1760

Ein neues Portal bietet den Bürger:innen Osnabrücks künftig die Möglichkeit, ihre Stadt aktiv mitzugestalten – und das digital von überall, auch von der Couch aus. Unter https://beteiligung.osnabrueck.de/ kann jede und jeder ab sofort an Umfragen oder Abstimmungen teilnehmen, sich über die vorgestellten Projekte und Maßnahmen der Stadt Osnabrück informieren und Anregungen für ausgewählte Projekte mit anderen Interessierten diskutieren.

Dazu haben wir mit  Jan  Uhlenbrok vom städtischen Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung gesprochen. Er ist Projektleiter  und gehört zum Smart City-Team.

Wer gehört zum "Smart Region"- Team und was für ein Projekt ist das genau?

Jan Uhlenbrok: Das Osnabrücker Smart City Team besteht aus den folgenden Personen und den thematischen Schwerpunkten: Anna-Lena Meiners (Stadtentwicklung), Luca Elena Bauer  (Vernetzung und Kommunikation) und mir, Jan Uhlenbrok (Technik und Strategie).

Ergänzt wird unser Team durch Ulrich Nuxoll (Stadtwerke Osnabrück, Prozessmanager) und Martin Kuppelmayr (SWO Netz, Leiter IoT und Urban Data).

Das Projektteam ist zuständig für die Durchführung des „Smart Region“ – Projektes. Gemeinsam mit den Stadtwerken Osnabrück und der SWO Netz GmbH erhält die Stadt Osnabrück dafür bis Mitte 2028 knapp 3,4 Millionen Euro Fördermittel, um Digitalisierung im Sinne einer nachhaltigen integrierten Stadtentwicklung voranzutreiben. Seit Juli 2021 wird gemeinsam mit vielen lokalen Partnerinnen und Partnern daran gearbeitet, fach- und sektorenübergreifende Chancen, Potenziale und Hemmnisse der Digitalisierung für verschiedenste Lebensbereiche zu identifizieren und das bisherige Instrumentarium der Stadtentwicklung strategisch um neue, innovative Komponenten zu erweitern.

Wie der Projektname bereits suggeriert, behalten wir dabei stets die Region im Blick, denn Digitalisierung macht nicht an der Stadtgrenze halt. Unser Wissen, unsere Technologien und unsere Netzwerke geben wir daher kontinuierlich an die Region weiter. 

Seit wann arbeitet das Team an diesem Projekt?

Jan: Die Idee, Meinungen von Bürgerinnen und Bürgern bei wichtigen Stadtentwicklungsvorhaben zu beteiligen, besteht bei der Stadt Osnabrück schon länger. Es fehlten allerdings Zeit und Mittel, um ein Format wie das jetzige Online-Beteiligungsportal umzusetzen. Das Förderprojekt "Smart Region" macht dies nun möglich, so dass das Projekt Mitte 2021 starten konnte und die Plattform jetzt ein gutes Jahr später an den Start gehen konnte. Übrigens, mehr Informationen zum Projekt "Smart Region" gibt es hier: https://www.smart-city-os.de/modellprojekt-smart-region-osnabrueck/

Ist es ein allgemeines Beteiligungsportal oder soll es da vor allem um Anregungen für die smarte Stadt von morgen gehen?

Jan: Auf dem Beteiligungsportal können alle – für die Stadt wichtigen Themen – diskutiert werden. Am Anfang steht zunächst der Themenkomplex Smart City im Vordergrund. Grundsätzlich können alle der Stadt zugehörigen Unternehmen das Portal nutzen, um Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen Fragen mit einzubeziehen. Dazu fanden bereits Informationstreffen statt, u.a. mit den Stadtwerken.

 

Beim Blick ins Portal fällt ein Button zum Abstimmen auf? Was können die Bürger:innen damit machen?

Jan: Wie bei Facebook können andere Nutzerinnen und Nutzer einem Beitrag Zustimmung verleihen und den Beitrag damit eine erhöhte Relevanz zukommen lassen. Wenn das Beteiligungsportal stark genutzt wird, ist so auf einen Blick zu sehen, welche Beiträge die höchste Relevanz haben.

Was wären typische Beispiele für Beteiligungen?

Jan: Die Möglichkeiten zur Beteiligung sind so vielfältig wie die Projekte selbst. Themenfelder, die wir behandeln werden, sind zum Beispiel Mobilität und Umwelt. Wichtig ist, dass unterschiedliche Rahmenbedingungen die Handlungsmöglichkeiten und damit auch die Möglichkeit zur Beteiligung einschränken können. So schließen zum Beispiel rechtliche Rahmenbedingungen einen Entscheidungsspielraum mitunter aus oder schränken diesen ein. Auch Aspekte wie der Umwelt- und Klimaschutz oder finanzielle Rahmenbedingungen spielen dabei eine Rolle.

