17.05.2016

Die Seele des Currywurst-Imperiums

Lesedauer des Artikels: 2.11 Minuten
100 Jahre Hafen Portraits

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Bei Karin Söger gibt’s die Spezial-Kreation mit Zwiebeln und Mayonnaise

Brummis Imbiss gibt es seit fast 60 Jahren. Und es sind nicht nur die Brummifahrer, die sich bei Karin eine Currywurst gönnen. Schon morgens um sieben schließt sie ihre Bude an der Hafenstraße auf, und es scheint, als hätten die Kunden schon darauf gewartet. „Ich weiß nicht, wo die alle herkommen“, sagt die Inhaberin, „aber ich hab sie alle lieb!“

Karin heißt eigentlich Katharina Söger. Sie allein ist die Seele des Currywurst-Imperiums, knappe 70 Meter vom Hafenbecken entfernt  und gute 40 Meter vor der Schranke der Spedition Hellmann. Wenn sie Urlaub nimmt, kommt keine Vertretung. Dann bleibt die Bude geschlossen. Es steht ja schon seit Wochen an der Wand. Karin ist der Imbiss.

Das war nicht immer so. 30 Jahre lang hat ihre Schwiegermutter das Geschäft geführt, eine kleine, drahtige Frau, die genau wusste, was dem Hafen-Publikum schmeckt  und was nicht. 2008 übernahm Katharina Söger den Laden. „Sonst hätt’s keiner gemacht“, erzählt die Spezialistin für die Zwischendurch-Mahlzeit. Dann gäbe es Brummis Imbiss nicht mehr, und dann wäre auch Karins berühmte Eigenkreation nie erfunden worden: Currywurst Spezial. Mit Ausrufungszeichen! Kennt fast jeder, der im Hafen arbeitet. 2, 40 Euro kostet das exklusive Vergnügen, 50 Cent mehr als die gewöhnliche Currywurst.

Eine Langstrecke Mayonnaise

Die „Spezial!“ wird der Länge nach aufgeschnitten, mit frischen Zwiebeln und einer Langstrecke Mayonnaise gefüllt, bevor ein ordentlicher Klecks Currysauce die hellen Ingredienzen weiträumig den Blicken entzieht. Oben drauf streut Karin ein ganz spezielles Currypulver, dessen Mischungsverhältnis sie von ihrer Schwiegermutter übernommen hat. Ist natürlich streng geheim.

Bratwurst, belegtes Brötchen oder Brühe - die Imbiss-Dame kennt ihre Kunden und stellt ihnen die Stammgerichte ungefragt auf den Tresen. Dann wird über das Wetter, die Mühsal des irdischen Daseins und manchmal auch über Politik geredet, und fast alle sind per Du, selbst wenn sie zu den Schlipsträgern gehören. „Hier trifft man die Welt“, erzählt ein Handwerker, der sich zwischen zwei Terminen bei Brummis Imbiss eine Currywurst zwischen die Rippen schiebt. Dann geht es weiter zur nächsten Baustelle, zum nächsten Einsatz oder zur nächsten Autobahn.

Postkarten für Karin

An Brummis Imbiss denken die Kunden noch, wenn sie über alle Berge, ja sogar im Urlaub sind. Dann schreiben sie Karin Postkarten aus Mallorca, aus Griechenland oder dem Vereinigten Königreich. So viele, dass sie alle Wände damit pflastern könnte.

100 Jahre Hafen Osnabrück - anlässlich des Jubiläums veröffentlichen wir in Zusammenarbeit mit dem Museum Industriekultur auf unserem Blog regelmäßig Fakten aus der bewegten Geschichte des Osnabrücker Hafens. Diese Beiträge wechseln sich ab mit Portraits von Zeitzeugen und Menschen, die am Hafen arbeiten und/oder leben.

Ein Kommentar

Anna

20. Oktober 2016 um 10:56

Ich liebe Curry Wurst es schmeckt einfach super. Vor allem die Curry Soße. Vielen dank für die tollen Informationen.

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Rainer Lahmann-Lammert

Gastblogger
Rainer Lahmann-Lammert

Mitautor der Hafenchronik, die voraussichtlich im November 2016 erscheinen wird.

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17.05.2016

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