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Viel Ärger um spontane Strombesucher

Bei den Stadtwerken Osnabrück häufen sich Anrufe und Beschwerden aufgebrachter und irritierter Kunden. Im gesamten Stadtgebiet sind derzeit offenbar Stromverkäufer unterwegs, die unter teils skurrilen Vorwänden Kunden zum Abschluss eines Stromliefervertrages bei einem anderen Unternehmen bewegen wollen. Die Stadtwerke distanzieren sich ausdrücklich von diesen Praktiken, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Daniela Hülsmann aus Osnabrück-Pye gehen die Methoden dieser Stromverkäufer eindeutig zu weit: „Zwei Männer hatten an unserer Haustür geklingelt und uns erzählt, dass die Stromversorgung in Pye neu aufgeteilt worden wäre. Sie müssten unsere Stromunterlagen einsehen und ich solle doch bitte schön ein mir hingehaltenes Formular unterschreiben“, erzählt die Mutter dreier Kinder aufgebracht. „Die beiden Männer hatten mir nicht gesagt, dass sie von einer eigenständigen Firma kommen – ich dachte wirklich erst, die wären von den Stadtwerken und war völlig perplex“, sagt Daniela Hülsmann, die die beiden Männer erfolgreich abwimmelte.

Stadtwerke-Mitarbeiter können sich jederzeit ausweisen
„Das ist leider kein Einzelfall“, sagt Rolf Niekamp, Leiter Allgemeines Kundenmanagement bei den Stadtwerken. Bei Niekamp und seinen Kollegen häufen sich die Anrufe irritierter Kunden, die sich über die Methoden dieser Stromverkäufer beschweren. Die Männer gehen an der Haustür offenbar immer gleich vor, nur die angeblichen Hintergründe variieren: So soll es bei den Anwohnern offenbar Kabelbrände geben oder die Stromlieferung würde auf Ökostrom umgestellt. „Wir distanzieren uns ganz klar von diesen Praktiken“, sagt Niekamp weiter. „Wir verkaufen keine Energieverträge an der Haustür.“ Falls Stadtwerke-Mitarbeiter dennoch z.B. bei Störungsfällen, zur Ablesung oder bei Hausanschlussfragen an der Haustür klingeln, sollten sich die Kunden immer einen Ausweis zeigen lassen. Wer unsicher ist, kann sich jederzeit telefonisch bei den Stadtwerken rückversichern. „Wenn plötzlich ein Stromliefervertrag auf dem Tisch liegt, sollten die Kunden genauestens prüfen, um welches Versorgungsunternehmen es sich handelt und nicht sofort unterschreiben“, warnt Niekamp. Der Stadtwerke-Experte weist darauf hin, dass an der Haustür abgeschlossene Verträge innerhalb von zwei Wochen generell widerrufen werden können.

Polizei warnt: Vorsicht bei Haustürgeschäften
„Ich bin jedenfalls froh, dass sich nach diesem ungebetenen Besuch sofort bei den Stadtwerken nachgefragt habe“, sagt Daniela Hülsmann. „Ich habe nichts dagegen, wenn andere Unternehmen mir ihren Strom verkaufen wollen – ganz im Gegenteil, das finde ich sogar gut. Aber bitte nicht so!“ Auch die Polizei ist eingeschaltet. „Wir beobachten diese Vorgänge ganz genau und halten die Augen offen“, sagt Polizeisprecher Georg Linke. „Frau Hülsmann hat genau richtig gehandelt, indem sie sich bei den Stadtwerken rückversichert hat“, so Linke weiter. Generell gelte: Vorsicht bei Haustürgeschäften, betroffene Bürger könnten sich jederzeit auch bei der Polizei melden.

Ansprechpartner für die Redaktion:
Marco Hörmeyer, Tel.: 0541 344-203