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Die Vorfreude steigt. Bald startet Osnabrücks erste E-Buslinie M1. Die neuen Fahrzeuge werden das Busfahren ein Stück weit revolutionieren: Mehr Komfort, leise Motoren und kaum noch Ruckeln beim Bremsen und Gas geben. Doch die hochmoderne Technik verändert auch die Arbeit von Busfahrern. (Wie sich die Arbeit der Werkstattmitarbeiter verändert, erfahrt ihr in Teil II).

„Fahr in dem Kreisel schön weit außen, dann kommst du ohne Probleme rum“, gibt Ralf Haunhorst Hinweis an Busfahrer Manfred Schaschke. Haunhorst ist bei den Stadtwerken Trainer für Mobilitätsschulungen. Eine seiner Hauptaufgaben im Moment: Er schult die Busfahrer in Sachen „E-Bus“.

Warum das?
„Der größte Unterschied zu den Dieselbussen: Hier haben wir es mit einem Hochvoltsystem zu tun“, so der Trainer. Deswegen steht das Thema Sicherheit bei den E-Bus-Schulungen ganz oben auf der Agenda.

»Die Fahrtrainings sind bereits Schritt zwei. Vorher mussten unsere Fahrer schon an einer Grundschulung teilnehmen, wo es nur um Sicherheitsaspekte ging«, so Haunhorst.

 


 


 

 

Die Botschaft dabei: Finger weg von der Elektronik! „Wenn der Motor aufmuckt, kann man beim Dieselbus ruhig mal die Heckklappe öffnen und nachsehen. Nicht so beim E-Bus: Da sollten wirklich nur unsere Fachmänner ran“, erklärt Jürgen Liening-Ewert, der bei den Stadtwerken den Bereich Fahrschule und Fahrerweiterbildung leitet. Die Fahrt im Bus selbst ist natürlich weder für Fahrer noch Fahrgäste gefährlich. Doch auch hier gibt es für die Busfahrer einiges zu beachten. „Mit dem E-Bus ist es wie bei einem Computer: Das Starten und Runterfahren des Systems braucht eben seine Zeit. Den Zündschlüssel rumdrehen und einfach losfahren – so einfach ist das nicht“, sagt Liening-Ewert. Die Fahrer könnten die Wartezeit aber mit dem Ausfüllen des Fahrtenbuchs und einem kurzen Rundum-Check des Fahrzeugs gut überbrücken.

Was hat ein Stadion-Schalter im E-Bus zu suchen?

Beim Blick auf das Armaturenbrett fällt außerdem auf: Die bisher gewohnten Kontrollanzeigen werden durch ein zentrales Display hinter dem Lenkrad ersetzt, außerdem gibt es neue Tasten mit neuen Funktionen.

»Mit dem sogenannten ‚Stadion-Schalter‘ kann der Fahrer jetzt alle Türen auf einmal öffnen und schließen. Das ist gerade bei unseren E-Bussen sinnvoll, weil sie ja vier Türen haben.«

Vor allem zu Stoßzeiten kann so Zeit gespart werden. Neben einer Außensprechanlage verfügen die neuen Fahrzeuge zudem über eine atmosphärische Innenbeleuchtung, die je nach Einstellung in unterschiedlichen Farben erstrahlt.

Beim Anfahren der Ladestationen ist Fingerspitzengefühl gefragt

Die beiden Busfahrer Manfred Schaschke und Frank Carls sind nach ihrer Schulungsfahrt vollauf begeistert. „Die Fahrzeuge sehen nicht nur toll aus, sie fahren sich auch prima“, sagt Carls. „Man muss eben ein paar Dinge beachten, dann ist auch das Fahren mit dem E-Bus kein großes Kunststück.“
 

Lisa

Blogger:in

Veröffentlicht am
14.02.2019

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