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Wärme aus Bäder-Abwasser weltmeisterlich effizient nutzen

Stadtwerke-Infoveranstaltung zur Pilotanlage im Moskaubad

Die Wärmerückgewinnung bietet in energieintensiven Branchen und Unternehmen enorm hohe Energieeinsparpotentiale. Die Stadtwerke Osnabrück haben diese Potentiale frühzeitig erkannt und vor fünf Jahren im Moskaubad ein bislang einzigartiges Projekt zum Einsatz einer hocheffizienten Wärmerückgewinnungstechnologie gestartet. Die jetzt ausgewerteten Ergebnisse sind Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auf einer Effizienztagung vorgestellt worden.

„Energieeffizienz ist natürlich ‚unser‘ ureigenes Thema“, erläuterte der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Manfred Hülsmann in seiner Begrüßung. „Sei es in der Entwässerung oder im Bäderbetrieb – unser Ansporn ist es, gemeinsam mit Partnern innovative Effizienzlösungen zu finden und zu implementieren.“ Die Pilotanlage im Moskaubad sei dafür ein Vorzeigeobjekt und gilt nach Auswertung der bisherigen Daten und Ergebnisse als eine der leistungsfähigsten Wärmerückgewinnungsanlagen weltweit. Entwickelt wurde die Anlage vom Lingener Unternehmen Jaske & Wolf Verfahrenstechnik, wissenschaftlich begleitet durch das Kompetenzzentrum Energie der Hochschule Osnabrück. „Das ist für mich ein gelebtes ‚Effizienz-Netzwerk‘ dreier Partner zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele“, betonte Hülsmann weiter.

100 Prozent Wärmerückgewinnung

Die bislang erreichten Leistungsdaten der Anlage sind nach Aussage des Wissenschaftlichen Leiters des Kompetenzzentrums Energie, Prof. Dr.-Ing. Matthias Reckzügel, beeindruckend und haben alle Erwartungen übertroffen.

„Mit 100 Prozent Wärmerückgewinnung bei mehr als 85 Prozent CO2-Einsparung im Dauerbetrieb sind die Klimaziele für 2050 im Bereich Wärmerückgewinnung bereits jetzt umsetzbar.“

Das Pilotprojekt Moskaubad soll ab sofort gemeinschaftlich auf andere Bäderbetriebe und energieintensive Branchen ausgeweitet werden. „Den Stadtwerken und uns liegen bereits erste Anfragen aus Niedersachsen vor“, zeigt Wolfgang Jaske, Geschäftsführer der Fa. Jaske & Wolf, die weiteren Schritte auf. „Die Technologie ist nach unseren Erhebungen in einem überwiegenden Teil der deutschen Bäderlandschaft einsetzbar.“ Der Experte denkt dabei bereits einen Schritt weiter und an weitere mögliche Entwicklungsziele wie z.B. die intelligente Vernetzung solcher Anlagen oder die Überlegung, Schwimmbäder über hocheffiziente Wärmenutzung als Energiespeicher zur Stabilisierung des Stromsystems einzusetzen. „Auch in diesen Themenbereichen liegt noch eine Menge Potential“, betont Jaske.

Effizienzvorreiter Osnabrück

„Wir haben hier in Osnabrück, aber auch in ganz Niedersachsen Effizienzprojekte und -partnerschaften, die eine Vorreiterrolle einnehmen“, ergänzte Stadtwerke-Chef Hülsmann, der zugleich Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen/Bremen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ist. Ziel müsse es sein, diese Netzwerke auszubauen und auch eine geeignete Förderkulisse aufzubauen, um solche Effizienzperlen wie die Pilotanlage im Moskaubad zügig in anderen energieintensiven Branchen und Unternehmen einzusetzen. „Das Know-how ist vorhanden – jetzt gilt es, dieses Know-how zu nutzen.“

Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft informierten sich bei den Stadtwerken über die Wärmerückgewinnungstechnologie im Moskaubad.

Freuen sich über die Einführung eines neuartigen Konzeptes zur hocheffizienten Wärmerückgewinnung im Moskaubad: (v.l.) Jürgen August (Stadtwerke), Sebastian Senske, Dr. Peter Wolf, Wolfgang Jaske, Prof. Matthias Reckzügel (Kompetenzzentrum Energie), Uwe Fritsch, Eric Stühlmeyer (Stadtwerke).