30.01.2017

Mit Hochdruck in den Kanal

Lesedauer des Artikels: 2.39 Minuten
Kanalreinigung

An der Pagenstecher Straße soll in den kommenden Monaten ein Schmutzwasserkanal saniert werden. Alltägliche Arbeit für die Experten der Stadtwerke Osnabrück und der SWO Netz GmbH, die das gesamte Osnabrücker Kanalnetz – immerhin mehr als 1.100 Kilometer – regelmäßig auf seinen Zustand überprüfen und im Bedarfsfall ausbessern. Und doch ist jede Kanalsanierung irgendwie besonders, weiß auch Ingo Kurz, Mitarbeiter im Kanalbau bei der SWO Netz GmbH:

»In diesem Fall sind die Größe der Baumaßnahme und die Vorbereitungen für die eigentliche Kanalsanierung beachtlich.«

Denn um den Kanal – der mit einer Größe von 1,20 Meter Höhe und 80 Zentimeter Breite zu den größeren in Osnabrück zählt – im Vorfeld von Ablagerungen zu befreien, werden starke Geschütze aufgefahren. Zum Einsatz kommt ein ferngesteuerter Kanalreinigungsroboter der Firma Mauerspecht, die solche Probleme europaweit behebt. Der Roboter arbeitet mittels Höchstdruck-Wasserstrahlen und wird so zum ersten Mal in Osnabrück eingesetzt. Um harte Ablagerungen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, zu entfernen, nutzt der Roboter einen rotierenden Wasserstrahl mit bis zu 2.500 bar Druck. Ablagerungen werden so quasi herausgeschnitten.  Zum Vergleich: Ein Spülwagen – der normalerweise zum Reinigen der Kanäle eingesetzt wird – erreicht einen Druck von 120 bar.

 

Der Reinigungsroboter wird in den Kanal herab gelassen.

 

Mit einer speziellen Kameratechnik lässt sich das Geschehen im Kanal in Echtzeit beobachten.

Warum diese aufwendigen Reinigungsarbeiten im Vorfeld?

„In den Kanälen setzt sich im Laufe der Zeit so einiges ab“, so der Experte.  Beton- und Kalkablagerungen, Verwurzelungen, aber auch Essensreste, Fette oder Hygieneartikel, die unsachgemäß über den Abfluss entsorgt wurden.

»Diese müssen regelmäßig entfernt werden, da sie den Durchmesser des Kanals verringern und so im schlimmsten Fall zu Verstopfungen führen«, erklärt Ingo Kurz.

„Harten Ablagerungen rücken wir normalerweise mit einer Fräse oder – bei größeren Kanälen wie in diesem Fall – dann auch schon einmal mit Höchstdruck-Wasserstrahlen zu Leibe." Die Reinigung des Kanals im Vorfeld der Sanierung ist zusätzlich wichtig, damit der tatsächliche Umfang des gereinigten Kanals mittels Lasergerät berechnet werden kann. Auf Basis dieser Daten wird anschließend die Größe des Schlauchliners ermittelt – ein dehnbarer Schlauch aus –  in verschiedenen Harzen getränktem – Glasfaser-Kunststoff-Material, der in den Kanal eingezogen wird. Mittels Luftdruck oder Wasser aufgestellt passt er sich perfekt an die Kanalwand an und wird mittels Heißdampf oder UV-Licht ausgehärtet. Weiterer Vorteil: Schlauchliner ermöglichen eine grabenlose Bauweise, da in der Regel der Zugang in den Kanal über Revisionsschächte ausreicht. Das macht das Verfahren – das unter anderem auch an der Bramscher Straße eingesetzt wird – im Vergleich zu anderen Sanierungen besonders schnell und schont den Straßenverkehr. „Vorbereitung ist hier sehr wichtig“, fügt Ingo Kurz hinzu.

 

1,20 Meter hoch und 80 Zentimeter breit ist der Kanal an der Pagenstecher Straße.

 

Harte Ablagerungen werden vom Roboter quasi herausgeschnitten.

Hintergrund SWO Netz GmbH

Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.

2 Kommentare

Viktoria Maisner

29. Mai 2017 um 13:05

Hallo zusammen,
vielen lieben Dank für den spannenden und hilfreichen Artikel. Ich musste gar nicht, dass man den Kanal regelmäßig reinigen muss. Bisher dachte ich, dass er sich durch Regenwasser etc. von alleine reinigt. Jetzt weiß ich Bescheid, wenn ich das nächste Mal beobachte, wie ein Kanal gereinigt wird.

Antworten

Lisa Rosenbaum

19. Mai 2017 um 10:35

In unserer Gegend kam es neulich auch zur Schachtdeckelsanierung. Die Straßen waren abgesperrt, da die Deckel alle offen waren und es gefährlich gewesen wäre. Nichtsdestotrotz kam ein starker Geruch auf, der zwei Tage lang anhielt.

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Lisa Hoff

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Lisa Hoff

30.01.2017

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