Direkt zum Seiteninhalt springen
Damit Sie unsere Webseite optimal nutzen können, verwenden wir Cookies.
Mit dem Besuch unserer Seite geben Sie uns Ihr Einverständnis, Cookies auf Ihrem Computer zu speichern. MEHR ERFAHREN

"Bergfest" in der ehemaligen Winkelhausenkaserne

Gerade mal ein gutes Jahr liegt der Beginn der Abrissarbeiten auf dem Gelände der Winkelhausenkaserne zurück. Im Juni 2010 hatten die Stadtwerke Osnabrück einen Großteil des Geländes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übernommen, kurz darauf starteten die Arbeiten. Jetzt feiern Stadt und Stadtwerke „Bergfest“ und ziehen eine positive Halbzeitbilanz zu den Rückbau- und Erschließungsarbeiten.

„Ich wage mal die Behauptung, dass es sich um die größte Rückbaumaßnahme in der Osnabrücker Nachkriegsgeschichte handelt“, sagte Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes bei einem Ortstermin auf dem Gelände, „vielleicht noch vergleichbar mit dem Rückbau des Klöckner-Stahlwerks“. 27,5 Hektar der insgesamt 31,5 Hektar großen Kasernenfläche hatten die Stadtwerke damals übernommen. Die jetzt präsentierten Zahlen und Fakten zeigen deutlich die Dimensionen der bisherigen Arbeiten.

Bauschutt wird größtenteils recycelt

Beim bereits erfolgten und noch anstehenden Abriss der verschiedenen Gebäude kommt eine sogenannte Rückbaumasse von rund 200.000 Tonnen zusammen. „Für den Abtransport bräuchte man theoretisch einige tausend Lkw-Ladungen“, erläuterte Ingo Hannemann, Technischer Leiter der Stadtwerke. „Das können wir aber deutlich reduzieren.“ Durch das Brechen vor Ort werden aus dieser Schuttmenge zum großen Teil wieder verwertbare, so genannte RCL-Materialien gewonnen. „Die können als Straßenunterbau oder zum Gelände-Auffüllen bei großen Hochbaumaßnahmen in Osnabrück genutzt werden“, so Hannemann. Dieses Recycling-Material müsse nicht große Strecken hin und her transportiert werden, sondern könne größtenteils in der Nähe wieder eingebaut werden.

Mehr als 13 Kilometer Kabel und Rohre bereits im Boden
In dem bereits abgeschlossenen Bauabschnitt 1 für den „Kaffee Partner“-Neubau sowie den südlichen Teil des zweiten und dritten Bauabschnitts haben die Stadtwerke im Anschluss an den Gebäude- und Oberflächenrückbau rund 7,5 Kilometer Strom- und Telekommunikationskabel, weitere 4,6 Kilometer Schutzrohre sowie 1,3 Kilometer Wasser- und Wärmeleitungen verlegt. „Im nördlichen Teil der im Februar gestarteten Bauabschnitte 2 und 3 kommen nochmals rund 4 Kilometer Kabel, Rohre und Leitungen dazu“, erläuterte Stadtwerke-Projektleiter und Rückbaukoordinator Marcel Haselof. Die noch laufenden Rückbauarbeiten in diesen Bauabschnitten für das neue Dienstleistungszentrum werden voraussichtlich im November abgeschlossen sein. „Dann werden wir auch den von uns intern getauften ‚Monte Winkelhausen’, einen fast 20.000 Tonnen schweren Hügel voller Recycling-Material, abgetragen haben“, so Haselof weiter.

Gesamte Erschließung in gerade mal 21 Monaten
Derzeit laufen im Auftrag der Stadt Osnabrück die Planungen für die neuen Planstraßen mitsamt Entwässerung und Straßenbeleuchtung in den Bauabschnitten 2 und 3. „Wenn wir einen ‚normalen’ Winter haben, haben wir diesen letzten Bereich im kommenden Frühjahr vollständig erschlossen“, sagte Technik-Chef Hannemann voraus. Seit der Übernahme des Geländes von der BImA bis zum Abschluss der Erschließung und Übergabe an die Stadt Osnabrück wären dann gerade einmal 21 Monate vergangen. „Ein Vorzeige-Projekt“, lobte auch Stadtbaurat Wolfgang Griesert. Er wies insbesondere auf die Bedeutung des Grünzugs hin, der sich als eine Art grünes Band durch das ehemalige Kasernenareal ziehen wird. „Mit dieser Naherholungsachse zwischen Nette und Honeburger Weg werten wir den gesamten Bereich noch mehr auf. Davon profitieren Ausflügler wie auch die Beschäftigten der ansässigen Firmen und Behörden“, sagte der Stadtbaurat. Die Arbeiten für den Grünzug werden in Kürze beginnen und bis Mitte des kommenden Jahres andauern. Zu guter Letzt sprachen Griesert und Stadtwerke-Vorstand Dr. Rolfes allen Beteiligten ihren Dank aus. „Eine großartige Zusammenarbeit mit Vorbild-Charakter.“