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Eigentlich ist die 76-jährige Christa Boußillot ganz flott mit ihrem Rollator unterwegs. Aber: „Das Aus- und Einsteigen in den Bus möchte ich mal ohne die Hektik an der Haltestelle üben, zusammen mit meiner Begleiterin.“ Diese gehört zu einer Gruppe ehrenamtlicher Seniorenbegleiterinnen, die in ihrer Freizeit Senioren beispielsweise bei Einkäufen, Arztbesuchen oder Spaziergängen begleiten. Im Rahmen einer gemeinsamen Schulung vom Seniorenbüro Osnabrück und den Stadtwerken Osnabrück möchten sie nun mehr über das Busfahren mit Rollator erfahren.

 

»Schulungen für ältere und mobilitätseingeschränkte Personen gehören zu unserem Angebot des BusTrainings«, erklärt Busfahrer Wolfgang Gude, »Seniorenbegleiter schule ich heute zum ersten Mal.«

Zeit für Fragen und Antworten

An ihren Fragen zeigt sich, wie engagiert sich die Seniorenbegleiterinnen für die Belange „ihrer“ Senioren einsetzen: „Wer öffnet die Klappe für Rollstühle?“ „Es gehört zu den Aufgaben des Busfahrers, diese Klappe zu öffnen – nachdem er die Kunden vorne bedient und seine Kasse gesichert hat“, stellt Wolfgang Gude klar. „Es kann aber auch ein Fahrgast helfen. Man muss sich nur bemerkbar machen.“ Auch, wenn man sicher an seinen Platz kommen wolle, bevor der Fahrer anfährt: „Ich sage immer Bescheid!“, bestätigt Christa Boußillod. „Meine 97-jährige Seniorin wartet auf dem Rollator sitzend an einer geschützten Hauswand neben der Haltestelle. Der Bus hält dann nicht“, berichtet eine Teilnehmerin. Wolfgang Gude bittet um Verständnis: „Sie sollte sich gut sichtbar hinsetzen und ein Zeichen geben, damit der Kollege sehen kann, dass sie mitfahren möchte.“ Hier wird deutlich, wie wichtig die Schulung des Bustrainings für das gegenseitige Verständnis ist:

»Wir müssen die Sicherheitsinteressen und Bedürfnisse der Senioren und den Zeitdruck der anderen Fahrgäste vereinbaren. Deshalb ist es wichtig, dass wir wissen, wenn Sie Unterstützung benötigen«, so das Fazit von Wolfgang Gude.

Rollatortraining

 

Rollatortraining

Hilfreiche Tipps für eine sichere Busfahrt

Dann ist es endlich soweit: Christa Boußillot kann am Bus den Ein- und Ausstieg mit dem Rollator üben – mit und ohne Rampe. Busschullehrer Ralf Haunhorst erklärt, worauf sie achten muss. „Das klappt ja ganz gut“, ist die 76-Jährige zufrieden und will in Zukunft mit ihrer Begleiterin den Bus öfter nutzen. „Setzen Sie sich dann am besten an den Mittelgang“, so der Hinweis von Karl-Heinz Klenke vom Präventionsteam der Polizei Osnabrück an die Gruppe. „Und die Handtasche immer am Körper halten, nicht im Rollator liegen lassen.“ Dann zucken alle zusammen: „So können Sie die Tasche sichern oder den Alarm zum Selbstschutz auslösen“, erklärt der Polizist und hält einen kleinen, schrillenden Taschenalarm hoch. „Den habe ich schon!“, ruft eine Teilnehmerin, „Ist gar nicht so teuer.“ Diesen Tipp und ihr weiteres Schulungswissen werden die Seniorenbegleiterinnen in den nächsten Tagen und Wochen „ihre“ Senioren weitergeben. Wolfgang Gude ist zufrieden:

»Ich freue mich, dass wir die ehrenamtlichen Seniorenbegleiter auf diese Weise in ihrer Arbeit unterstützen können!«

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Lisa

Blogger:in

Veröffentlicht am
24.06.2016

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