Fragen und Antworten

Die neuen Gasumlagen

Die Bundesregierung hat die Einführung zweier neuer Gasumlagen beschlossen. Doch was steckt dahinter und welche Auswirkungen hat das auf den Gaspreis? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

FAQs zu den neuen Gasumlagen

Die Bundesregierung hat die Einführung von zwei neuen Umlagen beschlossen:

  • Die Gasbeschaffungsumlage nach § 26 EnSiG: Sie soll die Gasimporteure entlasten, die unter den geringeren russischen Gaslieferungen leiden.
  • Die Gasspeicherumlage nach § 35e EnWG: Diese soll die höheren Kosten ersetzen, die anfallen, um die Gasversorgung sicherzustellen, etwa durch den Einkauf von Flüssiggas.


Außerdem wird die Bilanzierungsumlage (wird benötigt, um einen Fehlbetrag aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie zu decken) erhöht. Diese werden ab dem 01.10.2022 erhoben.

Die Höhe der Umlagen wurden bis auf weiteres wie folgt angesetzt:

  • Die Gasbeschaffungsumlage nach § 26 EnSiG: 2,419 Cent/kWh (netto)
  • Die Gasspeicherumlage nach § 35e EnWG: 0,059 ct/kWh (netto) 
  • Die Bilanzierungsumlage: 0,57ct/kWh (Privathaushalte) bzw. 0,39 ct/kWh (große Gewerbe-/Industrieabnehmer), jeweils netto

Insgesamt liegt die Höhe der Umlagen bei 3,048 ct/kWh netto.


Die neue Gasumlage wird bereits ab dem 1. Oktober 2022 wirksam. Um die rechtlichen Ankündigungsfristen einzuhalten, geben wir diese jedoch erst zum 1. November 2022 an Sie weiter, wobei wir gleichzeitig die Kosten für den Monat Oktober nachholen. Daher zahlen Sie die Gasumlage für Oktober in den Monaten November und Dezember, weshalb der Umlagenbetrag in diesen Monaten höher ausfällt. 


Für die Berechnung der genauen Umlagenhöhe haben wir sogenannte Heizgradtagszahlen zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen, dass im Mittel über die Jahre der Monat Oktober wärmer und somit der Gasverbrauch geringer ist als in den Monaten November und Dezember. Dadurch fällt der vorgenannte Nachholungseffekt für den Monat Oktober geringer aus.





Die Höhe der Gasumlage wird zu Januar 2023 von dem Zusammenschluss der Gas-Netzbetreiber (Trading Hub Europa, THE) neu berechnet. Daher haben wir zum jetzigen Zeitpunkt leider noch keine genaueren Angaben zur Höhe der Umlagen ab Januar.

Die Bundesregierung verfolgt bei den neuen Umlagen das Solidarprinzip: Das heißt, jeder soll einen Beitrag leisten, egal, was für einen Gastarif er/sie abgeschlossen hat. Aktuell wird deswegen geprüft, wie die Umlagen auch in Festpreisverträgen rechtsicher weitergegeben werden können.

Voraussichtlich ist mit dieser rechtlichen Anpassung durch die Bundesregierung im September zu rechnen.

Verlässliche Prognosen zur weiteren Entwicklung am Energiemarkt sind momentan wegen der extremen Preissprünge nicht möglich – trotz unserer vorausschauenden Beschaffungsstrategie. Außerdem sind auch Netzentgelte, staatliche Umlagen und Steuern Bestandteile der Gas- und auch Strompreise. Diese wurden in den letzten Jahren immer nur in sehr geringem Maße angepasst. Dies wird sich nun stark ändern: insbesondere die neuen Gasumlagen können bei Bedarf mehrfach im Jahr angepasst werden. Deswegen ist es nicht ausgeschlossen, dass unsere Kund:innen zukünftig mehrfach im Jahr mit Gaspreisänderungen rechnen müssen.

Leider bleibt das einzige Mittel für jeden Einzelnen: Energiesparen. Wir haben dazu Tipps, Beratungs- und Hilfsangebote für Sie gebündelt.

Die Bundesregierung plant zum 1. Oktober 2022 eine Mehrwertsteuer-Senkung von 19 auf 7 Prozent auf den Gasverbrauch, wobei zum aktuellen Zeitpunkt noch letzte Beschlüsse ausstehen, damit die Senkung tatsächlich zum Tragen kommt. Sobald die Beschlüsse vorliegen, werden wir die Senkung natürlich entsprechend an unsere Kund:innen weitergeben. 

Die Bundesregierung prüft derzeit verschiedene Entlastungspakete für die Bürgerinnen und Bürger. Diskutiert werden u.a. eine Erhöhung des Wohngeldes, ein weiteres Energiegeld oder gar „Energiesparprämien“ sowie ein sog. „Gaspreisdeckel“. Ziel der Bundesregierung ist es, erste Entlastungspakete bereits in diesem Herbst zu schnüren.

Darüber hinaus hat das Land Niedersachsen bereits einen sog. Härtefall-Fonds für einkommensschwache Haushalte angekündigt. 

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