18.01.2021

Der Strommix: Welcher Strom kommt aus meiner Steckdose?

Lesedauer des Artikels: 1.87 Minuten

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Ihr wohnt in Osnabrück und bekommt jetzt automatisch grünen Regionalstrom von uns? Da fragt man sich doch: Kommt jetzt auf einmal ein anderer Strom aus meiner Steckdose? Ist er jetzt plötzlich grün und riecht nach Osnabrücker Leysieffer-Pralinen oder Rampendahl-Bier? Das wäre wirklich schön, aber das schaffen wir leider noch nicht 🙂 Mit dem Strom läuft das nämlich so:

Egal, ob ihr Regionalstrom, Ökostrom oder „normalen“ Strom bekommt, es kommt immer ein Strommix aus eurer Steckdose. Das geht nicht anders, da sich die Physik hier nicht aushebeln lässt. Denn man kann nicht für jede „Stromart“ eine neue Leitung in eure Wohnung oder euer Haus legen. So lange also auch „konservative“ Erzeugungsanlagen wie Kohlekraft- und Atomkraftwerke am Netz sind, wird in der Regel auch ein Anteil dieses Stroms aus eurer Steckdose kommen.

Dann macht es doch keinen Unterschied, ob ihr grünen Strom „kauft“ oder nicht? Doch!

Denn durch die höhere Nachfrage nach – etwa bei Regionalstrom – regional erzeugtem Ökostrom entsteht auf dem Strommarkt ein höherer Anreiz für die Anlagenbetreiber. Sie merken, dass es sich lohnt, neue Anlagen in der Region zu bauen. So nimmt der Anteil an regenerativ erzeugtem Strom aus z.B. Windkraft oder Photovoltaik am gesamten Strommix stetig zu. Konventionelle Kraftwerke werden dann immer weniger gebraucht und können nach und nach vom Netz genommen werden. So lag etwa der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch im letzten Jahr schon bei 46 % – und damit 4 % höher als noch 2019 (Quelle: Umweltbundesamt).

Und woher wissen die Stadtwerke, dass der Strom, den sie verkaufen, wirklich öko ist?

Da funktioniert der Stromhandel ähnlich wie unsere Girokonten. Wenn wir Geld überweisen, werden ja auch keine Geldscheine von Bank zu Bank weitergereicht. In der Energiebranche gibt es dabei für den Ökostrom-Handel das sogenannte Herkunftsnachweisregister (HKNR) bzw. Regionalnachweisregister (RNR) beim Umweltbundesamt. Hier erhalten Betreiber von regenerativen Erzeugungsanlagen für jede nachweislich „grün“ erzeugte Kilowattstunde einen Herkunfts- bzw. Regionalnachweis.

Diese können wir als Energieversorger kaufen und entwerten, sodass sichergestellt ist, dass jede Kilowattstunde nur einmal erzeugt und auch nur einmal verkauft wird. Den gekauften Strom können wir dann für unseren eigenen Strommix nutzen. Wie genau dieser Strommix aussieht, könnt ihr z.B. auf eurer Stromrechnung erkennen. Dort findet ihr immer eine Stromkennzeichnung, die euch zeigt, wie genau sich der Strom zusammensetzt. Diese bekommen wir als Energieversorger immer am Ende eines Jahres über das Vorjahr. Wie das genau funktioniert, lest ihr hier.

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