08.12.2015

Nachhaltiges Weihnachten: Grüne Weihnachten – aber anders!

Lesedauer des Artikels: 5.97 Minuten
Grüne Weihnachten

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Der Trend zur Nachhaltigkeit hält auch zu Weihnachten an

Gänsebraten, Geschenkeberge in Folienverpackung und Baumschmuck im jährlich wechselnden Look gehören anscheinend der Vergangenheit an. Der Trend geht auch hier Richtung Nachhaltigkeit – ohne mit lieb gewonnenen Traditionen zu brechen.

Norbert Löscher, Andreas Schwinge und Ingo Witte

(v.l.) Veganer Norbert Löscher von der „Schaltzentrale“, Andreas Schwinge („Feine Kost“) und Vegetarier Ingo Witte (ebenfalls „Schaltzentrale“) freuen sich schon jetzt auf das gemeinsame Raclette-Essen zum Weihnachtsfest, bei dem alle Ernährungsvorlieben berücksichtigt werden.

Wenn Weihnachten vor der Tür steht, treffen sich Andreas Schwinge und Karin Treidel von „Feine Kost“ mit Ingo und Hans Witte, Steffen Middendorf und Norbert Löscher von der „Schaltzentrale“ zum gemeinsamen Festessen: „Früher sind wir ins Restaurant gegangen. Aber letztes Jahr hatten wir ein so schönes gemeinsames Raclette-Essen, dass wir das wiederholen werden. Total unkompliziert und für jeden etwas dabei“, so Karin Treidel. Schließlich gilt es beim Weihnachtsschmaus Vegetarier, Veganer, aber auch Fleisch- und Fischesser zu verwöhnen. Beim Raclette kann jeder machen, was ihm schmeckt, und außerdem Neues ausprobieren. Karin Treidel setzt auf einen Mix aus Gemüse, Fleisch und Käse. Andreas Schwinge brutzelt „auch gerne mal was mit Fisch“ in seinem Pfännchen. Vegetarier Ingo Witte nennt seine Lieblingskombination: „Rote Beete und Käse.“ Aber wie schmeckt käsefreies Raclette? „Außer Gemüse kommt ein Hefeschmelz ins Pfännchen“, erklärt Norbert Löscher, der sich seit zwölf Jahren vegan ernährt. Seine Familie hat das inzwischen akzeptiert. Zum gemeinsamen Weihnachtsessen bringt er sich etwas mit. Ursprünglich hat Norbert Löscher nur auf Fleisch und Fisch verzichtet, „weil ich keine Tiere mehr essen wollte.“ Doch das Nachdenken über die Produktion von Nahrungsmitteln habe ihn dann auf die vegane Ernährung gebracht. „Das ist wirklich nachhaltig!“, sagt der Student, der regelmäßig in der „Schaltzentrale“ auf dem Osnabrücker Wochenmarkt jobbt. Hier ist Nachhaltigkeit ohnehin ein Thema: „So manche Reparatur spart einen Neukauf. Und Radfahren ist eine der nachhaltigsten Fortbewegungsarten“, sagt Schaltzentrale-Chef Ingo Witte. Auch die Käsespezialisten von nebenan setzen auf Nachhaltigkeit:

»Wir verkaufen Bio-Käse aus nachhaltiger Produktion«,

erklärt Andreas Schwinge. 

Geschenkt wird bei den vier Raclette-Genießern – wenn überhaupt – ebenfalls nachhaltig: Es gibt etwas Praktisches, wie ein neues Waschbecken für die Mutter, oder etwas zum Genießen, wie eine Flasche besonders guten Wein. Auf Folienverpackungen wird dabei verzichtet.

