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18.01.2021
Der Strommix: Welcher Strom kommt aus meiner Steckdose?
Lesedauer des Artikels: 0 Minuten
18.01.2021
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Ihr seid Stadtwerke-Privatkunde und bekommt automatisch Strom aus regenerativer Energieerzeugung* von uns? Da fragt man sich doch: Kommt jetzt auf einmal ein anderer Strom aus meiner Steckdose? Ist er jetzt plötzlich grün und riecht wie euer Lieblings-Bio-Obststand auf dem Markt? Das wäre wirklich schön, aber das schaffen wir leider noch nicht 🙂 Mit dem Strom läuft das nämlich so:
Egal, ob ihr Strom aus regenerativer Energieerzeugung oder „normalen“ Strom bekommt, es kommt immer ein Strommix aus eurer Steckdose. Das geht nicht anders, da sich die Physik hier nicht aushebeln lässt. Denn man kann nicht für jede „Stromart“ eine neue Leitung in eure Wohnung oder euer Haus legen. So lange also auch „konservative“ Erzeugungsanlagen wie Kohlekraftwerke am Netz sind, wird in der Regel auch ein Anteil dieses Stroms aus eurer Steckdose kommen.
Dann macht es doch keinen Unterschied, ob ihr Strom aus regenerativer Energieerzeugung „kauft“ oder nicht? Doch!
Denn durch die höhere Nachfrage entsteht auf dem Strommarkt ein höherer Anreiz für die Anlagenbetreiber. Sie merken, dass es sich lohnt, neue Anlagen zu bauen. So nimmt der Anteil an regenerativ erzeugtem Strom aus z.B. Windkraft oder Photovoltaik am gesamten Strommix stetig zu. Konventionelle Kraftwerke werden dann immer weniger gebraucht und können nach und nach vom Netz genommen werden. So lag etwa der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch im letzten Jahr schon bei 62 %!
Und woher wissen die Stadtwerke, dass der Strom, den sie verkaufen, wirklich aus regenerativer Energieerzeugung stammt?
Da funktioniert der Stromhandel ähnlich wie unsere Girokonten. Wenn wir Geld überweisen, werden ja auch keine Geldscheine von Bank zu Bank weitergereicht. In der Energiebranche gibt es dabei für den Handel mit regenerativ erzeugtem Strom das sogenannte Herkunftsnachweisregister (HKNR) beim Umweltbundesamt. Hier erhalten Betreiber von regenerativen Erzeugungsanlagen für jede nachweislich erzeugte Kilowattstunde einen Herkunftsnachweis.
Diese können wir als Energieversorger kaufen und entwerten, sodass sichergestellt ist, dass jede Kilowattstunde nur einmal erzeugt und auch nur einmal verkauft wird. Den gekauften Strom können wir dann für unseren eigenen Strommix nutzen. Wie genau dieser Strommix aussieht, könnt ihr z.B. auf eurer Stromrechnung erkennen. Dort findet ihr immer eine Stromkennzeichnung, die euch zeigt, wie genau sich der Strom zusammensetzt. Diese bekommen wir als Energieversorger immer am Ende eines Jahres über das Vorjahr.
* Die Stadtwerke Osnabrück AG erwirbt bilanziell für den Verbrauch sog. Herkunftsnachweise von regenerativen Erzeugungsanlagen aus Europa (Quellen: Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse).
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