20.10.2016

Faszination Regenrückhaltebecken

Lesedauer des Artikels: 1.81 Minuten
Regenrueckhaltebecken als Lebensraum

Enten und Blesshühner ziehen ihre Runden, ein älterer Herr führt seinen Hund spazieren und ein junges Pärchen joggt Runde um Runde. Nein, das sind keine Szenen aus einem Werbespot für einen Kurzurlaub am See, sondern bekannte Bilder an einem der zahlreichen Regenrückhaltebecken in Osnabrück.

Gelungener Mix aus Erholung und Gewässerschutz

In erster Linie ist ein Regenrückhaltebecken als Teil des Abwasser-Kanalnetzes eine technische Anlage, die dazu dient, Regenwasser von befestigten Flächen wie Straßen, Gehwegen oder Hausdächern aufzunehmen und dieses gleichmäßig an die nachfolgenden Flüsse abzugeben. Damit wird durch die Regenrückhaltebecken eine Überflutung der Stadt selbst bei starken Niederschlägen weitgehend verhindert. Dass dabei rund um die Anlage ein auenartiges Biotop entsteht, ist schöner (Neben-) Effekt für Mensch und Tier.

„Regenwasserrückhaltung könnten auch kahle Betonbecken leisten", erklärt Sven Kreutzmann, Mitarbeiter im Kanalbau bei der SWO Netz GmbH und zuständig für die Regenrückhaltebecken im Stadtgebiet.

»Wir haben uns anders entschieden und gestalten die Becken zu Lebensräumen für Tier- und Pflanzenarten, deren ursprünglicher Lebensraum an vielen Stellen vernichtet wurde.«

Regenrueckhaltebecken als Lebensraum

Das Regenrückhaltebecken in Hellern.

Mehr als 90 dieser Regenrückhaltebecken gibt es im Stadtgebiet von Osnabrück – eines der größten davon im Kampweg im Stadtteil Hellern. Rund 500.000 m³ Wasser - mit dieser Wassermenge könnte das Becken des Osnabrücker Binnenhafens zweimal gefüllt werden - können diese aufnehmen. Damit sind die Becken eine enorme Entlastung für die Flüsse Hase und Düte und wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz. Um die Aufnahmefähigkeit und Filterfunktion zu verbessern, werden die Regenrückhaltebecken regelmäßig von Ablagerungen befreit.

In Kürze

1. Im Zulaufkanal befindet sich ein Schachtbauwerk, in dem sich grobe Verschmutzungen absetzen. Diese können mithilfe eines Spezialfahrzeugs abgesaugt und entsorgt werden.

2. Für die weitere Klärung des Oberflächenwassers sorgen die Absetzzonen im Becken selbst. Auf der Beckensohle setzen sich z. B. Schlamm oder Dreck ab, aufschwimmende Stoffe sammeln sich vor einer Tauchwand und werden abgesaugt.

3. Durch ein sogenanntes Auslaufbauwerk verlässt das von Schmutz befreite Wasser schließlich das Regenrückhaltebecken.

Hintergrund: SWO Netz GmbH

Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.

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Lisa Hoff

Autor:
Lisa Hoff

20.10.2016

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