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Der Durst der Stadt wird zum Großteil über Transportleitungen aus dem Nordkreis gestillt. Doch was passiert, wenn eine dieser Leitungen ausfällt oder gewartet werden muss? Dann operieren die Expertinnen und Experten der SWO Netz an Osnabrücks Hauptschlagadern.

Den Wasserhahn aufdrehen, die Dusche anstellen, die Waschmaschine starten: Für die Osnabrückerinnen und Osnabrücker ist das Normalität. Trinkwasser ist immer und in guter Qualität verfügbar, na klar. Doch dafür muss die SWO Netz als Beitreiber des Wassernetzes in Osnabrück im wahrsten Sinne des Wortes Einiges bewegen. Ein Großteil des in Osnabrück verbrauchten Wassers stammt nämlich aus den beiden Wasserwerken Thiene und Wittelfeld im Landkreis Osnabrück. Dort gewonnen und aufbereitet, wird es über große unterirdische Transportleitungen in Richtung Stadt transportiert.

Alles eine Frage der Planung...

Von Zeit zu Zeit müssen jedoch auch diese Transportleitungen gewartet werden. Die Expertinnen und Experten der Stadtwerke-Netztochter wissen: Das machen wir lieber in vergleichsweise verbrauchsarmen Zeiten. Also eher im Februar oder März, wenn der Tagesverbrauch im Durchschnitt bei 25.000 m³ liegt – und nicht wie in den Sommermonaten bei bis zu 40.000 m³ und mehr. Denn wenn eine Leitung außer Betrieb genommen wird, muss die andere der beiden Hauptschlagadern die Versorgung sicherstellen. Über eine Verbindungsleitung zwischen den beiden Wasserwerken kann Trinkwasser übrigens über einen „Umweg“ nach Osnabrück geleitet werden.

Doch damit bei solchen Arbeiten – oder bei einem Rohrbruch – die Trinkwasserversorgung in der Stadt gewährleistet ist, müssen die Wasserexpertinnen und -experten noch viel mehr bedenken.

Hintergrund: Jedes Wasserwerk besitzt in Osnabrück quasi ein Versorgungsgebiet. Die Menschen am Schölerberg, in Nahne oder am Kalkhügel erhalten vornehmlich Wasser aus dem Wasserwerk Düstrup. In der Weststadt, in Hellern und am Westerberg trinkt man Wasser aus Thiene. Und in der Dodesheide und am Sonnenhügel stammt das Wasser aus Wittefeld.

Achtung: Umleitung 😉

Ist nun eine der beiden Leitungen nicht mehr in Betrieb, muss das Versorgungsgebiet anderweitig mit Wasser beliefert werden. Das geschicht, indem im zusammenhängenden Trinkwassernetz sozusagen "Umleitungen" eingerichtet werden. Schieber werden geöffnet, sodass sich das Wasser einen anderen Weg in die Hausinstallationen der Menschen sucht. Einfacher gesagt als getan, denn so ein Eingriff in das Wasserversorgungsnetz muss geplant werden, damit keine Druckstöße und somit Rohrbrüche entstehen und die Menschen trotzdem mit Wasser versorgt werden.

Keine Sorge bei kurzzeitigen Eintrübungen

In solchen Phasen kann es durchaus passieren, dass Eintrübungen entstehen. Durch die veränderte Fließrichtung lösen in den Wasserohren mineralische Ablagerungen. Diese sind aus hygienischer und gesundheitlicher Sicht völlig unbedenklich. Auch Druckschwankungen können aufgrund der veränderten Situation im Trinkwassernetz entstehen. Und auch die gewohnte Wasserhärte kann sich geringfügig verändern. Denn das Wasser aus Düstrup hat andere Eigenschaften als das aus Thiene oder Wittefeld.

Doch nach ein paar Tagen stellen die Expertinnen und Experten der SWO Netz das System behutsam wieder auf den Normalbetrieb um. Viele Menschen in Osnabrück werden dann gar nichts von der Operation an der Hauptschlagader gemerkt haben.

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Gastblogger
Sebastian Philipp

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Veröffentlicht am
14.02.2024

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