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Erstmals nach sechs Jahren: Stadtwerke heben Strompreise in der Grundversorgung an

Tarife mit 100%-Preisgarantie bleiben unverändert

Die Stadtwerke Osnabrück reagieren auf den Anstieg der Beschaffungskosten am Energiemarkt sowie der Netzentgelte und passen ihre Strompreise für Kunden in der Grundversorgung an. Durchschnittlich steigen die Strompreise zum 1. Februar 2019 um 6,9 Prozent. Die Stadtwerke konnten die Strompreise in der Grundversorgung über sechs Jahre stabil halten.

„Wie fast alle anderen Stromversorger sind auch wir gezwungen, die Mehrkosten an unsere Kunden weiterzugeben“, erklärt Dr. Klaus Siedhoff, Leiter Vertrieb und Beschaffung Energie und Wasser bei den Stadtwerken Osnabrück. Der Strompreis für die Kunden in der Grundversorgung steigt zum 1. Februar 2019 um 1,96 Cent pro Kilowattstunde (kWh) brutto. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 kWh zahlt dann 5,73 Euro brutto pro Monat mehr. Auf einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh kommen Mehrkosten von 2,45 Euro brutto pro Monat zu.

Stetig steigende Beschaffungskosten

„Ein zentraler Preistreiber sind insbesondere die steigenden Beschaffungskosten an den Energiemärkten“, erläutert Dr. Siedhoff weiter.

„In den vergangenen zwei Jahren haben sich diese um mehr als 50 Prozent erhöht und befinden sich aktuell auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren.“

Auch die Steigerung der Netzentgelte hat Auswirkungen auf den Strompreis: „Sinkende Verbräuche bei steigenden Kosten für Tiefbau und Netzbau sowie -instandhaltung heben nach Aussage der Netzbetreiber den Preis“, so der Energiefachmann. Zudem müssten die Stromverteilnetze aufgerüstet und fit gemacht werden für die neuen Anforderungen der Energiewende.

Staatliche Umlagen bestimmen mehr als 50% des Preises

Die dritte zentrale Kostenkompetente, die staatlichen Umlagen, befinden sich trotz sinkender EEG-Umlage weiterhin insgesamt auf einem hohen Niveau. Zusammen mit den Umlagen bestimmen Steuern und Abgaben mehr als 50 Prozent des Strompreises. Da zusätzlich auch die Netzentgelte staatlich reguliert sind, bleibe nur wenig Spielraum und Einflussmöglichkeit für die Energielieferanten.

„Auch deshalb sind die Preisunterschiede zwischen den Versorgern in den vergangenen Jahren stark geschrumpft“, erläutert der Stadtwerke-Energiechef.

„Einmalige Rabatte klingen im ersten Moment verlockend. Der spätere, reguläre Preis ist bei vielen Anbietern im Nachgang jedoch höher als bei den Stadtwerken.“

Fixpreisangebote als Alternative

Neben dem Tarif der Grundversorgung bieten die Stadtwerke seit Jahren bewährte Festpreis-Alternativen an. Kunden mit diesen Tarifen sichern sich damit bis zu 24 Monate gegen weitere Preiserhöhungen ab und das bei Konditionen, die in der Regel unter der Grundversorgung liegen. So sind Kunden, die bereits einen Vertrag mit ausgesprochener Preisgarantie haben, auch nicht von der aktuellen Preiserhöhung betroffen. „Mittlerweile haben sich die meisten unserer Stromkunden für solche Festpreistarife entschieden“, so Dr. Siedhoff.

Hintergrund
Grundversorger ist per Gesetz der Strom- und Gasanbieter, der im jeweiligen Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt. Im Stadtgebiet Osnabrück sind das die Stadtwerke Osnabrück. Grundversorgung bezeichnet den Strom- und Gastarif, in den Kunden automatisch eingestuft werden, sofern diese sich nicht aktiv für einen anderen Tarif entscheiden. Verbraucherschutzorganisationen empfehlen daher regelmäßig, beim bestehenden Lieferanten zu prüfen, ob dieser nicht auch preisgünstigere Sondertarife anbietet.

Die Stadtwerke Osnabrück passen erstmals nach sechs Jahren ihre Strompreise für Kunden in der Grundversorgung an.