14.08.2019

Dieser Mann bringt die Straßenlaternen zum Schwingen

Lesedauer des Artikels: 3.2 Minuten

3590


Sicherheitscheck für die Osnabrücker Straßenlaternen

Tagsüber stehen sie fast unscheinbar an ihrem Platz, aber sobald das Tageslicht der Dämmerung weicht, nehmen sie ihren Dienst auf: die rund 23.000 Straßenlaternen in Osnabrück. Sie sorgen im gesamten Stadtgebiet täglich für die richtige Beleuchtung und das oft über mehrere Jahrzehnte. Damit eine Straßenlaterne ihrer Bestimmung möglichst lange nachkommen kann, überprüft die SWO Netz regelmäßig die Sicherheit und Standfestigkeit der Leuchten. Denn Fahrzeuge, Streusalz, Wind und Feuchtigkeit im Boden zehren an den Masten und beeinflussen ihre Lebenszeit.

Hier kommt Kyebo Kafuta ins Spiel. Der Experte des Fachunternehmens Mastap überprüft im Auftrag der Stadtwerke-Tochter SWO Netz die Sicherheit der Beleuchtungsmasten in Osnabrück. Rund 800 Stück waren es in den vergangenen Wochen. Wir haben ihn bei der Prüfung der Straßenlaternen im Osnabrücker Stadtteil Voxtrup begleitet.

»Ich inspiziere die Straßenlaternen und versetze sie nach vorne, hinten, links und rechts in Schwingung. Daraus lassen sich Aussagen zum Zustand des Materials und zur Standfestigkeit ableiten«, fasst Kyebo Kafuta das Verfahren zusammen.

Ausgestattet mit Warnweste, Schutzhelm, City-Fahrrad, Tablet und einem Frequenzmesser macht er sich an die Arbeit.
 

Sicherheitscheck Teil 1: Zahlen, Daten, Fakten

Zuerst werden für jeden Masten verschiedene Parameter erfasst: Form, Höhe, Größe des Beleuchtungskörpers, Wanddicke, Standort, Windbelastung, Anzahl und Richtung der angebrachten Verkehrsschilder. Den Durchmesser des Mastes berechnet Kyebo Kafuta locker im Kopf.: „47 cm Umfang geteilt durch Pi, das macht in etwa einen Durchmesser von 15 cm." Ein Blick auf den Taschenrechner zeigt: ziemlich nah dran. Exakt 14,96 cm Durchmesser hat der Mast. Man merkt: Kafuta macht das nicht zum ersten Mal. Alle erfassten Daten gibt er im Anschluss in sein Tablet ein und baut die Straßenlaterne damit quasi digital nach.
 

So sieht eine digital erfasste Straßenlaterne aus.

Sicherheitscheck Teil 2: Die Sichtprüfung

Kyebo Kafuta überprüft den Zustand der Masttür.


 

Neben den Maßen der Straßenlaterne werden auch augenscheinliche Schäden aufgenommen. Kyebo Kafutas geübter Blick erfasst schnell den Zustand des über sieben Meter hohen Mastes. Gibt es Dellen? Steht der Mast gerade? Sind die Straßenschilder gut befestigt? In welchem Zustand ist die Masttür (das ist die kleine Klappe, die Zugriff auf die Elektrik und Steuerung erlaubt)? Sind bestimmte Stellen korrodiert? An diesem Mast ist alles in Ordnung: feste Beschilderung und keine Dellen oder andere sichtbare Schäden.
 

Sicherheitscheck Teil 3: Die Schwingprüfung

Nachdem Kyebo Kafuta alle Werte und den Zustand des Mastes in seinem Tablet erfasst hat, wird seine optimale Eigenfrequenz errechnet, das heißt wie oft er in einer Sekunde idealerweise von einer Seite zur anderen schwingen sollte – wie eine Stimmgabel. Mit einem Messgerät, das Kafuta direkt an dem Mast anbringt, wird dann 42 Sekunden lang die tatsächliche Frequenz bestimmt. Dazu versetzt er die Straßenlaterne per Hand zwei Mal in Schwingung: beim ersten Mal von links nach rechts und bei der zweiten Messung von vorne nach hinten. Anhand der so ermittelten Ergebnisse kann der Experte mögliche Abweichungen zwischen den Ist- und Soll-Werten feststellen und so die Standsicherheit beurteilen:
 

Dieser Sensor misst die Schwingungen des Beleuchtungsmastes.

»Ich kann vorhandene Schwachstellen aufzeigen und sogar sagen, ob es sich um unterirdische oder oberirdische Schäden handelt. Auch die Zeit bis zur nächsten Inspektion und eine Einschätzung zur Restlebensdauer der Straßenlaterne leite ich aus der Messung ab.«

Alle Werte der geprüften Beleuchtungsmasten landen am Ende bei Martin Wolke, der sich bei der SWO Netz unter anderem um den Betrieb der Straßenbeleuchtung in Osnabrück kümmert: „Wir legen auf der Basis der Messungen die Intervalle für die nächste Überprüfung fest und entscheiden, ob ein Mast im Zweifel erneuert werden muss – damit die öffentliche Beleuchtung in Osnabrück auch weiterhin für strahlende Momente sorgt!“
 

Hintergrund: SWO Netz GmbH

Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Carina Jakobi

Gastblogger
Carina Jakobi

Lisa Hoff

Ansprechpartner:
Lisa Hoff

14.08.2019

Kontakt
Haben Sie Fragen oder Anregungen? Kontaktieren Sie uns! blog@stw-os.de

Social Media:

Besuchen Sie auch unsere anderen Social Media Profile