 

Welche Funktionen bietet die Plattform im Sinne der Beteiligung aller Bürger:innen?

Jan: Die Plattform bietet fünf verschiedene Funktionen an, von denen „Diskussion“ eine ist. Bislang ist nur diese freigeschaltet, aber weitere Funktionen sind vorgesehen. Hier ein paar Beispiele:

  • Diskussion: Bürgerinnen und Bürger können in einem Online-Forum miteinander diskutieren.
  • Vorschlag: Vorschläge können aus der Bevölkerung eingereicht und Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht werden.
  • Abstimmung: Seitens der Stadt werden Möglichkeiten zur Abstimmung, z.B. über geplante Vorhaben, angeboten.
  • Bürgerhaushalt: Bei bestimmten Budgets können Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden, wie diese verteilt werden.
  • Gemeinsames Erarbeiten: Dokumente können kommentiert und gemeinsam bearbeitet werden.

Neben uns können alle Bürgerinnen und Bürger Diskussionen eröffnen und Vorschläge erstellen. Damit kann also prinzipiell jede Fragestellung aufgeworfen werden. Das Selbsterstellen ist aber momentan noch abgeschaltet. Jetzt am Anfang moderieren wir sämtliche Abläufe und die Kommunikation auf der Plattform inklusive der Eröffnung von Diskussionsbeiträgen.

Was passiert dann mit den Diskussionsbeiträgen? Werden die in der Verwaltung/dem Stadt-Konzern verteilt?

Jan: Ja. Die Rückmeldungen werden an die Fachkolleginnen und -kollegen weitergeleitet.

Gibt es Schnittstellen zu den altbewährten Beteiligungsformaten wie z.B. Bürgerforen?

Jan: Die sehr gut etablierten und angenommenen Bürgerforen können um die digitale Beteiligung erweitert werden. So können wir Menschen einbeziehen, die nicht vor Ort an einem Forum teilnehmen können oder sich nicht trauen, in einem persönlichen Format ihre Meinung zu formulieren.

Was macht diesen Weg besonders attraktiv für die Bürger:innen?

Jan: Auf dem Beteiligungsportal bieten wir die Möglichkeit, sich ganz bequem und ohne großen Aufwand von Zuhause oder unterwegs aus an Stadtentwicklungsvorhaben in Osnabrück zu beteiligen. Die Beteiligung ist also zeitlich und örtlich unabhängig. Zudem können mit dem Online-Angebot insgesamt mehr Beteiligungsangebote geschaffen werden.

Übrigens, unter Erste Schritte ist alles nochmal genau erklärt: Wie melde ich mich an? Wie kann ich mich beteiligen? Was passiert mit meiner Meinung?

Mehr zum Projekt "Smart Region" findet sich unter: https://www.smart-city-os.de/

Damit Digitalisierung nicht zum Selbstzweck wird, ist das Projekt als offener, partizipativer Prozess konzipiert, der allen Interessierten Osnabrückerinnen und Osnabrückern, die Möglichkeit gibt, aktiv an der Gestaltung ihrer (digitalen) Umwelt mitzuwirken.  In einer zweijährigen Strategiephase wird bis Mitte 2023 unter Beteiligung der gesamten Stadtgesellschaft eine gemeinsame „Smart-City-Strategie“ erarbeitet. Die Strategie gibt an, wie Osnabrück in den nächsten Jahren technologisch fortschrittlicher und damit nachhaltiger, lebens- und liebenswerter für seine Bewohnerinnen und Bewohner wird. Gemeinsam werden Ideen gesammelt, Prinzipien definiert und erste Projekte umgesetzt. In einer darauffolgenden 5-jährigen Umsetzungsphase, geht es darum, die erarbeiteten Strategien in die Tat umzusetzen. Die Umsetzungsphase bietet eine Art “Experimentierfeld” um innovative, digitale Technologien im kleinen Rahmen auszuprobieren und zu prüfen, ob Sie sich für eine langfristige Umsetzung eignen. Auch in dieser Phase gibt es für alle Interessierten vielfältige Möglichkeiten das Projekt mit eigenen Ideen und Fähigkeiten tatkräftig zu unterstützen.

Nicole

Blogger:in

Veröffentlicht am
17.08.2022

Kontakt
blog@swo.de

Social Media:

Hier sind wir auch zu finden