffentlicht am
13.06.2023

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