07.09.2021

Von Lebensrettern & Würfeln

Lesedauer des Artikels: 2.03 Minuten

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Kolleg:innen der SWO Netz machen bei einmaligem Pilotprojekt mit.

Sie sind klein, sie sind unscheinbar – und wohl kaum ein Besucher der Großen Straße würde sie ohne Hinweis bemerken. Doch die kleinen Würfel, die unsere Kolleg:innen von der SWO Netz jetzt gemeinsam mit Forscher:innen vom Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren am L&T-Gebäude angebracht haben, könnten in nicht allzu ferner Zukunft wichtige Aufgaben erfüllen. Einblicke in ein ganz praktisches Forschungsprojekt.

Ein Blick nach oben lohnt

Wer beim nächsten Einkaufsbummel oder der Mittagspause durch die Osnabrücker Einkaufsmeile flaniert, sollte sich zwischen dem L&T-Haupteingang und der Currylust einmal genauer die Straßenbeleuchtung anschauen. Wie in Einkaufsstraßen nicht unüblich, ist sie an einem Stahlseil montiert, das an beiden Seiten der Straße an den Häuserfassaden verankert ist.

Um auf Nummer sicher zu gehen, müssen die bisher verwendeten Wandanker regelmäßig kontrolliert werden. Denn: Löst sich die Verankerung aus der Wand? Hängt das Seil zu sehr? Was bisher nur durch den Einsatz eines Hubsteigers zu kontrollieren war, geht in Zukunft viel einfacher. Die Lösung steckt in den kleinen Würfeln. Diese haben unsere Netz-Kolleg:innen nun zwischen Wand und Stahlseil angebracht. Ihr Clou: Sie tragen Sensoren in sich, die jederzeit erfassen, ob die Verankerung noch sicher ist oder ob ein Reparaturteam kommen muss.

Funknetz LoRaWAN als Grundlage für weitere Anwendungsfälle

Aber woher wissen unsere Kolleg:innen und die Forschenden des Fraunhofer Instituts, wann Gefahr droht? Ganz einfach: Die Sensoren senden die Informationen über unser LoRaWAN-Funknetz. Hintergrund: Schon vor zwei Jahren haben wir die Stadt flächendeckend mit der Funktechnologie ausgestattet. Sie ermöglich es uns, kleinere Datenmengen einfach und günstig zu versenden. Stromzähler können wir schon via LoRaWAN auslesen. Gleiches gilt für die Überwachung von Pumpwerken. Sicher werden in den kommenden Jahren weitere Anwendungsfälle hinzukommen.

Weitere Anwendungen denkbar

Zurück in die Große Straße: Die beiden mit Sensoren ausgestatteten Wandanker sind mit einem Akku ausgestattet. Zusätzlich sind sie mit einer Mini-PV-Anlage verbunden. Dadurch müssen sie nicht an das Stromnetz angeschlossen werden. Somit können sie für einen langen Zeitraum ihren Dienst verrichten. Die Erkenntnisse aus diesem deutschlandweit einmaligen Pilotprojekt der SWO Netz GmbH könnten in der Zukunft breite Anwendung finden. Denn solche Wandanker werden ja nicht nur bei der Straßenbeleuchtung in Fußgängerzonen verwendet.

Denkbar ist beispielsweise ein Einsatz in Gebirgsstraßen, an denen mächtige Stahlnetze die Autofahrer:innen vor Steinschlag schützen. Und so kann ein kleines Forschungsprojekt, das in Osnabrück seinen Anfang nahm, vielleicht irgendwann Menschenleben retten.

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Nicole Seifert

07.09.2021

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