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Premiere für Saugbagger und Flüssigboden

Stadtwerke Osnabrück wenden innovatives Verfahren an der Baustelle Möserstraße an

Enge Platzverhältnisse und eine hohe Kabeldichte: Das sind eigentlich keine optimalen Voraussetzungen, um eine Notfallbaustelle wie derzeit an der Möserstraße in der Innenstadt schnell abschließen zu können. Deshalb setzen die Stadtwerke für die Verfüllung der Baugrube, des defekten Schmutzwasserhausanschlusses vor dem Gebäude der Deutschen Post, erstmals ein innovatives Verfahren ein: den Flüssigboden.

„Diese Reparaturarbeiten sind ein Paradebeispiel für die Herausforderungen, die sich bei Bauarbeiten in der Innenstadt stellen: Die Kabel und Leitungen liegen dicht an dicht beieinander und wir haben kaum Platz – das macht den Einsatz von herkömmlichen Methoden, z.B. Bodenaushub mit dem Bagger, bei der Reparatur nahezu unmöglich“, so Klaus Bücker, Bauüberwacher bei den Stadtwerken Osnabrück. Zur Erklärung: Der defekte Schmutzwasserhausanschluss befindet sich in einer Tiefe von ca. 1,70 Metern und zwar in einem Bereich, in dem eine Vielzahl an verschiedenen Telekommunikations- und Versorgungsleitungen entlang laufen und sogar einander kreuzen. „Bei solch komplexen Baustellenverhältnissen müssen wir anders drangehen, um weitere Beschädigungen von Leitungen zu vermeiden und die Baustelle möglichst zügig beenden zu können. Deshalb haben wir uns für den Einsatz von Saugbagger und Flüssigboden entschieden“, erläuterte Daniela Fiege, Leiterin Entwässerungsnetze/-anlagen.

Moderne Bautechnik für schnelle Fortschritte

Der sogenannte Saugbagger erledigte im ersten Schritt den Aushub der Baugrube. „Im Grunde funktioniert ein Saugbagger wie ein großer Staubsauger, der den Boden aufsaugt und sammelt – das hat die Arbeiten enorm vorangebracht“, erklärte Bücker. Denn mit dem Saugbagger dauerte die Freilegung des Hausanschlusses nur wenige Stunden. In konventioneller Bauweise hätte dieses durch mühselige Handschachtung passieren müssen und hätte mindestens zwei bis drei Tage gedauert. Danach konnte unverzüglich mit der Reparatur der defekten Stelle begonnen werden. In einem zweiten Schritt kam zur Verfüllung der Baugrube der sogenannte selbstverdichtende Flüssigboden zum Einsatz. „Das ist eine echte Osnabrücker Baustellen-Premiere“, sagte Daniela Fiege. Flüssigboden ist ein moderner Baustoff, der dadurch entsteht, dass der vor Ort ausgehobene Boden mit natürlichen Zusätzen in einer Mischanlage verflüssigt und wieder in die Baugrube eingebracht wird. Die Vorteile des modernen Baustoffs: „Der Flüssigboden lässt sich leicht und schnell verarbeiten, umschließt Rohre und Leitungen ohne Lufteinschlüsse und muss nicht mehr verdichtet werden“, erklärte  Fiege. „Das hat die Arbeiten nicht nur erleichtert, sondern vor allem auch beschleunigt. Zwar sei das Verfahren etwas kostenintensiver, verkürze dafür aber im Gegensatz die Bauzeit. „Und gerade der Faktor Zeit hatte bei dieser Maßnahme an dieser verkehrsrelevanten Stelle höchste Priorität“, so Fiege weiter.

Möserstraße ab Mitte kommender Woche wieder frei

Die Möserstraße kann deshalb ab Mitte kommender Woche für den Verkehr wieder komplett freigegeben werden. Die bisher gültige Verkehrsregelung bleibt bis dahin aufgrund der andauernden Arbeiten noch bis Mitte kommender Woche bestehen. Dann sind auch die Restarbeiten wie die Herstellung des endgültigen Straßenbelags abgeschlossen. Der Individualverkehr wird weiterhin in beide Richtungen über Wittekindstraße, Berliner Platz, Goethering und Schlagvorderstraße umgeleitet. Der Busverkehr ist von der Sperrung nicht betroffen und kann in beide Richtungen an der Baustelle vorbei die Möserstraße befahren.

Saugbagger erleichtert und beschleunigt den Aushub der Baugrube

Versorgungs- und Telekommunikationsleitungen unter der Möserstraße dicht an dicht

Stadtwerker Klaus Bücker, Bauüberwachung (3.v.l.) und Daniela Fiege, Leiterin Entwässerungsnetze/-anlagen (4.v.l.) bei der Verfüllung der Baugrube mit Flüssigboden