10.11.2016

Stadtwerke goes Japan

Lesedauer des Artikels: 2.01 Minuten
Japan

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Warum sich das japanische Umweltministerium für die Stadtwerke Osnabrück interessiert

Ankunft in Japan

Freundliche Begrüßung bei der Ankunft.

„Stadtwerke goes Japan“??? Nein, wir verkaufen keinen Strom nach Tokio oder Osaka. Wir gründen auch keinen Ableger dort. Trotzdem ist das Modell „kommunale Stadtwerke“ für die japanische Regierung offenbar sehr interessant. Denn eine dezentrale Energieversorgung in kommunaler Hand kennen die Japaner so gut wie gar nicht – der Inselstaat hat von jeher auf eine zentrale Stromversorgung insbesondere durch Atom- und Kohlemeiler gesetzt. Dass die Energieversorgung in Japan aber grüner und dezentraler werden soll bzw. muss, ist nach der Fukushima-Katastrophe in 2011 mehr als nachvollziehbar.

Verstärkter Austausch

Doch wie sind die Verbindungen zwischen Japan und insbesondere Osnabrück entstanden? Im Mai dieses Jahres hatten die Umweltministerien von Deutschland und Japan eine gemeinsame Erklärung zum verstärkten Austausch in den Bereichen Klimaschutz und Energie verfasst. Besonders im Fokus dabei: der Dialog auf kommunaler Ebene – und Osnabrück gilt dank der gemeinsamen Anstrengungen von Stadt und Stadtwerken als Vorreiter in Sachen dezentrale Energieversorgung.

Ende Oktober war eine japanische Delegation zu Gast in Osnabrück: Auf dem Piesberg haben wir gezeigt, wie wir den bestehenden Windpark „repowert“ haben und welche anderen Maßnahmen wir in der Stadt und der Region bereits umgesetzt haben bzw. angehen wollen.

Gruppenfoto Japan

Anschließend startete der einwöchige Gegenbesuch – auf Einladung des japanischen Umweltministeriums. Mit Detlef Gerdts, Chef des städtischen Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, ging es nach Japan: In Odawara – gut 80 Kilometer von Tokio entfernt – und später in Fukushima standen zahlreiche Gespräche, Seminare und Workshops auf dem Mammutprogramm. Mit dabei hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden beider Länder. Dabei ging es im Wesentlichen um zwei zentrale Fragen:

Wie sollte/muss eine dezentrale Energieversorgung beschaffen sein?

Und welche bedeutende Rolle/Funktion nehmen dabei kommunale Stadtwerke ein?

An unserem Beispiel lassen sich beide Fragen gut beantworten. Ein Stadtwerk wie wir, in kommunaler Hand – verantwortlich für die Strom-, Gas- und Wasserversorgung, für die Entwässerung und die Straßenbeleuchtung, den Betrieb der jeweiligen Netze und sogar den ÖPNV, den Hafen und die Bäder in Osnabrück – hat ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten! Ein solches Stadtwerk wie wir wird zum Wegbereiter und Wegbegleiter für die Menschen vor Ort, zum „Kümmerer“, Umsetzer und Manager der Energiewende vor Ort. Und somit zum Lösungspartner für Lebensqualität!

Es war spannend zu sehen, wie interessiert die japanische Delegation am „Osnabrücker Modell“ gewesen ist. Das kommunale Stadtwerk scheint sicherlich auch ein Modell der Zukunft für Japan sein zu können. Und wenn wir ein wenig daran mitwirken können, darf uns das ruhig auch ein wenig stolz machen…

Traditionelles Haus in Japan

Brücke in Japan

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Hermann Brandebusemeyer

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10.11.2016

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