Die Herkunft wird immer wichtiger

Liz Stellten, Leysieffer

„Für mich gehört zu Weihnachten der Duft von Lebkuchen. Der ist alle Jahre wieder der Renner bei uns.“ Liz Stelter, Leysieffer Osnabrück

Doch was wird aus liebgewordenen Traditionen? Wer alle Jahre wieder seine Lieblingsleckereien bekommt, möchte wohl auch in Zeiten der Nachhaltigkeit nur ungern verzichten. „In den vergangenen Jahren nahmen die Anfragen unserer Kunden nach der Herkunft des von uns verarbeiteten Kakaos zu“, erinnert sich Liz Stelter, Mitarbeiterin des Konditorei-Cafés Leysieffer an der Krahnstraße. Seit Juni kann sie auf das Siegel des „Quality Partner Programs“ verweisen. „Dadurch werden unter anderem die Lebens- und Arbeitsbedingungen von westafrikanischen Kakaobauern verbessert. Durch bessere Ausbildung der Bauern werden zudem die Qualität des Kakaos, aber auch die Anbaubedingungen nachhaltig optimiert. Das Siegel gilt für fast alle unsere Produkte, in denen Kakao verwendet wird: Ob Schokoladenspezialität, Pralinen oder Lebkuchen, der ja in der Weihnachtszeit besonders gern genascht wird.“ Angesprochen auf das Thema Nachhaltigkeit fügt sie hinzu:

»Das passt zum ganzen Unternehmen, zur Produktionsweise und zur Unternehmensphilosophie.«

In dem 1909 gegründeten Familienunternehmen aus Osnabrück wird noch vieles in Handarbeit hergestellt, es werden frische, qualitativ hochwertige Zutaten verwendet.

Nachhaltig gleich langlebig

Laura Mindrup, Spielwarenabteilung Schäffer

„Beliebt bleiben die Klassiker: Kaufmannsladen, Puppenwagen, Kuscheltiere, Playmobil und Lego – letztere gern in ‚trendeigen‘ Themen. Einiges davon wird auch weitergegeben und zu Weihnachten mit neuem Zubehör versehen.“ Laura Mindrup, Spielwarenabteilung Schäffer

Für das leibliche Wohl kann man also durchaus auch nachhaltig sorgen. Doch was ist mit den Geschenken? Zeichnet sich auch hier ein Trend zur Nachhaltigkeit ab?

»Unsere Kunden fragen zwar nur selten gezielt nach nachhaltigen Produkten, aber wir achten bei unseren Lieferanten darauf und informieren uns über die Produktionsbedingungen«,

erklärt Vanessa Waldvogel, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Schäffer.

Sie hat festgestellt, dass vor allem kleinere, familiengeführte Unternehmen und Manufakturen auf Nachhaltigkeit achten. „Wir führen zum Beispiel Produkte eines Glasherstellers, der eine besonders CO2-arme Glasschmelze betreibt.“ In vielen Sortimentsbereichen sei aber Nachhaltigkeit für sie gleichbedeutend mit Langlebigkeit: „In Deutschland gefertigtes Porzellan ist beispielsweise hochwertiger und haltbarer glasiert, zudem kann man einzelne Teile oft nachkaufen. Und auch von einem Nagelpflege-Etui aus pflanzengegerbtem Leder mit Scheren aus Solingen hat man lange etwas. Wir stellen uns zwar auf die von den Kunden gewünschten Trends ein, achten aber auch in dieser schnelllebigen, von Begriffen wie ‚to go‘ geprägten Zeit auf Haltbarkeit und Qualität. Das gilt natürlich auch für den Spielwarenbereich.“ Hier seien zwar die Normen, die die Sicherheit der kleinen Nutzer betreffen, ohnehin besonders streng, aber es gebe große Unterschiede bezüglich der Qualität. Beispielsweise bei Kuscheltieren: „Die Produkte dieser Firma haben ein in Deutschland gewebtes, besonders haltbares Fell“, zeigt Laura Mindrup aus der Spielwarenabteilung des Hauses ein Beispiel.

