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Auf zwei Schienenwegen in den Hafen Osnabrück

Ab 2015 fahren Ganzzüge von Westen über Eversburg ins Hafengebiet

Mit der Hafenbahn über Eversburg und den Zechenbahnhof ins Hafengebiet: Der 710 Meter lange „Piesberger Lückenschluss“ macht diese Zugfahrt nach einer knapp 70 Jahre langen Zwangspause wieder möglich. Ab 2015 sollen die ersten Ganzzüge über die wieder hergerichtete Trasse ins Hafengebiet fahren. Der Hafen ist dann wieder auf zwei Schienenwegen erreichbar.

Im Frühjahr 2012 hatten die Stadtwerke den Anstoß für das wirtschaftlich bedeutende Infrastrukturprojekt gegeben. „Bislang konnten und können die Züge unseren Hafen nur von Osten über das Nadelöhr Hasetor anfahren“, erläuterte Stadtwerke-Hafenvorstand Dr. Stephan Rolfes bei der „Jungfernfahrt“ über die neue Gleisstrecke die Hintergründe der Maßnahme. „Aufgrund der positiven Entwicklung des Bahnumschlags nicht zuletzt durch unsere KLV-Anlage für den kombinierten Ladungsverkehr brauchten wir aber eine zweite Hafenanbindung.“ Durch den Lückenschluss werde der Hafen auf direktem Schienenwege an die bestehenden Gleisanlagen am Piesberger Zechenbahnhof angebunden und somit weiter über Eversburg an die Bahnstrecke Hannover-Amsterdam „angekoppelt“. „Die bisherige Sackgassen-Situation in Pye hat somit ein Ende“, betonte Dr. Rolfes.

Drei-Stufen-Plan bis 2015
Ende 2012 konnte der gut 1,4 Millionen teure Gleisbau abgeschlossen werden. Die Trasse ist identisch mit der Strecke, die es bereits bis 1946 gegeben hatte, dann aber zurückgebaut wurde. „Trotz des Lückenschlusses ist der gesamte Schienenweg vom Hafen über Eversburg ins DB-Netz aber noch nicht befahrbar“, machte Jürgen Werner deutlich, Eisenbahnbetriebsleiter bei der für den Hafenbetrieb zuständigen Stadtwerke-Tochtergesellschaft EHB (Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft Region Osnabrück). Der Lückenschluss sei der erste Schritt der dreistufigen Streckenertüchtigung für die West-Anbindung des Hafens, als zweiter Schritt folge die Sanierung der Gleisanlagen im Zechenbahnhof. Die Erneuerung sei notwendig, damit die bis zu 700 Meter langen Ganzzüge den Zechenbahnhof künftig passieren können. „Für die Betriebssicherheit in diesem Bereich ist die Firma CEMEX als Betreiber des Steinbruchs verantwortlich“, erläuterte Werner. Derzeit laufen Gespräche über den Fortgang der Sanierung sowie alle notwendigen vertraglichen Nutzungsregelungen. Laut EHB-Betriebsleiter Werner sollen die kompletten Sanierungsarbeiten im Zechenbahnhof dann im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Bis zu 20 Ganzzüge pro Woche

„Als dritten und finalen Schritt müssen wir dann die restliche Strecke vom Zechenbahnhof bis zum Übergang ins Netz der Deutschen Bahn ‚fit‘ machen“, sagte der EHB-Projektleiter. Unter anderem werde der Bahnübergang an der Klöcknerstraße mit einer neuen Sicherungsanlage ausgestattet. „Alle noch notwendigen Arbeiten sind sehr aufwendig, so dass wir mit höchster Sorgfalt vorgehen“, sagte Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes. Geplant sei, dass 2015 die ersten Ganzzüge den neuen Weg über Eversburg und Zechenbahnhof zur dann erweiterten KLV-Anlage auf der Fläche der ehemaligen Winkelhausenkaserne nehmen. „Dank der neuen West-Anbindung können wir bei dann bis zu zwanzig Zügen pro Woche die KLV-Anlage auch künftig termingerecht bedienen“, so Dr. Rolfes weiter.

„Not-Ausfahrt“ für NordWestBahn

Für den Stadtwerke-Vorstand hat die neue West-Anbindung des Hafens weitere positive Effekte. So könne die im Hafen beheimatete NordWestBahn die neue Gleisstrecke als „Not-Ausfahrt“ nutzen, wenn es im Nadelöhr Hasetor zu Störungen kommen sollte. „Ansonsten würde die NordWestBahn regelrecht festsitzen“, so Dr. Rolfes. Die Verantwortlichen der Stadtwerke und der EHB sind zudem auch in Gesprächen mit den Anliegern wie den Osnabrücker Dampflokfreunden über die weitere Nutzung einiger Gleise im Zechenbahnhof für Veranstaltungen wie z.B. dem Dampflokfest. „Die zweite Gleisanbindung des Hafens bietet jedenfalls großartige Chancen und Möglichkeiten“, so Dr. Rolfes abschließend.

Freuen sich über den fertigen „Piesberger Lückenschluss“ und die künftige Gleisnutzung: (V.l.) EHB-Geschäftsführer Werner Tegeler, EHB-Eisenbahnbetriebsleiter Jürgen Werner, Albert Merseburger (Osnabrücker Dampflokfreunde) und Stadtwerke-Vorstand Dr. Stephan Rolfes.