20.10.2020

Mit E-Auto & Ladenetz-Karte nach Kroatien – Teil 4 von 4

Lesedauer des Artikels: 2.45 Minuten

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Es geht heim: Von der Zugspitze nach Osnabrück

Die letzte Etappe der Reise sollte uns vom Eibsee bis nach Osnabrück führen. Die 768 km wollte ich in einem Tag bewältigen. Die angekündigte Hitze gab mir ein wenig zu denken, da ich noch nie so viele Schnellladungen am Stück machen musste -und das bei gut 38 Grad Celsius Außentemperatur.

Samstagsmorgens um 8 Uhr bei 18 Grad startete die Reise. Nach etwa zwei Stunden stand der erste Ladestopp an. Inzwischen waren es 25 Grad Celsius. Im Nu leuchteten drei Balken mehr an der Batterietemperaturanzeige auf, die sich aber immer noch im grünen Bereich befand. Auch der zweite und dritte Ladestopp funktionierten sehr gut. Nach jeweils 110 bis 125 km hatte ich mir diese Stopps vorgenommen und konnte auch jeweils eine Ladesäule des Ladenetzverbundes ladenetz.de in passender Entfernung finden.

Der fünfte Ladestopp war mitten in den Kasseler Bergen. Die Akkutemperatur war bereits vor dem Ladestopp kurz vor dem roten Bereich. Während des Ladens, das mit etwa 25 Kilowatt pro Stunde begann, sank die Ladegeschwindigkeit auf 12 kWh, was etwa 84 km Reichweitengewinn in der Stunde entspricht.

Insgesamt war ich sehr zufrieden mit der Fahrt, so dass wir nach rund 12 Stunden in Osnabrück ankamen.

Für meinen nächsten Elektroautokauf nehme ich mir aufgrund der verlangsamten Ladegeschwindigkeiten bei wiederholten Ladestopps vor, einen Wagen zu kaufen, der eine aktive Batteriekühlung hat, so dass vielfache Ladevorgänge möglich sind. Zum Beispiel hat der Renault Zoe so eine aktive Kühlung für den Sommer und eine Heizung für den Winter, die so ideale Ladebedingungen unabhängig von der Außentemperatur schaffen. Übrigens, der Effekt, der bei meinem Wagen aufgetreten ist, nennt sich "rapid gate Effekt".

DAS FAZIT

Hier noch einmal die Fakten der Reise in Kompaktform: 3.096 km haben wir innerhalb der drei Wochen zurückgelegt. Dieses macht bei einem Durchschnittsverbrauch von 13,4 Kilowattstunden eine Gesamtsumme von 415 Kilowattstunden . Kosten hatten wir für die gesamte Reise inklusive der freiwillig gezahlten Energiespenden an die Betreiber unserer Unterkünfte insgesamt nur 36 €. Dieser niedrige Wert liegt daran, dass wir in der Hauptsache an Ladepunkten des Ladenetzes geladen haben die momentan für Stadtwerkekunden noch kostenfrei sind. Hätten wir die Stromkosten regulär mit etwa 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlt, wären wir in Summe auf 124 € gekommen. Im Vergleich dazu hätten wir bei der Nutzung eines PKWs mit mit einem Verbrennermotor bei 7 l/100km 216 Liter Benzin verbraucht, was einem Energiewert von ca. 1.900 kWh und monetären 259 Euro entspricht.

Im Verhältnis zu unserem Stromverbrauch von 415 kWh hat unsere heimische Photovoltaikanlage in unserem Reisezeitraum 1.008 Kilowattstunden Strom erzeugt.

Im Verhältnis zu einem Verbrenner ist ein Elektroauto in den Betriebskosten extrem günstig , da es keinerlei Ölwechsel, Zahnriemen- oder Keilriemenwechsel benötigt. Ebenso wird durch die Rekupation enorm Bremsbelagmaterial gespart, so dass Bremsbelag- bzw Bremsscheibenwechsel erst (im Falle unseres Wagens) nach etwa 80 000 bis 100 000 km nötig sind.

Die Batteriealterung ist verhältnismäßig gering. Unser Vorgängerfahrzeug, ebenfalls ein Nissan, hatte nach 120.000 km Fahrleistung immer noch annähernd die Ursprungsreichweite des Auslieferungszustandes.

Als ebenso positiv empfinde ich die neu gelernte Art des Reisens, da ein Elektroauto nicht zum Rasen geeignet ist und man viel entlang des Weges entdecken kann.

Ich würde es wieder tun.

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Uwe Lewandowski

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20.10.2020

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