Hier werden etwa 90 Prozent aller Einkäufe als Geschenk verpackt. Und wie steht es da um die Nachhaltigkeit? „Wir nutzen Geschenkpapier aus nachhaltiger Produktion von einem deutschen Hersteller. Außerdem bieten wir unseren Kunden als Alternative zur Plastiktüte für größere Einkäufe Trolleys und für kleinere Besorgungen Einkaufskörbe gegen Pfand an“, erklärt Vanessa Waldvogel. Sind die Weihnachtseinkäufe schließlich zu Hause angekommen, finden sich die Geschenke zu Heiligabend unter dem geschmückten Baum wieder.

Natürlichkeit beim Baumschmuck

Kerstin Wolf mit Baumschmuck

Kerstin Wolf schmückt den Weihnachtsbaum der Familie sogar mit Erbstücken der Großeltern.

Während die alljährlich bunter werdenden Baumarktabteilungen anderes vermuten lassen, ergab eine nicht repräsentative Umfrage, dass die meisten Menschen beim Baumschmuck auf liebgewonnene Details setzen. So wie Kerstin Wolf und ihre Familie. Sie schmückt ihren Baum mit großen Tannenzapfen und traditionellem Holzschmuck. „Einige Teile stammen noch von Eltern und Großeltern, andere haben wir selbst angeschafft “, sagt die Mutter von zwei Söhnen mit Blick in eine große Kiste, in der die Deko-Schätzchen auf Weihnachten warten. „Ab und zu ergänzen wir noch ein Teil, aber das Meiste kommt alle Jahre wieder zum Einsatz.“ Eine durchaus nachhaltige Baumschmuckvariante, zumal die Familie auf Lametta völlig verzichtet, nicht jedoch auf einen natürlichen Baum – wie viele Osnabrücker.

Bäume mit Ballen sind out

Fritz Brinkmeyer, Brinkhof

„Nordmanntannen sind die beliebtesten Weihnachtsbäume.“ Fritz Brinkmeyer, Brinkhof

Zumindest stellt Fritz Brinkmeyer, Besitzer des Brinkhofs ein ungebrochenes Interesse an geschlagenen Nordmanntannen fest: „Bäume mit Ballen, die in den 90er Jahren noch sehr gefragt waren, verkaufe ich nur noch auf Wunsch“, erklärt er. Nach Ökobäumen habe ihn auch noch niemand gefragt.

»Aber wir spritzen unsere Baumkulturen in der Regel sowieso nur, wenn sie noch klein sind. Später wird nur noch gemäht«,

erklärt der Weihnachtsbaumexperte vom Kalkhügel.

Heiko Füchsel, os radio

„Meine private Weihnachtsmusik: Dean Martins Album ‚Making spirits bright‘. In os radio wird allerdings am häufigsten ‚Last Christmas‘ von Wham gewünscht.“ Heiko Füchsel, os radio

Und was folgt, wenn am Heiligen Abend der Baum geschmückt, das Festmahl gegessen und die Geschenke ausgepackt sind? Dann sorgen Weihnachtslieder für die angemessene Stimmung. Doch welche Musik prägt unsere Weihnachtszeit nachhaltig? Sind es die alten, traditionellen Lieder, wie „Stille Nacht“, die „modernen Klassiker“ wie „White Christmas“ oder ganz andere Töne? Heiko Füchsel von os radio weiß die Antwort:

»Bei uns wird seit Jahren am häufigsten Wham mit ‚Last Christmas‘ gewünscht«,

sagt der Musikredakteur.

Sein Weihnachtsfavorit ist allerdings älter: „An den Feiertagen höre ich Dean Martins Album ‚Making spirits bright‘ – auch gerne mehrmals hintereinander.“

 

Auf unserer Weihnachtsonderseite ? haben wir alle wichtigen Infos zu geänderten Fahrplänen und Öffnungszeiten unserer Bäder an den Feiertagen zusammengefasst.

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Lisa Hoff

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