25.01.2018

Eine Leuchte in Osnabrück

Lesedauer des Artikels: 3.94 Minuten

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Optimales Licht für die Autofahrt, zum Bummeln oder für nächtliche Radfahrer: Alexander Jaspers ist für die Planung von Straßenbeleuchtung in Osnabrück zuständig. Dazu gehören auch spezielle Testreihen zur Umstellung auf LED-Leuchten. Doch: Wie funktioniert so eine Testreihe?

Alexander Jaspers testet die neue Straßenbeleuchtung in Osnabrück

„Was wir eigentlich wollen, ist eine vernünftige Beleuchtung für Osnabrück“, sagt Alexander Jaspers. Er arbeitet seit 2011 bei Stadtwerken Osnabrück und seit 2016 bei der Netztochter SWO Netz GmbH, die unter anderem für die öffentliche Beleuchtung des Stadtgebiets mit rund 23.800 Leuchten zuständig ist. Dabei geht es nicht nur darum, die ein oder andere Straßenleuchte auszutauschen, weil sie nicht funktioniert. Es geht auch um die Umstellung auf LED-Licht und dadurch entstehende Energieeinsparungen.

Dafür werden „Teststrecken“ eingerichtet. Der erste Leuchtentest im Stadtgebiet wurde ab 2009 am Sonnenhügel durchgeführt. Dabei wurden am Richthofenweg und Immelmannweg insgesamt zehn verschiedene LED-Leuchtentypen getestet. Drei von ihnen wurden als optimal für Straßenbeleuchtung bewertet und der Stadt Osnabrück empfohlen.

Doch: Warum wurde hier getestet? „Der Richthofenweg und der Immelmannweg sind einfach typische Osnabrücker Anliegerstraßen. Hier sind Anwohner, es gibt durchgehend einen Gehweg, dann eine Straße, dann wieder einen Gehweg und so weiter. Die Breite der Straßen und Gehwege sind überall etwa gleich. Es hat sich einfach dort angeboten, um die LEDs zu prüfen“, erklärt Jaspers.

Denn Licht hat bestimmte Funktionen. So wurde hier darauf geachtet, dass das Licht für Passanten angenehm ist, aber auch die Straße so beleuchtet, dass es Autofahrer nicht stört und ausreichend hell ist. Neutralweiß ist hier das Stichwort. „Es ist ja so: es gibt immer jemanden, der findet das Licht zu hell, ein anderer zu dunkel. Wir richten uns einfach nach der DIN-Norm die im Masterplan Beleuchtung fixiert ist – da gehen wir auf Nummer sicher“, sagt der 34-Jährige.  

Testreihe Marienstraße

Die Straßenlampen in der Osnabrücker Innenstadt ticken da anders. Gerade in den Fußgängerzonen bummeln die Leute, sie sehen sich um, sie genießen die Stadt. Da wirkt ein beruhigendes Licht angenehm, also „warmweiß“. Um auch hierfür die optimale Lichtquelle zu finden, wird in der Marienstraße derzeit ein weiterer Leuchtentest durchgeführt. Dieser ist ein Teil des Masterplan Beleuchtung der Innenstadt Osnabrück. Rund um das Heger Tor wird ein neues Lichtkonzept erstellt und dadurch nicht nur eine andere Atmosphäre erzeugt, sondern auch jede Menge Energie gespart. Schon durch die bisherige Umstellung der Leuchten auf LED im Stadtgebiet konnte der Verbrauch von 7 Mio. kWh Strom im Jahr 2010 auf etwa 5,2 Mio. kWh im Jahr 2016 gesenkt werden. Das entspricht einer CO²- Einsparung von 1.000 Tonnen pro Jahr. Die Umstellung ist also nicht nur eine interessante, sondern auch eine wichtige Arbeit.

Seit drei Jahren plant Alexander Jaspers die Umstellung der Beleuchtung in Osnabrück.

»Alles beginnt damit, dass wir Muster von Leuchten bekommen und diese schon einmal vorweg prüfen. Und die interessantesten gehen dann in die Testreihe ein«,

erzählt Jaspers. So sind derzeit zwei verschiedene Leuchttypen in der Marienstraße zu sehen, eine weitere wird in den kommenden Monaten auf den Markt kommen und noch in die Testreihe integriert.

Dann geht es um die optische Wirkung, bei Tag und bei Nacht, Blendungen, eine Kostenaufstellung, das technische Handling und vieles mehr. Für die Bewertung wird ein Gremium aus Stadt- und Stadtwerke-Mitarbeitern aus den Bereichen Städtebau, Denkmalschutz und Technikern gebildet,

Die "alten" Kugelleuchten in der Marienstraße.

die genau wissen, wie Licht sein muss.

In der Marienstraße wird es besonders spannend, denn hier wird nicht nur der Weg angeleuchtet, sondern auch ein Spot auf Elemente der Gebäude  gerichtet. Wein-Krüger besitzt beispielsweise solche Elemente.

»Die schönen alten Fachwerkhäuser in der Straße werden durch eine zusätzliche Leuchte ins richtige Licht gerückt«.

Jaspers ist begeistert: Das wäre schon eine schöne Alternative zu den alten Kugelleuchten, die in der Osnabrücker Innenstadt stehen.

Hinter dem Radfahrer geht das Licht wieder aus

Und welches Projekt plant Jaspers als nächstes? „In der Schlachthofstraße wird der Radweg zu einer weiteren Testreihe. Hier soll es so laufen, dass sich einige Leuchten anschalten, wenn ein Radfahrer auf den Wegabschnitt zufährt und hinter ihm wird das Licht wieder gedimmt. Das ist eine ganz interessante Geschichte und ich freu mich da schon sehr drauf“, sagt Jaspers lächelnd. Sollte sich dieses Beleuchtungskonzept durchsetzen, wird der ganze Radschnellweg bis Belm, der derzeit ausgebaut wird, in unbebauten Bereichen damit ausgestattet. Und so kann noch eine Menge Energie gespart werden.

Jaspers selbst fährt viel Fahrrad und ihm ist anzumerken: Er wird die Schlachthofstraße oft fahren, obwohl diese gar nicht auf seinem Heimweg liegt. Ob das Licht-an-Licht-aus-Konzept zukunftsfähig ist, wird sich vermutlich bis Sommer 2018 herausstellen. Wir dürfen also gespannt sein!

Hintergrund: SWO Netz GmbH

Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.

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Melissa-Amélie Gibis-Roth

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25.01.2018

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