20.04.2017

A+++ bis G: Das solltet ihr über Energielabel wissen

Lesedauer des Artikels: 3.04 Minuten
Energielabel

Letztens habe ich mir einen neuen Staubsauger gegönnt. Im Elektrofachmarkt meines Vertrauens habe ich bei der Auswahl auch auf die Energieeffizienzklasse geachtet. Wirklich praktisch, diese Energielabel. Aber dann ist mir aufgefallen: Je nach Gerät scheinen die ganz anders eingesetzt zu werden – die Kühlschränke in der Abteilung nebenan hatten alle mindestens A+, bei den Staubsaugern standen sogar noch welche mit D… Wieso ist das so und kann ich mich auf die Angaben dann überhaupt noch verlassen? Was sagen die Label genau aus? Ich habe mich mit meiner Kollegin Ute Schmidt aus dem Servicezentrum zusammengesetzt und mir das mal erklären lassen.

Wozu gibt es Energielabel?

Ute Schmidt: „In der EU werden sogenannte „energieverbrauchsrelevante“ Produkte mit einem Energielabel ausgezeichnet. Dazu zählen z.B. Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger, Lampen, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Elektrobacköfen, Geschirrspüler und Fernseher. Ziel ist, dass es Käufern leichter gemacht wird, den Stromverbrauch von Produkten zu vergleichen. Wenn Verbraucher die Energieeffizienz dann mehr in ihre Kaufentscheidung einbeziehen, sind auch die Hersteller eher bereit ihre Produkte entsprechend weiterzuentwickeln."

Welche Infos sehe ich auf einem Energielabel?

Energielabel

Beispielhafte Darstellung eines Energielabels (Grafiken by Flappiefh (Own Work) (CC0), via Wikimedia Commons).

Ute Schmidt: „Ganz oben findet ihr den Hersteller und die Typbezeichnung, danach die Energieeffizienzklasse mit der bekannten grün-gelb-rot Skala von A+++ bis G. Im unteren Bereich gibt es dann die Angabe zum durchschnittlichen Jahresstromverbrauch. Am Ende bekommt man dann noch spezielle Infos, die für den jeweiligen Gerätetyp wichtig sind:  beim Kühl- und Gefrierschrank zum Beispiel das nutzbare Volumen in Litern und bei der Waschmaschine die maximale Beladung in Kilogramm."  

Werden die Energielabel für alle Geräte gleich verwendet?

Ute Schmidt: „Leider nein. Das liegt daran, dass die Effizienzklassen im Jahr 1998 festgelegt wurden. Heute arbeiten die meisten neuen Geräte natürlich deutlich effizienter als damals, sodass fast alle in den hohen Effizienzklassen eingeordnet werden können. Bei einigen Geräten wie Waschmaschinen dürfen neue Modelle nur noch in den Handel, wenn sie bestimmte Klassen erfüllen – hier zum Beispiel A+++ bis A+. Deswegen sind die Label nicht immer so einfach vergleichbar." 

Das soll aber besser werden: Die EU hat sich auf eine neue Kennzeichnung geeinigt, bei der die verwirrenden Angaben mit immer mehr Pluszeichen abgeschafft werden. Es soll dann eine einheitliche, einfachere Skala geben – das allerdings frühestens in 2 Jahren.

Gibt es Besonderheiten bei einzelnen Geräten, auf die man achten sollte?

Ute Schmidt: „Bei Wäschetrocknern zum Beispiel ist es wichtig zu wissen, dass es nur noch Wärmepumpentrockner in die Effizienzklassen A+++ bis A+ schaffen. Wer einen „normalen“ Kondensationstrockner kaufen möchte, bekommt nur Modelle ab der Klasse B. Bei Geschirrspülern und Staubsaugern lohnt es sich, auf die Zusatzinfos zu achten: Bei Geschirrspülern ist die Trocknungsleistung wichtig, bei Staubsaugern die Reinigungsleistung auf Teppich und Hartboden. Hersteller von Backöfen dürfen nur noch Modelle mit den Klassen A+++ bis D ausliefern. Hier beziehen sich die Angaben außerdem nur auf den Ofen, nicht auf die Kochfelder. Erheblich sind die Unterschiede zwischen den Klassen bei Fernsehern. Wenn man zwei gleich große Fernseher mit den Klassen A+ und D vergleicht, verbraucht ersterer 70 Prozent weniger Strom! Noch extremer ist es bei Kühlschränken: Ein Gerät mit dem Label A+ braucht bis zu 50 Prozent mehr Energie als ein Kühlschrank mit A+++. Hier sollte man genau hinzuschauen."

Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich konkrete Fragen zu den Effizienzklassen habe?

Ute Schmidt: „Wer sich vor dem Kauf eines Geräts nicht sicher ist, kann mit den Angaben zu uns ins Servicezentrum kommen. Wir helfen gerne und geben konkrete Tipps. Außerdem leihen wir kostenlos Strommessgeräte aus, mit denen man zuhause schauen kann, wie viel Energie ältere Elektrogeräte verbrauchen. Dann können wir Empfehlungen geben, ob sich ein Austausch lohnt. Für unsere Energiekunden haben wir außerdem in diesem Jahr unser Förderprogramm für A+++ Geschirrspüler. Wir unterstützen den Kauf mit 50 Euro."

 

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Cara Ritter

Gastautor
Cara Ritter

Lisa Hoff

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Lisa Hoff

20.04.2017

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