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In Zeiten steigender Energiepreise gewinnt das Energiesparen zunehmend an Bedeutung, ist für viele sogar existenziell. Hier kann man einerseits mit dem eigenen Verhalten, aber auch der richtigen Gerätewahl viel bewirken. 

Seit dem 1. März 2021 gilt das neue EU-Energielabel - neben der Anpassung der Energieeffizienzklassen liefert euch das Label jetzt auch deutlich mehr Infos zu den Geräteeigenschaften. Für uns Verbraucher ist das sehr hilfreich, denn so können wir die Geräte vor dem Kauf einfacher miteinander vergleichen. Um euch einen Überblick zu den Energielabels zu geben, habe ich unserer Energieberaterin Ute Schmidt einige Fragen dazu gestellt. 

Wozu gibt es die Energielabels?

Ute Schmidt: „In der EU werden sogenannte „energieverbrauchsrelevante“ Produkte mit einem Energielabel ausgezeichnet. Dazu zählen z.B. Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger, Lampen, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Elektrobacköfen, Geschirrspüler und Fernseher. Ziel ist, dass es Käufern leichter gemacht wird, den Stromverbrauch von Produkten zu vergleichen. Wenn Verbraucher die Energieeffizienz dann mehr in ihre Kaufentscheidung einbeziehen, sind auch die Hersteller eher bereit ihre Produkte entsprechend weiterzuentwickeln."

 

Warum wurden die Energieeffizienzklassen angepasst?

Ute Schmidt: Bis Februar 2021 lagen viele Geräte in der besten Klasse A+++. Hier war also keine Steigerung mehr möglich. Die Energieeffizienzklassen konnten den Verbrauchern keinen richtigen Mehrwert mehr bieten, da nur schwer einschätzbar war, welche Geräte anderen tatsächlich vorzuziehen waren. Die Umstellung sollte neben einer besseren Vergleichbarkeit der Geräte auch die Anforderung an die Hersteller erhöhen, weiter an der Sparsamkeit der Geräte zu arbeiten. 

Wie sind die Energieeffizienzklassen jetzt aufgebaut?

Ute Schmidt: Seit März 2021 reicht die Klassen-Skala von A-G und ist für alle Gerätetypen gleich. Dabei, und das ist für die weitere Entwicklung der Energieeffizienz sehr wichtig, wird die Klasse A erstmal nur selten erreicht. Damit fällt dann auch der Geräte-Vergleich leichter. Außerdem richten sich die Prüfprogramme mehr nach dem Nutzungsverhalten der Verbraucher.  

Energieeffizienzklassen

Beispiel: Das neue Energielabel für eine Waschmaschine. Bildquelle: Von European Commission - [1], Gemeinfrei

Ein Beispiel: Bei dem neuen Label wird im Testprogramm für Geschirrspüler die Reinigungs- und Trockenwirkung für Tassen, Töpfe und Kunststoffutensilien bewertet, da dies aus Verbrauchersicht die wichtigsten Anforderungen an das Produkt sind. 

Übrigens zählt darüber hinaus ein QR-Code zu den wesentlichen Neuerungen auf dem Energielabel. Wird dieser mit dem Smartphone gescannt, gelangt man zur EU-Produktdatenbank, auf der weitere Informationen zu dem Gerät abgerufen werden können. 

Gibt es Gerätekategorien, bei welchen sich ein Vergleich des Energieverbrauchs besonders lohnt? 

Ute Schmidt: Bei Kühl- und Gefriergeräten macht ein Vergleich besonders viel Sinn, denn diese Geräte sind in der Regel durchgehend am Netz und haben oft eine Nutzungsdauer von mehr als 15 Jahren. 

Der Verbrauch der bereits vorhandenen Geräte kann mit einem Strommessgerät überprüft werden. Übrigens: Unsere Energiekund:innen können sich bei uns kostenlos ein Strommessgerät ausleihen, hier findet ihr das Kontaktformular zum Strommessgeräte-Verleih.
Die energieeffizientesten Kühlgeräte liegen inzwischen wieder in den Effizienzklassen A und B und die besten Gefriergeräte in den Effizienzklassen C und D. Wenn ein vorhandenes Gerät im Vergleich zu einem Neuen einen wesentlich höheren Verbrauch hat, kann sich unter Umständen der Kauf eines neuen Geräts lohnen.  

Unsere Energieberaterin hat dazu ein Rechenbeispiel für euch: 

 

Annahme: Bei dem bisherigen Gefriergerät wurde ein Verbrauch von 1,3 kWh in 24 Stunden gemessen, was einem Verbrauch von 475 kWh im Jahr entspricht (1,3 kWh x 365 Tage). Das Energielabel auf einem neuen Gerät weist einen Verbrauch von beispielsweise 230 kWh pro Jahr aus. Somit verbraucht der alte Gefrierschrank 245 kWh mehr als das neue Gerät.  

245 kWh x 38,79 Cent* = 95,04 € 

Das alte Gerät verbraucht also etwa 95 € mehr Strom pro Jahr als ein Neues.  

Bei einem Kaufpreis von z.B. 500 € hat sich die Investition damit in weniger als 5,5 Jahren amortisiert. Sollte der Strompreis noch weiter steigen, ist dies unter Umständen sogar wesentlich schneller der Fall.    

*Verbrauchspreis in unserer Grundversorgung, Stand September 2022 

Nathalie

Blogger:in

Veröffentlicht am
09.03.2021

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