15.10.2020

Mit E-Auto & Ladenetz-Karte nach Kroatien – Teil 3 von 4

Lesedauer des Artikels: 3.78 Minuten

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Uwe Lewandowski und seine zwei Söhne wollen Urlaub machen. Nicht irgendwo sondern in Kroatien. Sie wollen auch nicht irgendwie dahinkommen, sondern der Weg ist das Ziel. Sie unternehmen die Reise mit dem eigenen Elektroauto - einem Nissan Leaf. Wie gut das klappt und was sie dabei erleben, das erzählen sie uns hier auf dem Stadtwerke-Blog.

***Anmerkung der Redaktion: Die Reise fand bereits im Juli statt - also bevor Kroatien bzw. Teile davon zu Corona-Risikogebiet erklärt wurde.***

 

Entspannt in den Badeurlaub

Heute geht es mit voll geladenen Akku in Villach los und der erste Ladestopp ist nach 90 km in Slowenien eingeplant. Wir verlassen jetzt erstmals den Verbundbereich von ladenetz.de. In Ljubjana ist an einem Supermarkt eine kostenlose Ladesäule und wir wollen uns dort schon einmal mit Lebensmitteln für den kommenden Badeurlaub versorgen.
Was mir positiv aufgefallen ist: Durch die kurzen Pausen zum Laden war ich zu keinem Zeitpunkt der Fahrt müde oder unkonzentriert.

Weiterreise nach Slowenien

Um 8 Uhr verlassen wir unsere Pension mit dem netten Gastgeber, der gleichzeitig auch unser "Stromspender" war.  Ein Wort ihm und seiner Familie: Er ist ein gebürtiger Garmisch-Patenkirchener, den es wegen des Surfens für einige Jahre nach Sylt verschlagen hat und der nun mit seiner Frau und den Kindern in Kärnten die Pension "Bergbude" betreibt.

Die Weiterreise in Slowenien gestaltet sich zumindest optisch als "E-Mobilität freundlich". An jeder Raststätte finden sich Hinweise zu Lade-Möglichkeiten. Das Laden an einem Supermarkt klappt wunderbar, außer, dass wir kurz den Unmut einiger Autofahrer auf uns gezogen haben, da wir so wie der Tesla Fahrer vor uns entgegen dem Verkehr parken mussten. Warum? Ganz einfach, um das standardisiert kurze Schnellladekabel zu erreichen. An seitlich zur Parkbucht aufgestellten Ladesäulen ist es immer ein wenig schwierig, zwei Fahrzeuge gleichzeitig zu laden. Insgesamt gesehen ist ein am Fahrzeug vorne angebrachter Ladenschluss von Vorteil- außer bei Tesla, da diese meist an den seitlich
aufgestellten Tesla-Chargern laden.

"You have to swipe the Screen" - alles klar!

Der zweite geplante Ladestopp wurde dann doch noch ein wenig spannend, da nicht (wie im Internet beschrieben) einfach eine Ladekarte an der entsprechenden Tankstelle gekauft werden konnte. Mit der Hilfe zwei netter Slowenen navigieren wir uns durch die slowenisch-sprachige Ladeapp, um dann an der Eingabe der Bezahlmethode zu scheitern.
Ein Anruf bei dem Ladesäulenbetreiber löste das Problem in wenigen Sekunden. "You have to swipe the screen"
Also einmal nach links wischen und schon erschien die Eingabeaufforderung für die Kreditkarten-Daten.

Eine sehr gute App, der Ladezustand des Fahrzeugs wurde inklusive dem Preis für das Laden angezeigt und der Ladevorgang ließ sich problemlos beenden. Und mit etwa 22 Cent pro kWh war es auch sehr günstig.  Jetzt ging es in den nächsten Stau zum kroatischen Grenzübergang . Die Reisedauer für die heutigen 250 km betrug 6 Stunden, wovon nur 40 Minuten der Elektromobilität (Laden) geschuldet waren. Über die wunderbare slowenische und kroatische Hügellandschaft fuhren wir mit den erlaubten 120 km/h.

Strom bei Übernachtung inklusive 🙂

Unser Ziel an diesem Tag war ein Campingplatz. Dort angekommen, erklärte mir die Rezeptionistin, dass das Laden meines Fahrzeugs an unserer Unterkunft kein Problem sei. Und, was noch viel besser ist: Der Strom ist inklusive!

Spannend wird es noch einmal auf der Weiterfahrt in das Stubaital , da wir in Italien über zwei Bergpässe fahren müssen und zumindest laut Wattfinder-App auf 100 km keine Ladesäule stehen wird.

Nachdem wir gut im Stubaital angekommen sind, machten wir dort noch einige schöne kleine Ausflüge auf denen wir an unterschiedlichen Typ 2-Ladesäulen unser Auto laden konnten, so dass wir immer genügend Reichweite hatten.

Eine Panne mit schneller Lösung

Bei einem dieser Ausflüge nach Sterzing gab es wohl einen Streit zwischen unserem Auto und der Ladesäule. Obwohl voll geladen, ließ sich der Wagen nach dem Ladevorgang nicht mehr starten, so dass wir die Heimfahrt mit dem Taxi ins Stubaital zurücklegten und unser Auto mit dem Abschleppwagen nach Innsbruck gebracht wurde. Die Reparatur war wohl sehr unkompliziert und dauerte nur einige Minuten, da es durch einen Systemreset erledigt war.

Mit etwas Spannung fuhren wir dann zu unserem nächsten Ziel an der Zugspitze, um dort eine weitere Woche Urlaub zu verbringen. Aber die Sorge war ohne Grund - das Auto lief weiter einwandfrei.

Die 90 km vom Stubaital zur Zugspitze starteten wir mit 70% Ladung und kamen mit 30% Restladung am Eibsee an. Der recht niedrige Verbrauch lag am relativ hohen Bergabanteil bzw. an dem gemütlichen Tempo auf der Landstraße von Seefeld nach Garmisch-Partenkirchen.

Noch eine Anmerkung: Laut ADAC-Pannenhelfer hätte sich das Problem wohl auch per Ferndiagnose lösen lassen, aber der in der Nacht angerufene Nissan-Pannenservice wollte sich nicht darauf einlassen. Als kleinen Vergleich hierzu: Tesla macht 70 % seiner Reparaturen per Fernwartung. Nichtsdestotrotz kann ich mich über meine Statistik nicht beschweren. Innerhalb von 4 Jahren ausschließlicher Elektromobilität und etwa 80 000 km Laufleistung war dies die erste "Reparatur" überhaupt an meinem Nissan Leaf.

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15.10.2020

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