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Sofi: Naturschauspiel ohne Nebenwirkungen

Partielle Sonnenfinsternis hat sich im Osnabrücker Stromnetz kaum ausgewirkt

Es war ein großartiges Naturschauspiel – und blieb ohne spürbare Nebenwirkungen für das Osnabrücker Stromnetz: Die Sonnenfinsternis hat am Freitagvormittag zwischen 9:30 Uhr und 12 Uhr nicht zu Beeinträchtigungen der Stromversorgung in Osnabrück geführt.

„Wir haben uns gründlich vorbereitet, und das hat sich am Ende dann auch ausgezahlt. Natürlich hatte das überwiegend trübe Wetter seinen Anteil daran“, sagt Heinz-Werner Hölscher, Geschäftsführer der Stadtwerke-Netzbetriebstochter SWO Netz GmbH. Unter anderem hatten die Stadtwerke Osnabrück und die SWO Netz GmbH die Netzleitstelle sowie die Bereitschaftsdienste personell verstärkt, um optimal vorbereitet zu sein und bei Bedarf flexibel reagieren zu können.

Auch anderorts wurde ein guter Job gemacht: „Es standen genügend Ersatzkapazitäten zur Verfügung, die den zeitweiligen weitgehenden Ausfall der Solarstrom-Einspeisung haben auffangen können“, erklärt Hölscher. „Denn obwohl von der Sonnenfinsternis in Osnabrück nicht viel zu sehen war, waren im Süden Deutschlands leichte Auswirkungen spürbar: Dort hat sich zum Höhepunkt der partiellen Sonnenfinsternis die Lichteinstrahlung um bis zu 50  Prozent im Durchschnitt reduziert“, erläutert der Geschäftsführer.

Abhängig vom „großen“ Stromnetz

Die Stromversorgung in Osnabrück war, wie in anderen Städten auch, von der Stabilität der vorgelagerten Hoch- und Höchstspannungsnetze, der sogenannten Strom-Autobahnen, während der Sonnenfinsternis abhängig. Die konnte gewährleistet werden, weil genügend Ersatz für den Sonnenstrom, zum Beispiel aus flexibel regelbaren Gaskraftwerken, bereitstand, während die Sonne verdunkelt war. Und die Strommenge, die im Falle eines sonnigen Wetters hätte kompensiert werden müssen, ist durchaus beachtlich: Die installierte Leistung aller Fotovoltaikanlagen in Deutschland beträgt mittlerweile 39.000 Megawatt – das entspricht der Leistung von knapp vierzig Großkraftwerken und etwa der halben Netzhöchstlast von 80.000 Megawatt.  Weil aber eben der Freitagmorgen in der Mitte Deutschlands von Nebel geprägt war, blieb das Naturspektakel ohne Nebenwirkungen für das Osnabrücker Verteilnetz – auch in weiten Teilen Deutschlands waren die Auswirkungen gering.

Sonnenfinsternis 2026

Übrigens: Obwohl die Stromversorgung in Zukunft zu einem nicht unerheblichen Teil über erneuerbare Energien laufen soll, rechnen die Stadtwerke Osnabrück nicht damit, dass die Herausforderungen durch eine Sonnenfinsternis größer werden. Ganz im Gegenteil: Wenn das Netz „intelligenter“ werde und Stromspeicher immer weiterentwickelt würden, wird es eher einfacher in Zukunft. „Dies ist zum Beispiel auch ein Grund, warum das „smart grid“ - Projekt im Stadtteil Wüste so wichtig für uns ist“, betont Hölscher. Dort gehen die Stadtwerke der Frage nach, wie sich Verbräuche und Einspeisungen besser synchronisieren  lassen und wie das Netz künftig besser und intelligent gesteuert werden kann.

Die Probe aufs Exempel bei den Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf ein „intelligentes Netz“ steht allerdings nicht so bald an: Die nächste Sonnenfinsternis mit ähnlicher Bedeckung wie diesmal ist erst wieder am 12. August 2026. 

Partielle Sonnenfinsternis hat sich im Osnabrücker Stromnetz kaum ausgewirkt