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„Heiz-Schock für Millionen droht“ oder „Wie lange ist mein Erdgasanschluss noch sicher“? Diese zugegeben sehr reißerischen Überschriften gingen in den vergangenen Tagen durch den Blätterwald. Doch was ist wirklich dran an diesen Schlagzeilen? Wie sieht es bei uns in Osnabrück aus? Wir ordnen ein.

Zunächst steht fest: Niemand muss sich in Osnabrück, Wallenhorst oder Menslage (unseren Gasnetzen) Sorgen um den eigenen Gasanschluss und die Versorgung machen. Auch weiterhin werden wir als Netzbetreiber Kundinnen und Kunden zuverlässig mit Erdgas versorgen. Das heißt: Wir planen weder einen konkreten Rückbau, noch verweigern wir Kundinnen und Kunden im Bestandsnetz einen Anschluss. Denn schließlich sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, die Erdgasinfrastruktur so lange zu betreiben, wie sie auch genutzt wird. Und auch in unserer Rolle als Anbieter wird es weiterhin Erdgas von den Stadtwerken geben.

Aber natürlich agieren wir auch vorausschauend und analysieren für uns, wie die Zeit nach dem Erdgas aussehen wird – gerade vor dem Ziel der Stadt, bis 2040 klimaneutral zu sein. Dazu gehört auch, Konzepte zu entwickeln, wie die Wärmeversorgung in Zukunft ohne fossile Energieträger funktionieren kann.

Unser Masterplan Wärme war der erste Schritt in diese Richtung und mit der Kommunalen Wärmeplanung wird in etwa anderthalb Jahren klar sein, wo es in Osnabrück Vorranggebiete für verschiedene Arten der Wärmeversorgung geben wird. Dann wird auch klar sein, welche Adresse sich eher für eine Wärmepumpe eignen wird und wo mit einem Anschluss an ein Nahwärmenetz zu rechnen ist.

Was wir allerdings schon seit längerer Zeit tun: Entsteht in Osnabrück ein Neubaugebiet, dann gilt die Vorgabe, dass wir dort keine Gasleitungen mehr hinbauen – und stattdessen vorausschauend auf andere Wärmequellen setzen. Heißt also: Kein Neubau statt konkreter Rückbau. 

Aber zurück zur aktuellen medialen „Gasnetz-Stilllegungs-Debatte“: In der Tat preschen einige Städte wie z.B. Hannover gerade mutig vor und wagen erste zeitliche Rückbau-Prognosen. Wer genauer hinguckt, liest in den Aussagen aber zugleich viele Einschränkungen, Unwägbarkeiten und „Wenn-Dann“-Botschaften. Denn viele zentrale Fragestellungen sind noch offen und ungeklärt wie z.B. die Frage der Finanzierung von Gasverteilnetzen, wenn immer weniger Kunden daran angeschlossen sind. Oder die Frage, ob Teile der Gasinfrastruktur künftig für grünen Industrie-Wasserstoff genutzt werden sollen.
 

Also: Auch wenn viele Medien die Debatte gerade pushen, um jede Menge Klickzahlen zu generieren: Die Gasversorgung ist weiter sicher, es gibt keinerlei Grund zur Panikmache. 

Und noch ein Thema ging in der vergangenen Woche in Osnabrück rum: Dürfen die Stadtwerke ab 2035 noch Erdgas verkaufen

Ja, das dürfen und werden wir auch im Jahr 2035 noch tun. Im Rahmen des kürzlich vorgestellten Vorreiterkonzepts Klimaschutz hat uns die Stadt aufgefordert, bis 2035 für unsere Kundinnen und Kunden eine klimafreundliche und bezahlbare Alternative zum Erdgas anzubieten. Das heißt aber nicht, dass wir dann kein Gas mehr verkaufen dürfen. Schließlich stehen wir als Anbieter hier im Wettbewerb – den uns niemand verbietet.

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Gastblogger
Sebastian Philipp

Lisa

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Veröffentlicht am
22.04.2024

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