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OB Pistorius: Energiewende nur mit Stadtwerken

Anlässlich des ersten Jahrestages der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius auf die Rolle der Stadtwerke bei der Umsetzung der Energiewende hingewiesen. Der notwendige Umbau des Energiesystems sei nur mit starken kommunalen Strukturen zu erreichen. Auf die Stadtwerke komme dabei eine wichtige Doppelrolle zu.

„Das Energiesystem von morgen müssen wir heute aufbauen – und zwar so, dass wir dezentrale Strukturen errichten, die zugleich die Versorgung mit erneuerbaren Energien ermöglichen“, betont Pistorius. Zum Gelingen der gesellschaftlich gewollten Energiewende seien deshalb vier Punkte erforderlich: Der Ausbau und die Integration dezentraler „grüner“ Energieerzeugung, der Aus- und Umbau der Übertragungs- und Verteilnetze, Investitionen in Speichertechnologien sowie Schritte zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz. „Und in all diesen vier Kategorien nehmen kommunale Stadtwerke wie die Stadtwerke Osnabrück eine bedeutende Vorreiterrolle ein“, so der Oberbürgermeister, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück.

1. Ausbau dezentrale „grüne“ Energieerzeugung
Beim Ausbau der dezentralen Energieerzeugung setzen die Stadtwerke Osnabrück auf einen breiten Mix an regenerativen Energieträgern und forcieren lokale wie überregionale Erzeugungsprojekte. Den bislang größten Beitrag zur lokalen Energiewende leisten die Mitte 2010 errichteten neuen Windkraftanlagen auf dem Piesberg. Parallel investieren die Stadtwerke in Fotovoltaik-, Biomasse- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Projekte. „Fast 50 Millionen Kilowattstunden grünen Strom erzeugen wir aktuell durch eigene Anlagen – Tendenz steigend“, sagt der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Manfred Hülsmann. „Unser Ziel ist klar definiert: Bis 2018 wollen wir alle Privatkunden mit selbst erzeugtem grünen Strom versorgen.“

2. Aus- und Umbau der Verteilnetze
Einen zweiten Schwerpunkt legen die Stadtwerke in den Ausbau des eigenen Verteilnetzes. „Die dezentralen Erzeuger und neue Energieanwendungen wie die digitalen Zähler müssen eingebunden werden. Auf unser Netz kommen deshalb neue Herausforderungen zu“, betont der Stadtwerke-Chef, der zugleich Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ist. Aus dem klassischen Verteilnetz – wenige zentrale Kraftwerke erzeugen Strom, der dann bis zur Steckdose weiterverteilt wird – werde das „smart grid“: eine Plattform für Erzeugung, Speicherung und Versorgung. „Wir haben ein neues Leitsystem eingeführt, investieren in neue Netztechnik und treiben Forschungsprojekte voran“, so Hülsmann. „Die Verteilnetze vor Ort müssen sich wandeln und ‚intelligent’ werden. Auch das leisten wir.“

3. Investitionen in Speichertechnologien
Die Speicherung von Strom stellt seit jeher eine große Herausforderung für das Energiesystem dar. „Hier kann das Zukunftsthema Elektromobilität einen entscheidenden Beitrag leisten“, ergänzt Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes. Elektrofahrzeuge können als „Strompuffer“ dienen – wiederum gesteuert über ein intelligentes Netz. „Wir sehen uns als Vorreiter in Sachen Elektromobilität und investieren in den Ausbau unserer eigenen E-Flotte wie auch innerhalb des Stadtwerke-Verbundes ladenetz.de in den Ausbau der Ladeinfrastruktur“, so Dr. Rolfes. Eingebettet sei dieses Engagement in das Gesamtprojekt „Mobilität 2030“ mit dem Ziel, ein erneuerbares Mobilitätskonzept für den urbanen Raum zu entwickeln. Auch hier komme das regionale Know-how der Stadtwerke zum Tragen.

4. Steigerung der Energieeffizienz
Parallel treiben die Stadtwerke Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz voran. „Hier sehen wir uns ganz besonders in der Doppelrolle“, sagt Hülsmann. Zum einen seien die Stadtwerke Wegbereiter, indem sie selber in verschiedene Maßnahmen investieren. Zum anderen Wegbegleiter, indem sie mit ihrer Kompetenz die Menschen in der Region mitnehmen und beraten, welchen Beitrag sie selber zum Gelingen der Energiewende leisten können. „So bieten wir Contracting-Dienstleistungen oder natürlich auch umfassende Energieberatungen im Servicezentrum an“, ergänzt der Stadtwerke-Chef. Herausragende Beispiele eigener Stadtwerke-Maßnahmen seien das neue Bürogebäude in Passivhausbauweise und die verschiedenen Effizienz-Pilotprojekte in den drei Bäderstandorten. So gelte insbesondere das Nettebad bundesweit als „Energie-Vorreiter“.

KUK-Start bereits in 2008 – vor der Energiewende
Sämtliche Aktivitäten bündeln die Stadtwerke in ihrer grünen Initiative KUK (KompetenzUmweltKlima). „KUK haben wir bereits vor drei Jahren gestartet – also noch vor der von der Politik angestoßenen Energiewende“, betont Hülsmann. Die Stadtwerke haben sich ehrgeizige Umwelt- und Klimaziele gesetzt: So will das Unternehmen bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent, bis zum Jahr 2050 um bis zu 80 Prozent reduzieren (Basisjahr: 1990). Dafür werden die Stadtwerke in den kommenden Jahren insgesamt 180 Millionen Euro investieren. „Wir gehen Hand in Hand mit den Menschen hier bei uns vor Ort. Und genau deshalb gelingt die Umsetzung der Energiewende nur mit kommunalen Stadtwerken“, so Hülsmanns Fazit abschließend.