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1.000 Fotovoltaikanlagen im Stadtgebiet am Netz

Osnabrücker Sonnenstrom für umgerechnet 3.800 Haushalte

Osnabrück feiert ein ganz besonderes Jubiläum: Mit der kürzlich erfolgten Inbetriebnahme der Fotovoltaikanlage auf dem Dach des neuen DHL-Gebäudes im Hasepark ist die Gesamtzahl der Solaranlagen im Stadtgebiet auf mittlerweile mehr als 1.000 gestiegen. Rein rechnerisch können so rund 3.800 Haushalte mit Sonnenstrom von Osnabrücker Dächern versorgt werden.

„Auf dieses Jubiläum können wir schon ein wenig stolz sein“, sagte Stadtbaurat Frank Otte beim Ortstermin am DHL-Gebäude. „Schließlich sind wir nicht zuletzt durch unser bereits in 2008 gestartetes Projekt ‚Sun Area‘ Vorreiter bei der Nutzung von Sonnenenergie.“ Zehntausende Osnabrücker hätten sich seitdem im Internet anzeigen lassen, ob sich ihre Dachfläche für den Bau einer Solaranlage eignet. Viele private und auch gewerbliche Hausbesitzer hätten sich anschließend für die Installation einer Fotovoltaikanlage entschieden. „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zudem ein zentraler Baustein in unserem Masterplan 100% Klimaschutz“, betonte Otte weiter. Mehr als 13,3 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom können jährlich von den 1.000 Fotovoltaikanlagen erzeugt werden. Die CO2-Einsparung beträgt knapp 9.500 Tonnen im Jahr.

Entwicklung in Osnabrück

Der Stadtbaurat verwies dabei auf die bisherige Entwicklung beim Ausbau der Sonnenstromnutzung in Osnabrück. 1993 hatten die Stadtwerke die erste Fotovoltaikanlage im Osnabrücker Stadtteil Lüstringen an ihr Stromverteilnetz angeschlossen. „Damals galten die Solarfreunde noch als Pioniere“, sagte Otte. Begünstigt durch das ‚Sun Area‘-Projekt und den Anstieg der EEG-Vergütungssätze sei die Anlagenzahl rasant angestiegen. Im Jahr 2010 ging die 500. Fotovoltaikanlage ans Netz, bereits vier Jahre später folgte Anlage Nummer 1.000. Mit einer Leistung von 92 kWp (Kilowatt peak) gehört die Jubiläumsanlage auf dem Dach des neuen DHL-Gebäudes im Hasepark zu den größeren Sonnenstromerzeugern in Osnabrück. „Gemäß unserer ökologischen Bauleitkriterien hatte der Investor die Wahl, das Dach zu begrünen oder mit einer Solaranlage zu versehen“, erläuterte Otte. „Wir freuen uns, dass sich die Dr. Helmut Greve Bau- und Boden AG als Bauherr des Gebäudes für die Sonnenstromerzeugung entschieden hat.“

Herausforderungen der Zukunft

„Die rasante Zunahme an Fotovoltaikanlagen stellt unser Stromnetz allerdings auch vor technische Herausforderungen“, sagte der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Manfred Hülsmann. Zwar könne das Netz der Stadtwerke die gestiegene Sonnenstrommenge derzeit noch ohne größere Probleme aufnehmen. „Das ganze Stromversorgungssystem und dessen Betrieb müssen aber auf die schwankende Einspeisung ausgelegt sein.“ Bei maximaler Sonneneinstrahlung könnten rein rechnerisch 3.800 Haushalte versorgt werden. „Bei Dunkelheit dagegen kein einziger Haushalt“, betonte der Stadtwerke-Chef. Für diese Schwankungen müsse Regelleistung bereit stehen, zudem müssten intelligente Netzmodelle weiter erforscht und entwickelt werden. „So wie wir das bereits in unserem ‚Smart Grid‘-Pilotprojekt im Stadtteil Wüste erproben“, ergänzte Hülsmann.

Otte und Hülsmann sprachen für den Bau neuer Solaranlagen die Möglichkeit der dezentralen Eigenversorgung an. Anstatt den erzeugten Sonnenstrom ausschließlich ins öffentliche Netz der Stadtwerke einzuspeisen, könne er auch selbst genutzt werden. „Dadurch können sich Anlagenbesitzer unabhängiger von der Strompreisentwicklung machen und müssten weniger Strom einkaufen“, erläuterte Hülsmann. Stadt und Stadtwerke werden den künftigen Beratungsschwerpunkt deshalb auf die individuellen Nutzungsvorteile neuer Solaranlagen sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich legen. „Dann bin ich davon überzeugt, dass der in 2014 aufgrund der reduzierten EEG-Vergütung leider deutlich abgeflaute Zuwachs an Fotovoltaikanlagen im Stadtgebiet wieder an Fahrt aufnimmt und wir schon in einigen Jahren die Marke von 2.000 Anlagen erreichen können“, so der Stadtbaurat. „Wenn wir die Ziele des Masterplans 100 % Klimaschutz erfüllen wollen, dann liegt noch eine große Aufgabe vor uns.“ Zur Zielerreichung seien bis 2050 noch erheblich mehr Anstrengungen erforderlich. Gegenüber dem heutigen Stand müsse die Solarstromleistung dann das 15-fache der heutigen Leistung erreichen.

(v.l.) Dirk Klöpper (Prokurist der Firma GOLDBECK), Detlef Gerdts (Fachbereichsleiter Umwelt und Klimaschutz) sowie der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Manfred Hülsmann und Stadtbaurat Frank Otte setzen sich für die Nutzung von Sonnenenergie in Osnabrück ein.

Fotovoltaikanlage in Osnabrück