03.07.2017

Ungewöhnliche Stippvisite aus Fernost

Lesedauer des Artikels: 2.42 Minuten

Kanalnetz-Experten aus Hongkong zum Erfahrungsaustausch in Osnabrück

„Hongkong ist vergleichbar mit Osnabrück!“ Uuups! Dieser Satz sticht erstmal ins Auge und sitzt – und wirft natürlich Fragen auf: Was steckt dahinter? Schließlich zählt die Metropole an der chinesischen Südküste mehr als 7 Millionen Einwohner auf einer Fläche von gut 1.100 Quadratkilometern. Zum Vergleich: In Osnabrück leben rund 165.000 Menschen auf gerade mal 120 Quadratkilometern…

Was heißt dann hier „vergleichbar“?

„Ich fand den Satz bzw. den plakativen Vergleich hingegen ganz passend“, schmunzelt Daniela Fiege, Leiterin Kanalbau bei der SWO Netz GmbH, der 100-prozentigen Netztochter der Stadtwerke.

»Denn wenn wir uns das Kanalnetz in Hongkong ansehen, gibt es erstaunliche Parallelen zu Osnabrück.«

Genau das war der Grund eines eher ungewöhnlichen Besuches einer Expertendelegation aus Hongkong – in der China-Metropole werden derzeit nämlich die Abwasserleitungen und -rohre saniert. Genau deshalb waren die Experten des „Drainage Services Department“ auf Einladung des Rohrsystemherstellers egeplast aus Greven zum Erfahrungsaustausch in Osnabrück.

Zu Besuch in Osnabrück: (v.l.) K Y Chen (DSD Government), Saul Chan (DSD Government), Jan Franke (egeplast), Daniela Fiege (SWO Netz GmbH), Hartmut Wierwille (egeplast) und Wilson Fung (ScanTech).

Warum aber gerade Osnabrück?

Ganz einfach: Hongkong setzt bei der Erneuerung des Kanalnetzes – wie die SWO Netz GmbH – auf das Material Polyethylen (abgekürzt: PE). Ein thermoplastischer Kunststoff, der als Werkstoff für Rohrleitungen sehr viele Vorteile aufweist. „Wir setzen PE-Rohre bereits seit mehr als 10 Jahren in unserem Kanalnetz ein und haben somit vergleichsweise früh auf diesen Werkstoff gesetzt – mit sehr guten Erfahrungen“, erläutert Expertin Daniela Fiege. PE besticht durch eine hohe Dichtigkeit, es treten keine Scherbenbildungen oder gar Wurzeleinwüchse auf. „Das wirkt sich natürlich positiv auf den zuverlässigen Betrieb unseres Kanalnetzes aus.“ Somit gelte Osnabrück als „best practice“-Beispiel.

Einbau eines PE-Rohres

Anschluss des PE-Rohres am Schachtbauwerk

Die Kanalnetze von Osnabrück und Hongkong weisen noch eine weitere, sehr bedeutende Parallele auf:

„Wie auch wir betreibt Hongkong ein sogenanntes Trennsystem – also ein Kanalnetz in dem Schmutzwasser und Regenwasser getrennt voneinander abgeleitet werden.“

Und – als dritte Parallele: Hongkong betreibt ebenfalls eine Regenrückhaltung. „Die allerdings größtenteils unterirdisch, in großen Sammelspeichern unter der Erde gehalten wird“, erläutert Daniela Fiege. „Unsere oberirdisch angelegten Regenrückhaltebecken erfüllen hingegen auch eine Naherholungsfunktion – das ist in Hongkong nicht machbar.“ Allerdings: Die Kollegen aus Fernost fanden diesen Zusatznutzen sehr interessant und spannend…

Für die SWO Netz-Expertin war der Besuch aus Hongkong jedenfalls sehr aufschlussreich. „Als kleines Geschenk hat uns die Delegation ein sehr informatives Buch über die Entwässerung in Hongkong überreicht. Wer Interesse hat, kann sich dieses gerne mal ausleihen…“ Zudem haben beide Seiten vereinbart, sich auch künftig regelmäßig auszutauschen.

»Denn: Wie wir gelernt haben, sind Hongkong und Osnabrück gar nicht so weit voneinander entfernt...«

 

Hintergrund: SWO Netz GmbH

Die SWO Netz GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück und für die Planung, den Bau und den Betrieb der Infrastrukturnetze im Stadtgebiet zuständig. Das umfasst die Sparten Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation sowie Straßenbeleuchtung.

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Marco Hörmeyer

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