17.11.2016

Basistarif, Nachzahlstufe, Kostenstopp

Lesedauer des Artikels: 3.92 Minuten
Kasse Nettebad

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Wie setzen sich eigentlich die Preise im Nettebad, Moskaubad und Schinkelbad zusammen?

Blickt man auf die Preisgrafiken von Nettebad, Moskaubad und Schinkelbad und der Loma-Sauna, ist dort von Basistarifen, Nachzahlstufen je 20 Minuten und Kostenstopps die Rede. Hinzu kommen unterschiedlichen Preise für Erwachsene, Ermäßigte und Familien. – Auf den ersten Blick wirkt das System ziemlich kompliziert, oder? „Ich würde unser Preissystem durchaus als komplex, aber nicht als kompliziert bezeichnen", widerspricht Bäderchef Wolfgang Hermle. „Und diese Komplexität ist verbunden mit einer hohen Flexibilität, was sich für unsere Gäste beim zweiten Hinsehen als sehr vorteilhaft darstellt."

Gemeinsam mit dem Chef der drei Bäder in Osnabrück werfen wir den besagten zweiten Blick auf das Bäderpreissystem, zeigen auf, wie sich die Preise zusammensetzen und gehen selbstverständlich auch den angesprochenen Vorteilen auf den Grund.

 

Am Ende des Schwimmbadbesuches zahlt jeder seinen individuellen Tarif

DTransponder im Nettebadas Bäderteam der Stadtwerke Osnabrück habe sich vor fünf Jahren ganz bewusst für ein flexibles Tarifsystem entschieden, erzählt uns Hermle. Flexibles Tarifsystem – was bedeutet das konkret? „Der Badegast zahlt in unseren Schwimmbädern und der Loma-Sauna erst am Ausgang seinen ganz individuellen Tarif“, erläutert Wolfgang Hermle. Dafür erhält jeder Kunde an der Rezeption ein Transponder-Armband, auf dem zunächst der jeweilige Basistarif gespeichert ist. „Kommen unsere Gäste lediglich zum ‚Bahnen ziehen‘, zahlen sie nur die günstigen Tagespreise des Moskaubades und des Schinkelbad-Sportbades bzw. kommen mit dem erschwinglichen 90-Minuten-Basistarif des Nettebades aus", erklärt Hermle.

 

Badegäste können Tarife durch Aufenthaltsdauer und Nutzungsverhalten aktiv gestalten

Kassenbeleg Nettebad„Bleibt ein Badegast länger oder nutzt er Zusatzangebote – beispielsweise in einer Badgastronomie oder ein Wellnessangebot in unserem DaySpa-Bereich, erhöht sich der am Ende zu zahlende Tarif.“ Alle 20 Minuten wird im Nettebad, in der Loma-Sauna und im Cabriosol des Schinkelbades eine sogenannte Nachzahlstufe in Höhe von 90 Cent für Erwachsene und Ermäßigte bzw. 1,80 Euro für Familien fällig. Der Kunde kann somit aktiv seinen Tarif beeinflussen und gestalten. Auf einem Beleg werden die genutzten Leistungen beim Verlassen des Schwimmbades als unterschiedliche Positionen übersichtlich dargestellt – somit haben die Badegäste eine größtmögliche Kostentransparenz. Und was ist, wenn es am Ausgang zu längeren Wartezeiten kommt und dadurch eine erneute Nachzahlstufe fällig wird? „Dann haben unsere Kolleginnen an den Rezeptionen selbstverständlich die Möglichkeit über eine Karenzzeitregelung entsprechend kulant zu reagieren“, versichert uns Hermle.

Schwimmen für Osnabrücker im Vergleich besonders günstig

Hinter den Nachzahlstufen verberge sich zusätzlich die Strategie, die günstigen Tarife der sogenannten Daseinsvorsorge – die das reine Schwimmen betreffen und zumeist von Osnabrückern genutzt werden – durch auswärtige Besucher quersubventionieren zu lassen. „Gäste mit einem Anfahrtsweg von gut 50 Kilometern kommen mit einem ‚Kurzurlaubmotiv‘ zu uns, bleiben ganz bewusst einen ganzen Tag im Nettebad, um die verschiedenen Attraktionen wie den Rutschenpark und die ergänzenden Angebote wie z.B. die Sauna, den DaySpa-Bereich und zukünftig die E-Kartbahn zu nutzen“, erläutert der Bäderchef. „Durch höhere Nachzahlstufen steigern wir also unsere Umsatzerlöse und machen die Angebote der Daseinsvorsorge zukunftssicher – das ist nach unserer Auffassung Lebensqualität für Osnabrück“, betont Hermle.

Wer nur 2,5 Stunden bleibt, zahlt auch nur 2,5 Stunden – und nicht den ganzen Tag

„Wer hingegen nicht den ganzen Tag bleibt – der  zahlt auch nicht für den ganzen Tag“, so Hermle. Das wiederum mache die Bäder in Osnabrück und die Loma-Sauna für viele Besucher sehr lukrativ. „Bleibt eine Familie bei uns im Nettebad nur für 2,5 Stunden, dann zahlt sie auch wirklich nur für 2,5 Stunden. In vielen anderen Freizeitbäder im Umkreis von rund 50 Kilometern ist dies nicht der Fall – da gibt es nur eine Tageskarte“, weiß Bäderexperte Hermle.

