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Notaufnahme Klinikum: Stadtwerke installieren Bushaltestelle

Therapie bei Patienten mit Weglauftendenz

Im Flur des Notaufnahmezentrums haben die Stadtwerke Osnabrück eine Bushaltestelle samt Fahrplan und Ortsbild errichtet. Es ist die Haltestelle Neumarkt. Das Bild vom alten Neumarkt stammt aus den 70er und 80er Jahren. Mit der Gemeinschaftsaktion von Stadtwerken und Klinikum sollen die „Wegläufer“ in der Notaufnahme gehalten werden.

Die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Weglauf- und Hinlauftendenz ist für die Beschäftigten im Notaufnahmezentrum eine wachsende Herausforderung. Auch im Klinikum nimmt die Anzahl der Menschen mit demenziellen Erkrankungen zu. Vor allem zu Anfang, eben beim Erstkontakt in der Notaufnahme, versuchen viele Senioren, in die vertraute Umgebung ihrer Wohnung zurückzukehren. Dabei muss das Klinikum die rechtlichen Freiheitsrechte und die Fürsorgepflichten abwägen.

Dr. Mathias Denter, Ärztlicher Leiter des Notaufnahmezentrums des Klinikums Osnabrück, sagt: „Wir wollten eine Lösung, die so wenig freiheitseinschränkend und so viel Autonomie wie möglich gewährleistet. Dabei hat uns die Demenzforschung geholfen. Demenziell Erkrankte können im Langzeitgedächtnis gespeicherte Erinnerungen immer noch gut abrufen“. Deshalb sind lebensgeschichtliche „Anker“ für die Betreuung der betroffenen Senioren so wichtig. Die so oft besuchte Bushaltestelle mit Fahrplan und Bild ist solch ein Anker. Der alte Neumarkt ist vertraut und die Botschaft lautet: Hier kann man sich hinsetzen und auf den Bus warten. Es ist nicht nötig, wegzulaufen, denn der Bus kommt ja gleich.

Prof. Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Mobilität der Stadtwerke, sagt: „Als wir von dem Vorhaben durch den Förderverein des Klinikums hörten, haben wir spontan unsere Mitarbeit zugesagt. Der Busverkehr hat die Menschen jahrelang beruflich und privat geprägt.  So ist zwischen den Fahrgästen der Stadtwerke und den Einrichtungen der Stadtwerke wie Busse, Straßenbahnen und Haltestellen eine enge auch emotionale Verbindung entstanden. Und diesen lebensgeschichtlichen Hintergrund bei der Betreuung von Senioren einzusetzen, ist eine großartige Sache.“

Das Projekt wurde vermittelt durch den Förderverein des Klinikums: Thomas Acker, Vorsitzender der Fördervereins betont: „Manchmal kommt es gar nicht auf Geld an, sondern darauf, die richtigen Menschen für eine gute Sache zusammenzubringen.“

Prof. Dr. Stephan Rolfes, Vorstand Stadtwerke, Dr. Martin Eversmeyer Geschäftsführer Klinikum, Thomas Acker, Vorstand Förderverein, Dr. Mathias Denter, Ärztlicher Leiter Notaufnahme, Angelika Booker stv. Stationsleitung und Frans Blok, Geschäftsführer Klinikum freuen sich über die Bushaltestelle, die demenziell erkrankte Menschen zum Bleiben veranlassen soll.