20.06.2018

Praktikum im Klärwerk: Berufliche Zukunft oder Arbeiten im Dreck?

Lesedauer des Artikels: 2.65 Minuten
Arbeiten im Klärwerk

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Warum ein Praktikum im Klärwerk durchaus lohnenswert ist

Mich erreichte eine Mail mit dem Betreff „Ihr Schreiben vom 03.05.2018 - Praktikumsplatz für Marcel Müller“ am 24. Mai (Name und Datum geändert) . Die ersten Zeilen der Mail waren:

„Sie bieten einem Schüler, der durchaus bereit ist, sein Leben zukünftig selbst zu bestreiten, da wir ihm das so als seine Eltern vorleben, für sein Praktikum und somit seine ersten längerfristigen beruflichen Erfahrungen ein Praktikum in einem KLÄRWERK an?!?“

Genau so stand das da – also wirklich genau so. Auf Punkt und Komma genau. Harter Tobak, was mir da an den Kopf geworfen wurde. Wahrscheinlich nicht mir persönlich, aber zumindest diesem Unternehmen und vor allem meinen Kollegen!  Ich denke an die Kollegen im Klärwerk, die sich tagtäglich dafür einsetzen, dass unser aller Abwasser wieder sauber wird. Sie sind Ingenieure, Meister, Techniker und Fachkräfte. Allesamt so ausgebildet, dass ein reibungsloser Ablauf in einem hochmodernen und komplexen System sichergestellt wird – ein System, das anderen z.B. in der Automobilindustrie in keiner Weise nachsteht. Entsprechend anspruchsvoll ist die Bedienung der Technik.

Die Kollegen sind Allrounder – egal, ob Schalt-, Netzwerk- oder Energietechnik: Im Klärwerk werden die meisten Arbeiten in Eigenregie erledigt. Und vor allem geben sie mir das sichere Gefühl, dass in unsere Bäche und Flüsse nur aufwendig gereinigtes Wasser fließt.

Arbeiten im Klärwerk

Vielfältige Aufgabenbereiche: Auf dem Gelände...

Für mich vollbringen die Kollegen aus dem Klärwerk fast schon Wunder. Auf der einen Seite fließen Millionen Liter Abwasser in die Osnabrücker Klärwerke ein.

Am anderen Ende ist Wasser, welches wir der Natur wieder zurückgeben. Wir leihen uns das Wasser von der Natur eben nur! Übrigens ein wie ich finde sehr schönes Zitat eines Kollegen.

Und während ich mir das alles vor Augen führe, ist da diese Mail, die so weiter geht, wie sie angefangen hat:

„Haben die Stadtwerke Osnabrück ernsthaft für einen guten Gymnasiasten, der sich gerne im Handwerk umsehen möchte, weil er dort seine berufliche Zukunft sieht, keine anderen Praktikumsstellen zur Verfügung, als diese eine im KLÄRWERK?“

Aber was könnte interessanter sein! Gerade für jemanden, der sich in einem handwerklichen/technischen Beruf umsehen möchte, ist ein Praktikumsplatz im Klärwerk eine Riesenchance!  Denn hier treffen gleich drei Ausbildungsberufe aufeinander: Fachkräfte für Abwassertechnik, Elektrotechniker (Fachrichtung Energie und Gebäudetechnik) und Industriemechaniker. Und dann denke ich an die Azubis aus dem vergangenen Ausbildungsjahr: Sie haben ihren Abschluss mit Auszeichnung bestanden haben und setzen sich nun für unsere Lebensqualität ein.

Ich bin stolz auf meine Kollegen vor Ort, die dieser großen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und das Wissen an junge Menschen weitergeben. Ich bin kein Träumer und diese Mail zeigt es: Es ist nicht einfach gute Leute oder jungen Nachwuchs zu finden. In den Köpfen der Leute steckt noch das Bild von der Arbeit im Dreck. Mit Texten wie diesen wollen wir als Stadtwerke einen Beitrag leisten und aufklären, dass dieser Job Zukunft hat.

Das sagen übrigens auch die Kollegen aus dem Klärwerk, die wir an ihrem Arbeitsplatz besuchen durften.

Die besorgte Mutter und wir haben telefoniert. Wir haben unsere Sichtweisen ausgetauscht. So richtig zusammengekommen sind wir nicht. Aber das kann auch nicht immer gelingen.

Arbeiten im Klärwerk

... im Labor ...

Arbeiten im Klärwerk

... oder am PC.

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Elke Rohs

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