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Aus der Arbeitslosigkeit ans Steuer

Arzthelferin, Tischlerin, Friseurin – die Berufe, aus denen die sieben neuen Busfahrerinnen kommen, die ab sofort das Lenkrad bei den Stadtwerken Osnabrück in die Hand nehmen, sind vielfältig. Durch ein gemeinsames Projekt der Agentur für Arbeit, der ArbeitGemeinschaft Osnabrück (AGOS), der MaßArbeit kAöR sowie der Stadtwerke ist es gelungen, die Frauen aus zum Teil längerer Arbeitslosigkeit wieder in eine Beschäftigung zu führen - und für manch eine der neuen Kolleginnen erfüllte sich damit ein Lebenstraum. „Ich freue mich, dass wir mit den sieben neuen Kolleginnen unseren Frauenanteil im Fahrerbetrieb auf den Linien in Osnabrück fast verdoppeln“, hob André Kränzke, Leiter Verkehrsbetrieb, hervor. Bisher waren acht Frauen für die Stadtwerke als Fahrerinnen tätig.

Übergreifende Zusammenarbeit
Schon vor ihrem ersten Arbeitstag im Linienverkehr zeigten sich alle sieben Busfahrerinnen begeistert von der Offenheit und Hilfsbereitschaft der Kollegen im Verkehrsbetrieb. Birgit Rothenhagen berichtete von den ersten aufregenden Fahrten in der Stadt, wo besonders das Schalten zunächst eine große Umstellung bedeutet hätte: „Teilweise habe ich echt daran gezweifelt, dass ich das je lernen werde. Aber die Kollegen haben mir immer wieder Mut gemacht, dass am Anfang alles schwerer erscheint als es letztlich ist.“ Auch die Flexibilität, die der Verkehrsbetrieb in der Planung den sieben Frauen, allesamt junge Mütter, entgegengebracht habe, wurde gelobt. „Da sind wir dann auch gerne bereit, ebenso flexibel zu sein und unsere Kinderbetreuung auch mal am Wochenende zu organisieren“, sagte Birgit Rothenhagen. Auch Siegfried Averhage, Geschäftsführer der MaßArbeit, betonte diesen Aspekt der Zusammenarbeit: „Es genügt nicht, dass die Frauen und ihre Familien sich auf die geänderte berufliche Situation einstellen, es bedarf auch eines flexiblen Arbeitgebers, der sich mit dem Gedanken auseinandersetzt, dass ein kleines Kind auch mal spontan krank wird und seine Mutter braucht.“ Dies bestätigte auch die Mutter von vier kleinen Kindern, die bisher von angesprochenen Arbeitgebern nur Absagen erhalten hatte.

Vorbildliches Projekt
Heiko Peters, Leiter der Agentur für Arbeit in Osnabrück, machte deutlich, dass die mit den Stadtwerken gestaltete Maßnahme „optimal“ und wünschenswert sei, da sie die Teilnehmerinnen direkt in einen neuen festen Job geführt habe: „Wir würden uns freuen, weitere solcher Projekte durchführen zu können“, sagte Heiko Peters. Und Gisela Lünnemann von der AGOS ergänzte: „Man kann hier schon von einer Premiumaktion sprechen, denn es ist nicht der Regelfall, direkt im Betrieb zu qualifizieren und damit die Menschen vor Ort wieder in die Arbeit zu bringen.“ Die Stadtwerke hatten sich zu diesem besonderen Vorgehen entschlossen, da es immer schwieriger wird, Fachpersonal zu gewinnen. „Wir müssen neue Zielgruppen erschließen, nur so kann es uns gelingen, das von unseren Fahrgästen gewohnte Serviceniveau zu halten“, erläuterte André Kränzke. Von Anfang an hätten die Stadtwerke mit offenen Karten gespielt und angekündigt, dass nach Übernahme in das Arbeitsverhältnis auch Wochenendarbeit zu leisten sei. Daraufhin hätte sich die Zahl der Interessentinnen zwar minimiert, die sieben verbliebenen Frauen hätten sich jedoch über die Maße engagiert und dann auch allesamt die Prüfung bravourös im ersten Anlauf geschafft. „Es hat Spaß gemacht, mit Ihnen zusammenzuarbeiten!“, fasste Manfred Zimmermann, Leiter der Stadtwerke-Fahrschule, zusammen.

Ansprechpartnerin für die Redaktion:
Katja Diehl, Pressesprecherin Verkehr, Telefon: 0541 344 763