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Abschied von einem Wind-Pionier

Rückbau der kleinen Windkraftanlage auf dem Piesberg beginnt

Die Stadtwerke Osnabrück nehmen Abschied von einem wahren Wind-Pionier: In den kommenden Tagen beginnt auf dem Piesberg der Rückbau der verbliebenen kleinen Windkraftanlage vom Typ Enercon E-40. Wie vereinbart, weicht das kleine Windrad dem weiteren Gesteinsabbau der Firma CEMEX Kies & Splitt GmbH.

„Wir können mit ein wenig Wehmut, aber vor allem mit großem Stolz auf den langen und verlässlichen Betrieb der Anlage zurückblicken“, sagte der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls bei einem „Abschiedstermin“ auf der Piesberger Felsrippe. Jahrelang sei die Anlage vom Typ E-40 – gemeinsam mit seinen drei „Windkollegen“ – das Symbol für die Entwicklung des Piesbergs zur „grünen Energiezentrale“ Osnabrücks gewesen.

„Letztlich waren wir mit den vier Anlagen ein Vorreiter bei der Windkraftnutzung im Binnenland“, erläuterte Hüls. „Und haben so sehr frühzeitig ein neues Energie-Zeitalter in Osnabrück eingeläutet.“

Erstes getriebeloses Windrad

Karl-Heinz Meyer, Leiter Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken, skizzierte nochmal die Windhistorie auf dem Piesberg: Im Herbst 1990 hatten die Stadtwerke die erste Windkraftanlage in Betrieb genommen – damals noch vom Typ Enercon E-32. „Schnell war uns klar, dass der gut 110 Meter über Osnabrück liegende Piesberg ein überaus wind- und damit ertragreicher Binnenstandort ist“, so Meyer. Ab 1994 errichteten die Stadtwerke auf der Felsrippe deshalb drei weitere Enercon-Anlagen vom Typ E-40, der ersten getriebelosen Windkraftanlage. Im Jahr 2002 „durfte“ auch die E-32-Pionieranlage einer vierten neuartigen E-40-Anlage weichen. „Alle vier E-40-Anlagen lieferten grünen Windstrom für rein rechnerisch knapp 1.000 Haushalte“, erläuterte Meyer.

Repowering vervierfacht Stromertrag

2007 folgte die wegweisende Entscheidung, die mittlerweile betagten Piesberger Windräder leistungsstärker zu machen – oder neudeutsch: zu repowern. Innerhalb von neun Monaten wurden in einer logistischen Meisterleistung die drei älteren der vier E-40-Anlagen abgebaut und drei neue Enercon-Anlagen vom Typ E-82 errichtet. 2010 gingen die drei „Wind-Riesen“ als eines der ersten Repoweringprojekte Niedersachsens ans Netz. Der Stromertrag konnte vervierfacht werden, rund 4.000 Haushalte können seitdem rein rechnerisch mit Piesberger Windstrom versorgt werden. Als kleiner „Windnachbar“ weiter mit dabei: die übriggebliebene E-40-Anlage auf der westlichen Seite der Felsrippe.

Kleines Windrad bereits verkauft

„Durch eine Vereinbarung mit der Stadt und der Firma CEMEX durften wir die Anlage so lange weiterbetreiben, bis die Genehmigung zum weiteren Gesteinsabbau vorliegt“, erläuterte Karl-Heinz Meyer.

„Wir wussten also, dass der Abschied naht und sind der Stadt und der Firma CEMEX sehr dankbar für das Entgegenkommen und den immer sehr guten partnerschaftlichen Austausch“, betonte Stadtwerke-Chef Christoph Hüls. Die kleine E-40-Anlage habe sehr gute Dienste geleistet. „Jetzt darf sie auch in Rente gehen.“ Die Anlage ist bereits verkauft und wird vom neuen Eigentümer in den kommenden Tagen zurückgebaut. „Wir werden in unseren Kanälen, der „hier“ und unserem Blog, über den Abschied berichten“, so Hüls abschließend.

Mehr Infos zum Windpark Piesberg gibt es auf www.swo.de/blog.

Nehmen Abschied vom kleinen Wind-Pionier auf dem Piesberg: (V.l.) Karl-Heinz Meyer (Leiter Stadtwerke-Energiedienstleistungen), Peter Graf von Spee (Geschäftsführer CEMEX Kies & Splitt GmbH) und Christoph Hüls (Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender).

Der "alte" Windpark Piesberg mit den 4 E-40-Anlagen.

Der (noch) aktuelle Windpark Piesberg mit der in Kürze demontierten E-40-Anlage (ganz links).