21.02.2017

Neues Heim – Heizung rein. Aber welche?! (Teil II)

Lesedauer des Artikels: 2.47 Minuten
Neubau

Meine Frau und ich sind letztes Jahr unter die Bauherren gegangen. Das macht meistens richtig viel Spaß, kann aber auch ziemlich stressig sein: Hunderte Entscheidungen, Termine, Pleiten, Pech und Pannen. Und nebenbei muss man sich zu vielen Themen, von denen man eigentlich gar keine Ahnung hat, schlau machen. Eins davon war zum Beispiel die Wahl eines Heizsystems. Bei Neubauten sind da ja Wärmepumpen total im Kommen. Doch bei den vielen unterschiedlichen Arten, Förderungen und Kombinationsmöglichkeiten war ich irgendwann einfach nur eins: verwirrt. Da war mir mein Kollege Herbert Kreke, unser Heizungs-Experte im Servicezentrum, eine große Hilfe. Seine Tipps und Infos teile ich gerne...

Bei Wärmepumpen gibt es viele unterschiedliche Typen. Welche Technik hat das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Herbert Kreke: „Von den verschiedenen Varianten werden Grundwasserwärmepumpen fast gar nicht mehr eingebaut. Hier sind die Genehmigungen und Auflagen nur schwer zu erfüllen. Anlagen mit Erdsonden oder Erdkollektoren haben über das gesamte Jahr gesehen die höchsten sogenannten Arbeitszahlen, also das beste Verhältnis zwischen Stromeinsatz und Wärmeerzeugung. Sie sind allerdings mit der Erdwärmenutzung durch Erdlanzen oder Erdkollektoren in der Anschaffung schon erheblich teurer als die Luft-Wasser Wärmepumpen. Die holen sich die benötigte Grundwärme aus der Außenluft. Für Anlagen mit Erdwärmesonden gibt es aktuell eine gute Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier ist eine Abwägung zwischen den Anschaffungskosten des Systems und den zukünftigen Heizkosten sinnvoll.

Oft wird außerdem die Frage gestellt, ob eine Solarstromanlage bzw. Photovoltaikanlage in Verbindung mit dem Betrieb einer Wärmepumpe Sinn macht. Hier ist es so, dass der Großteil des Solarstroms im Sommer erzeugt wird, wenn kaum geheizt wird. Dadurch ergänzen sich die Solarstromerzeugung und der Wärmepumpenbetrieb nur wenig.

Wärmepumpe mit Erdkollektoren

Wärmepumpe mit Erdsonde

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Grundwasser-Wärmepumpe

Warum ist eine Wohnungslüftungsanlage in Kombination mit einer Wärmepumpe empfehlenswert?

Herbert Kreke: „Beim Neubau ist der Bauträger dazu verpflichtet, eine bestimmte Luftdichtigkeit herzustellen. Wird die erfüllt, reicht der natürliche Luftwechsel bei geschlossenen Fenstern nicht aus, um genügend frische Luft für die Menschen und das Gebäude auszutauschen. Im ungünstigsten Fall kann es zu Schimmelbildung kommen. Für daraus entstehende Schäden müsste ein Bauherr selber aufkommen, denn sein Heizungsbauer wird sich das jeweilige abgestimmte Lüftungskonzept schriftlich von ihm bestätigen lassen. Deswegen macht eine kontrollierte Be- und Entlüftung auf jeden Fall Sinn. Kombiniert man dann die Lüftungsanlage mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Gerät, arbeiten alle Sparten optimal zusammen. Und die Investitionskosten und der Platzbedarf sind auch noch geringer."

Was sollte man nach dem Einbau einer Wärmepumpe beachten?

Herbert Kreke: „Es gibt leider Fälle, da haben Kunden bei der ersten Stromabrechnung für die Wärmepumpe eine unangenehme Überraschung erlebt. Wenn die Wärmepumpe nämlich nicht richtig eingestellt ist oder ein elektrischer Zusatzheizstab immer wieder mit heizt, können die Stromkosten erheblich steigen. Es ist sinnvoll, gerade beim Betriebsbeginn der Anlage, den Stromverbrauch im Blick zu behalten. Auch sollte eine jährliche Wartung der Anlage mit dem Heizungsbauer vereinbart werden."

Es gibt noch Fragen zu Heizsystemen und Förderprogrammen? Dann jetzt hier direkt einen Termin mit Herbert Kreke vereinbaren:

4 Kommentare

Mirko

22. März 2017 um 9:41

Schöne Zusammenfassung der verschiedenen Wärmepumpentypen. Ich baue gerade selbst ein Haus und bin noch unschlüssig welches System ich installieren soll. Können Sie mir verraten, wie hoch die Förderung des Ministeriums für Wirtschaft für die Anlagen mit Erdwärmesonden ist? Dies könnte definitiv bei der Entscheidungsfindung helfen.

Antworten

Lisa Hoff

22. März 2017 um 16:31

Hallo Mirko, am besten sprichst du mit deinem Heizungsbauer ab, welcher Wärmepumpentyp für dich infrage kommt. Hast du dich dann für einen Typen entschieden, findest du unter folgendem Link eine Förderübersicht des Bundesamtes für Wirtschaft und Abfuhrkontrolle speziell für Wärmepumpen: http://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/ee_waermepumpen_foerderuebersicht.pdf?__blob=publicationFile&v=4
Falls du konkrete Fragen hast, kannst du dich unter der Telefonnummer 06196 908-1625 auch direkt ans Bundesamt für Wirtschaft und Abfuhrkontrolle wenden.

Antworten

Dominik Pelle-Credo

9. März 2017 um 7:11

Ist es eigentlich sinnvoll einen 2.ten Strom Zähler einbauen zu lassen um Vergünstigungen beim Strom für die Wärmepumpe zu bekommen? Wärmepumpen Tarif…… Oder was können Sie mir da raten?

Antworten

Lisa Hoff

9. März 2017 um 17:33

Hallo Dominik, falls du eine Wärmepumpe zum Heizen nutzt, kannst du einen Wärmepumpentarif abschließen. Infos zu unserem Wärmepumpentarif gibt es hier. In der Regel wird vom Installateur dann auch direkt ein zweiter Zähler beantragt. Wird die Wärmepumpe ausschließlich für Warmwasser genutzt, gilt das nicht. Falls es weitere Fragen gibt, kannst du gerne über den grünen Button am Ende des Artikels einen Termin mit unserem Fachmann Herbert Kreke vereinbaren.

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Andre Wendland

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21.02.2017

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