»Vergleicht man diese Aufenthaltsdauer von 2,5 Stunden – die bei uns übrigens die durchschnittliche Verweildauer von Familien im Nettebad darstellt – sind wir bis zu 8 Euro günstiger als entsprechende Freizeitbäder.«

Kostenbremse durch Kostenstopps nach rund 4 Stunden Aufenthalt

Preisgrafik Loma-Sauna Dezember 2016

Preise Loma-Sauna ab Dezember 2016.

Ein Preis, der von der eigenen Aufenthaltsdauer im Bad bzw. der Sauna abhängt – das klingt richtig gut, aber was ist, wenn ich tatsächlich den ganzen Tag bleiben möchte? Zahle ich dann alle 20 Minuten 90 Cent – quasi bis ins „Unendliche“ – und weiß gar nicht, welchen Betrag ich am Ende des Tages zahlen muss? „Nein, nein, vor einer versteckten ‚Kostenfalle‘ muss niemand Angst haben“, erklärt Bäderchef Wolfgang Hermle. „Denn es gibt klar definierte Kostenstopps. Wer länger als rund vier Stunden im Nettebad oder Cabriosol beziehungsweise viereinhalb Stunden in der Loma-Sauna bleibt, zahlt nichts mehr drauf.“ Und diese Tagestarife seien absolut vergleichbar mit anderen lokalen beziehungsweise regionalen Freizeitbädern, Saunaanlagen und Solebädern.

Fazit

Uns hat der zweite Blick auf das Bäderpreissystem rundum überzeugt: Durch die Flexibilität, die das System bietet, zahlt man für das, was man tatsächlich nutzt und zwar nur für die Zeit, die man tatsächlich im Bad bzw. in der Sauna ist. Und da man dadurch im Vergleich zu anderen Freizeitbädern, Saunaanlagen oder Solebädern sogar richtig sparen kann, nehmen wir die Komplexität des Osnabrücker Preissystems gerne in Kauf.  

3 Kommentare

J. G.

1. Juni 2018 um 10:32

Liebes Stadtwerke-Team,

wir sind eine junge Familie, gehen gerne schwimmen und mögen die Osnabrücker Bäder sehr. Nun habe ich mich doch gewundert, dass ich für unseren 4 Monate alten Säugling 2 Euro Eintritt ins Moskaubad (Freibad) zahlen muss. Aus welchem Grund wird dieser Preis für ein Baby fällig, dass im Prinzip nur auf einer Decke liegt oder auf dem Arm ist?
Besonders familienfreundlich finde ich das nicht, gerade größere Familien könnten hierdurch abgeschreckt und benachteiligt sein. Frühestens ab ca. 6 Monaten, wenn nicht sogar erst ab 1 Jahr, würde es m.E. Sinn machen, einen Eintrittspreis für Kinder zu erheben.
Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Janika Grunau

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Lisa Hoff

19. Juni 2018 um 9:29

Hallo Janika, gerne erklären wir den Hintergrund des Pauschalpreises für Kinder unter 2 Jahren: Die Bäder (Nettebad inklusive Loma-Sauna, Moskaubad, Schinkelbad ) der Stadtwerke Osnabrück weisen ein jährliches Defizit auf. Umgerechnet bedeutet das, dass jeder Besucher im Durchschnitt circa 3,50 Euro „kostet“. Dieser Zuschuss gilt auch für unsere jüngsten Besucher, denn für jeden Badegast – egal wie alt er ist – fallen bei einem Schwimmbadbesuch Fixkosten (Frischwasserzufuhr, Reinigung des Wassers, Reinigung der Sanitärbereiche usw.) an. Und wir möchten die anfallenden Kosten möglichst gerecht auf alle Besuchergruppen unserer Schwimmbäder verteilen. Unser Ziel ist es, durch moderate Preise für ALLE Badegäste und immer wieder neue zielgruppengerechte Attraktionen und Angebote jeder Besuchergruppe gerecht zu werden und die Besucherzahlen stetig zu steigern. Denn jeder zusätzliche Besucher trägt dazu bei, dass sich unser Defizit etwas verringert. Und nur so können wir das attraktive Schwimmangebot in Osnabrück aufrechterhalten.

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martinpaul

28. November 2016 um 18:43

Anmerkung zu „Ich würde unser Preissystem durchaus als komplex, aber nicht als kompliziert bezeichnen“: Auch wenn dies nicht das richtige Forum für Sprachkritik ist: die Adjektive komplex und kompliziert werden meiner Meinung nach häufig irreführend verwendet. „Kompliziert“ ist eine Sache, die genau definiert, aber etwas unübersichtlich ist, z.B. eine große Excel Tabelle; „komplex“ ist eine Sache, die nicht nur unübersichtlich ist, sondern nicht exakt determinierbar, z.B. das Wetter.

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