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Begleitung der Ausbildung zum Buslotsen

Es ist 8:30 Uhr als ich mich auf den Weg zu unserem Verkehrsbetrieb mache. Ralf Haunhorst, Ausbilder im Mobilitätsbereich bei den Stadtwerken Osnabrück, hat mich eingeladen dabei zu sein, wenn nach langer Corona-Pause erstmals wieder Schüler:innen zu Buslotsen ausgebildet werden. Eine wichtige Aufgabe, wie mir Ralf später noch erklärt.  

Aber erst einmal zurück zu den Schüler:innen, die sind nämlich schon mit vollem Einsatz beim Training 😊 Heute wollen sich insgesamt 12 Schüler:innen der Domschule zum Buslotsen ausbilden lassen. Für die Schüler:innen ist es bereits der dritte und damit letzte Tag ihrer Ausbildung. Danach dürfen Sie sich offiziell „Buslotse“ nennen – inklusive Zertifikat und Ausweis. 

 


 


 


 

Aber Buslotse sein, was heißt das überhaupt?

„Buslotsen sind in so mancherlei Hinsicht wie der verlängerte Arm unserer Fahrer:innen“, erklärt mir Ralf Haunhorst. Denn: Aufgabe der Buslotsen ist es, insbesondere mögliche Gefahrensituationen in den Bussen oder an Haltestellen zu deeskalieren und drohende Konflikte und Unstimmigkeiten zu entschärfen.

„Das ist während der Fahrt für unsere Fahrer:innen nicht oder nur schwer möglich, sodass die Buslotsen hier eine große Unterstützung sind.“ 

Solche Situationen üben Ralf und sein Kollege Wolfgang Gude deshalb in verschiedenen Rollenspielen mit den Schüler:innen. Ein Beispiel: Im Bus kommt es zum Streit, zwei weitere Schüler versuchen die angespannte Stimmung zu deeskalieren. Nächste Situation: Ein wildes Gedrängel am Bussteig, während der Bus einfährt. Wieder greifen mehrere Schüler:innen ein, um zu beruhigen.  Zu solchen oder ähnlichen Situationen kommt es leider immer wieder in den Bussen: „Gerade im Schülerverkehr sind die Busse oft sehr voll und nicht selten beginnt schon am Bussteig das Rennen um den besten Platz“, erzählt Wolfgang Gude, ebenfalls im Verkehrsbetrieb der Stadtwerke tätig und ausgebildeter Buslotsentrainer. „Das kann schon mal gefährlich werden, wenn dann der Bus einfährt.“ Umso wichtiger ist hier die Arbeit der Buslotsen wird mir klar. Aber sich in Streitereien von Mitschüler:innen einzumischen und im Notfall einzugreifen, erfordert eben auch viel Mut und Zivilcourage. Ralf und seine Kolleg:innen setzen deshalb auf unterschiedliche Übungen, die auch die Selbstsicherheit der Schüler:innen fördern sollen 

Vieles, was die Schüler:innen in diesen drei Tagen lernen, können sie später auch im Schulalltag anwenden“, erzählt Jan Zander, Sozialarbeiter an der Domschule.

Für ihn ist es heute nicht das erste Buslotsentraining. Mit seinen Achtklässlern nimmt er regelmäßig am kostenlosen Angebot der VOS Osnabrück teil. 

 

 

 

Erst die Theorie, dann die Praxis

Zum Training gehört zunächst auch ein theoretischer Teil. Dieser findet an der Schule statt. Hier arbeiten unsere Kolleg:innen aus dem Verkehrsbetrieb eng mit der Präventionsstelle der Polizei Osnabrück zusammen. Die Polizei gibt den Schüler:innen zunächst das Basiswissen an die Hand: Was ist erlaubt, was nicht? Was bedeutet Gewalt überhaupt und welche unterschiedlichen Formen der Gewalt gibt es?  

Während ich mich von einigen Schüler:innen noch vom Erlernten erzählen lasse, sind die anderen Schüler:innen mit Ralf schon bei der nächsten praktischen Übung: der „tote Winkel“. Jeder Schüler darf sich dabei einmal auf den Fahrersitz setzen und im Außenspiegel beobachten wie seine Mitschüler:innen „verschwinden“. Es freut mich zu sehen mit wie viel Begeisterung die Schüler:innen dabei sind und wie viele Rückfragen gestellt werden. Ich merke schnell, dass beide Seiten sehr von diesem Training profitieren. Leider muss ich mich vor dem Trainingsende schon wieder verabschieden. Als ich gehe, höre ich Ralf im Hintergrund noch sagen: „So, nächste Übung: Was passiert bei einer Notbremsung?“ 

Übrigens: Wer Buslotse ist, kann den Ausweis gerne bei Einstieg dem Busfahrer vorzeigen: „Dann wissen unsere Fahrer:innen direkt, dass sie eine super Unterstützung an Bord haben“, erzählt Ralf Haunhorst. 

Mehr Infos zum Buslotsentraining

Ihr wollt Buslotse werden? Super! Alle Informationen dazu findet ihr hier.

Lisa

Blogger:in

Veröffentlicht am
09.11.2022

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