18.11.2016

Der Mann, der in der Schiffslogistik nichts dem Zufall überlässt

Lesedauer des Artikels: 1.8 Minuten
100 Jahre Hafen Portrait

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Wolfgang Pamperin ist bei Kämmerer für Lager und Logistik zuständig

Zweimal in der Woche legt bei Kämmerer ein Schiff an, mit 800 oder 1000 Tonnen Zellstoff an Bord. Wolfgang Pamperin ist verantwortlich, dass die Rohstoffe zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle ankommen. Damit die Produktion von Möbelfolie und anderen Dekorpapieren nicht ins Stocken gerät.

100 Jahre Hafen Portrait

Eine Schiffsladung Zellstoff für Kämmerer: Wolfgang Pamperin ist verantwortlich, dass die Ballen zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle ankommen.

„Ich plane immer für acht Tage“, sagt der gelernte Papiermacher, dann hat er einen Puffer, zumindest für die gängigen Sorten, die im Betrieb gebraucht werden. Wolfgang Pamperin, Jahrgang 1966, ist erst im reiferen Alter Industriemeister für Lager und Logistik geworden – „berufsbegleitend“, wie er hinzufügt. Bei Kämmerer kennt er jede Nische und jedes Mauseloch. Und die Kenntnisse aus der Produktion kommen ihm immer wieder zugute.

In seinem Privatleben ist der Logistiker Sportler, Rockmusiker und Vater einer Tochter.

An seiner Arbeit schätzt er, „dass jeder Tag was Neues bringt“. Vor einem Jahr machte er im Lager eine außergewöhnliche Entdeckung: Auf einem Stapel mit Ausschussballen hatte eine Katze ihr Nest gebaut. Vier junge Augenpaare schauten ihn ängstlich an, aber die Mutter hatte das Weite gesucht. Wolfgang Pamperin las die Katzenbabys vorsichtig auf und legte sie in einen Karton. Eine Kollegin nahm sie mit auf ihren Bauernhof – und da leben sie heute noch.

Ein Logistiker überlässt nichts dem Zufall.

Ob Zellstoff, Chemikalien, Leim oder Pigment: Im Büro wird geplant, wann die Rohstoffe ankommen und wo sie verstaut werden. Die Wege im Betrieb müssen kurz und effizient sein. Es darf keine Engpässe geben, aber auch keine Ware, die Gänge oder Fluchtwege versperrt.  Was ankommt, wird kontrolliert – auf Vollständigkeit, Mängel und Sicherheit. Wichtig ist zum Beispiel, dass die Drähte fest sitzen. Sonst kann es gefährlich werden für Mitarbeiter, die sich den Ballen nähern. Wenn es etwas zu beanstanden gibt, „müssen wir die Entladung stoppen“, sagt Wolfgang Pamperin, denn „nachträglich reklamieren geht nicht“.

Manchmal kommt es anders als geplant.

Zum Beispiel, wenn ein Schiff früher anlegt. Oder später. Etwa durch Eisgang. Dann muss umdisponiert werden.  Und dann findet sich eine Lösung. Es wird ja nicht just in time produziert. Bei Wolfgang Pamperin gibt es immer noch einen Puffer.

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Rainer Lahmann-Lammert

Gastblogger
Rainer Lahmann-Lammert

Mitautor der Hafenchronik, die voraussichtlich im November 2016 erscheinen wird.

Nicole Seifert

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18.11.2016

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