12.10.2020

Mit E-Auto & Ladenetz-Karte nach Kroatien- Teil 2 von 4

Lesedauer des Artikels: 3.31 Minuten

3501


Uwe Lewandowski und seine zwei Söhne wollen Urlaub machen. Nicht irgendwo, sondern in Kroatien. Sie wollen auch nicht irgendwie dorthin reisen, sondern der Weg ist das Ziel. Sie unternehmen die Reise mit dem eigenen Elektroauto - ein Nissan Leaf. Wie gut das klappt und was sie dabei erleben, das erzählen sie uns hier auf dem Stadtwerke-Blog.

***Anmerkung der Redaktion: Die Reise fand bereits im Juli statt - also bevor Kroatien bzw. Teile davon zu Corona-Risikogebiet erklärt wurde.***

Die Reise mit unserem E-Auto beginnt

Wir starten in Osnabrück und haben unsere erste Ladepause nach 140 km. In 20 Minuten haben wir den Akku auf stolze 80 % geladen. Das schnelle Laden geht per Schnellladesäule mit einem sogenannten CHAdeMo-Anschluss.

CHAdeMO-Schnelllader

Dieser ermöglicht Laden mit Gleichstrom. So ist es möglich innerhalb kürzester Zeit den Akku wieder aufzuladen. Im Falle des Trios auf seinem Roadtrip hat die Zeit sich in jedem Fall gelohnt: Sie haben die "Ladeweile" mit einer kleinen Einheit Fußball vertrieben.

Zweite Ladepause nach weiteren 110 km mit 20 km Umweg - leider eine Ausfahrt verpasst. Restliche Reichweite beträgt 48 km und 29 % Akkuladung. Weiterfahrt dann mit 98% geladenem Akku und das nach nur 24 Minuten. Es sollte aber nicht so reibungslos bleiben:

Durch den Umweg haben wir leider den Ladenetz-Ladepunkt verpasst und mussten so an eine Ladesäule, die über einen Pauschalpreis zu bezahlen war. Ergo 130 km Reichweite geladen für 7 Euro.

Auf der Weiterfahrt haben die Kinder ein Autorennspiel auf dem Tablet entdeckt und unterhalten sich darüber, ob sie sich das angebotene Elektroauto oder den Hippie-Bus kaufen, um dort Rennen zu bestreiten. Mein Tipp: Ich würde natürlich das Elektroauto nehmen :))

Laden kann einfach sein - muss es aber nicht

Die Suche nach dem nächsten Ladepunkt gestaltete sich etwas schwieriger, da die Lademöglichkeit meines Handys im Auto nicht gegeben war. Der installierte USB-Anschluss ist leider nur für Apple Geräte vorgesehen. Dadurch wurde die Suche nach der eingeplanten Ladenetzsäule ein wenig hektischer.

Da wundert man sich dann über die Tatsache, dass man 400 Volt unter der Motorhaube hat aber keine 15 Watt um ein Handy aufzuladen.

Durch meine Routine im Elektroautofahren wusste ich aber, dass es grob alle 30 Kilometer an den Autobahnen eine Schnellladesäule geben muss. Doch dieses Wissen half konkret nicht so viel. Denn: Leider waren die beiden nächsten Ladesäulen, die ich angefahren hatte, außer Betrieb bzw. haben sich beim Ladestart einfach abgeschaltet. Daraufhin haben wir einen Aldi-Markt vier Kilometer abseits der Strecke angefahren. Dort kann jedermann kostenlos laden. Eine kleine Belohnung ist für uns und ein bisschen Umsatz für den Markt dabei herausgekommen. Auch nicht schlecht.

Akkutemperatur - ist das ein Problem?

Beim nunmehr vierten Ladevorgang hat sich die Akkutemperatur stark erhöht. Das hat zur Folge, dass für die gleiche Strommenge etwa acht Minuten mehr Ladezeit nötig werden. Das ist nichts Ungewöhnliches. Zumeist gibt es dann eine Akkukühlung, die den Akku wieder auf eine passable Temperatur herunterkühlt. Das war auch in unserem Fall so: Die Temperatur hat sich im Laufe der letzten 100 Kilometer während des Fahrens wieder aus dem roten Bereich heruntergekühlt, sodass ein weiterer Schnellladevorgang mit geringem Zeitzuschlag möglich gewesen wäre.

Übrigens, im Winter funktioniert das umgekehrt. Dann wird der Akku gewärmt, um eine optimale Temperatur zum effizienten Laden zu erreichen.

Nach etwa zehn Stunden Reisezeit sind wir trotz des Wetters und drei Staus recht entspannt bei unserer Unterkunft auf einem Campingplatz angekommen und konnten das Auto neben unserem Campingfass ganz einfach über die Steckdose aufladen. Die Restakkukapazität lag beim Anstecken bei 28 %.

Für die zurückgelegten 600 km haben wir auf 100 km einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 14 Kilowattstunden gehabt. Dies lag daran, dass wir ohne Heizung und ohne Klimaanlage fahren konnten. Ansonsten hätte sich der Stromverbrauch um schätzungsweise eine Kilowattstunde erhöht.

Wir haben auf dieser Tour etwa so viel CO2 eingespart wie 20 Bäume am Tag verarbeiten können. Im gleichen Zeitraum hat die Photovoltaikanlage auf unserem heimischen Dach in Osnabrück etwa 52 Kilowattstunden Strom erzeugt.

Morgen haben wir nur 400 km vor uns. Über die Höhenmeter auf dem Weg nach Villach habe ich mich nicht informiert, aber energieaufwändiger als die Kasseler Berge wird dies nicht sein. Genügend Ladesäulen gibt es auch, da das Ladenetz auch in Österreich Verbundpartner hat.

 

 

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

Uwe Lewandowski

Gastblogger
Uwe Lewandowski

Webseite:
http://www.lewandowski-foto.de/

Nicole Seifert

Ansprechpartner:
Nicole Seifert

12.10.2020

Kontakt
Haben Sie Fragen oder Anregungen? Kontaktieren Sie uns! blog@stw-os.de

Social Media:

Besuchen Sie auch unsere anderen Social Media Profile