12.10.2020

Mit E-Auto & Ladenetz-Karte nach Kroatien- Teil 1 von 4

Lesedauer des Artikels: 3.08 Minuten

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Mit einem Elektroauto ins europäische Ausland verreisen? Für manche unter uns bislang keine besonders verlockende Option. Das kann daran liegen, dass man kein Elektroauto sein Eigen nennen kann und wenn doch, dann überkommt so manch einen die vielleicht recht die sogenannte "German Reichweitenangst". Wikipedia definiert das so: "Reichweitenangst ist die Angst des Fahrers (insbesondere beim Fahren mit einem Elektrofahrzeug), dass die Reichweite seines Fahrzeugs zur Beendigung der aktuellen Fahrt nicht ausreichend sein könnte, d. h. wegen leerer Batterie auf der Strecke, fernab der Aufladeinfrastruktur, liegen zu bleiben."

Von dieser Angst ganz sicher nicht befallen, ist unser Gastblogger Uwe Lewandowski. Seinen Sommerurlaub hat er mit seinen beiden Söhnen in Kroatien verbracht. Dabei war der Weg das Ziel - denn die drei haben ihre Reise mit dem eigenen Elektroauto unternommen. Im Gepäck die Ladenetz-Karte, die auch im europäischen Ausland gilt und die für Energiekunden der Stadtwerke inklusive ist.

***Anmerkung der Redaktion: Die Reise fand bereits im Juli statt - also bevor Kroatien bzw. Teile davon zu Corona-Risikogebiet erklärt wurden.***

Das Ziel

Ziel des Vater-Sohn-Roadtrip ist es, die 1200 km bis zum Zielort in Kroatien mit dem Elektroauto zurückzulegen. Nach einer Woche Badeurlaub soll es dann 450 Kilometer weiter ins Stubaital gehen. Nach rund einer Woche dann 100 Kilometer weiter zum Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen. Wenige Tage später wird das Trio die Heimfahrt nach Osnabrück (700 km) antreten. Und das alles mit einem Elektroauto.

Die Vorbereitung

Neben den normalen Reisevorbereitungen haben Vater und Söhne das Ladenetz und mögliche Ladepunkte in Slowenien, Kroatien und Italien gecheckt. Zum Laden besitzt Uwe Lewandowski bereits seit einigen Jahren die Ladekarte von ladenetz.de. Über den Verbund ladenetz.de ermöglichen die Stadtwerke Osnabrück, gemeinsam mit über 200 weiteren Stadtwerken, ihren Kunden deutschlandweit an mehr als 6.000 Ladepunkten bequemes, elektrisches Laden. Hinzu kommen über 33.000 Ladepunkte, die die Kunden dank Roaming-Abkommen auf nationaler sowie internationaler Ebene nutzen können. So auch in Kroatien, dem Ziel der Reise.

Das Auto

Das E-Auto ist ein Nissan Leaf mit 30 kWh Batterie und einer realistischen Reichweite von etwa 160 km mit einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 100 km/h. Aufladbar ist der Nissan Leeaf über einen sogenannten CHAdeMO-Schnelllader mit 50 kWh (Gleichstrom), das heißt etwa 6 km Reichweitengewinn innerhalb einer Minute Ladedauer. Alternativ lässt sich der Wagen über Ladesäulen mit Typ 2 Ladestecker 7,4 kWh (Wechselstrom) oder an der Haushaltsteckdose mit etwa 3 kWh laden, sodass innerhalb einer Nacht der komplett leergefahrene Akku wieder aufgeladen werden könnte.

 

 


Und für alle, die das Ende schon gerne vor dem Anfang wissen wollen:

Das Fazit von Uwe Lewandowski

Hier die Fakten der Reise in Kompaktform: 3.096 km haben wir innerhalb der drei Wochen zurückgelegt. Dieses macht bei einem Durchschnittsverbrauch von 13,4 Kilowattstunden eine Gesamtsumme von 415 Kilowattstunden . Kosten hatten wir für die gesamte Reise inklusive der freiwillig gezahlten Energiespenden an die Betreiber unserer Unterkünfte insgesamt nur 36 €. Dieser niedrige Wert liegt daran, dass wir in der Hauptsache an Ladepunkten des Ladenetzes geladen haben die momentan für Stadtwerkekunden noch kostenfrei sind. Hätten wir die Stromkosten regulär mit etwa 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlt, wären wir in Summe auf 124 € gekommen.

Im Vergleich dazu hätten wir bei der Nutzung eines PKWs mit mit einem Verbrennermotor bei 7 l/100km 216 Liter Benzin verbraucht, was einem Energiewert von ca 1900 kWh und monetären 259 Euro entspricht.

Im Verhältnis zu unserem Stromverbrauch von 415 kWh hat unsere heimische Photovoltaikanlage in unserem Reisezeitraum 1008 Kilowattstunden Strom erzeugt.

Im Verhältnis zu einem Verbrenner ist ein Elektroauto in den Betriebskosten extrem günstig , da es keinerlei Ölwechsel, Zahnriemen- oder Keilriemenwechsel benötigt. Ebenso wird durch die Rekupation enorm Bremsbelagmaterial gespart, so dass Bremsbelag- bzw Bremsscheibenwechsel erst (im Falle unseres Wagens) nach etwa 80 000 bis 100 000 km nötig sind.

Die Batteriealterung ist verhältnismäßig gering. Unser Vorgängerfahrzeug, ebenfalls ein Nissan, hatte nach 120.000 km Fahrleistung immer noch annähernd die Ursprungsreichweite des Auslieferungszustandes.

Als ebenso positiv empfinde ich die neu gelernte Art des Reisens, da ein Elektroauto nicht zum Rasen geeignet ist und man viel entlang des Weges entdecken kann.

Ich würde es wieder tun.

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