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Damit die Wüste trocken bleibt

Seit fast 150 Jahren sorgt die Kanalisation unter dem Schlosswall dafür, dass das Regenwasser aus der Wüste zuverlässig abläuft. Doch nun ist es an der Zeit für eine Sanierung des Kanals. Kein leichtes Unterfangen für die Fachleute der SWO Netz, denn eine Reihe von Bauverfahren scheidet aus. Ein Blick unter Tage. 

Seit 1875 erfüllt die Kanalisation unter dem Schlosswall zuverlässig ihren Zweck. Und trotz ihres Alters ist sie vergleichsweise noch gut in Schuss. Statik und grundsätzlicher Zustand des gemauerten Kanals sind trotz seines doch reifen Alters vergleichsweise gut. Dennoch ist es jetzt an der Zeit für eine nötige Sanierung“, sagt Dirk Wisniewski, Leiter Planung Entwässerungsnetze und -anschlüsse bei der SWO Netz. In der Tat: Das gemauerte Bauwerk ist an sich voll funktionsfähig. Doch Kamerabefahrungen haben ergeben, dass es an vielen Stellen Undichtigkeiten gibt, durch die Grundwasser eintritt. Zudem stören verschiedenartige Ablagerungen den Betrieb des Kanals.  


 

Sanierung ja, aber wie?

Die Frage nach dem „Wie?“ gestaltete sich für die Fachexperten als Herausforderung: Aufgrund der Bedeutung des Schlosswalls für den innerstädtischen Verkehr sollte eine offene Bauweise vermieden werden. Für die nötigen Baugruben wäre mit einer mindestens halbseitigen Sperrung zu rechnen – und das rund ein Jahr lang. Angesichts einiger zum Teil parallel laufender Baumaßnahmen im Innenstadtgebiet war im gemeinsamen Baustellenmanagement von Stadt und SWO Netz schnell klar: Eine solche Sperrung sollte die allerletzte Wahl sein.

Bleiben noch geschlossene Verfahren – also das Bauen „unter Tage“. Auch hier haben die Fachleute verschiedene Verfahren abgewogen. Denkbar war eine Auskleidung des Kanals mit Kunststoffelementen. Diese zunächst favorisierte Möglichkeit hat sich aber als nicht machbar erwiesen. Auch ein Schlauchlinerverfahren, bei dem ein Schlauch in den Kanal eingezogen wird, kam nicht in Betracht. Auch hier wären große Baugruben nötig gewesen.

Die Lösung: Der Kanal wird nun zunächst mit hohem Druck von innen gereinigt.

»Das funktioniert im Prinzip wie beim hochdruckreinigen der eigenen Terrasse«, sagt Wisniewski. »Nur mit deutlich mehr Druck dahinter.«

Konkret werden die Ablagerungen an den Kanalwänden mit bis zu 1500 bar Wasserdruck entfernt. Anschließend erfolgt eine Vorabdichtung und zuletzt wird eine spezielle Mörtelschicht aufgetragen, die dem Kanal neue Dichtigkeit verleiht. Diese Schritte werden unter Tage in Handarbeit verrichtet.

Vorsicht bei plötzlichem Regen

Die Sicherheit spielt bei diesem Verfahren eine besondere Rolle. Denn trotz einiger Um- und Überleitungen muss die vorhandene Kanalisation weiterhin Regenwasser ableiten. Daher ist ein Arbeiten nur bei trockener Witterung überhaupt möglich. Bei einem plötzlichen Regenereignis müssen die Mitarbeitenden der Baufirma hingegen umgehend ins Freie – sie würden sonst angesichts der großen Wassermengen in Gefahr geraten.

Zwar sind keine großen Baugruben nötig – allerdings müssen beispielsweise die Mörtelpumpen recht nah an den Einstiegsschächten platziert werden. Ohne Fahrspursperrung geht es daher nicht. Um den Verkehr nicht zu behindern, finden die Arbeiten jedoch zwischen 20 und 5.30 Uhr statt.

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Gastblogger
Sebastian Philipp

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Veröffentlicht am
17.10.2023

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