Prüfverfahren

Wie wird geprüft?

Die Dichtheitsprüfung von Schmutzwasserleitungen erfolgt gemäß DIN 1986 Teil 30. Es eignen sich drei Prüfmethoden:

  • optische Inspektion mit einer Kanalkamera
  • Prüfung mit einfachem Betriebsdruck (Wasserstandprüfung - Mindestauffüllhöhe ist die Oberkante des tiefsten Entwässerungsgegenstandes)
  • Druckprüfung mit Luft- oder Wasser

Prüfverfahren und Zeitspanne für die Dichtheitsprüfung

 

Abwasser

Häusliches

Wiederholungsprüfung nach

WSZ II

DR

10 Jahren

WSZ III

KA

10 Jahren

außerhalb der WSZ

KA

20 Jahren

WSZ = Wasserschutzzone, KA = Kanalfernsehuntersuchung, DR = Dichtheitsprüfung mit Wasser oder Luft

Neu verlegte Leitungen (z. B. im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen, bei Neubaumaßnahmen etc.) sind nach DIN EN 1610 auf Dichtheit zu prüfen. Hier besteht die Möglichkeit eine Druckprüfung mit Wasser oder Luft durchzuführen.

Für Entwässerungsanlagen von gewerblichem Abwasser gelten die allgemeinen anerkannten Regeln der Technik insbesondere DIN 1986-30, für Fettabscheideranlagen DIN EN 1825 und DIN 4040-100, für Leichtflüssigkeitsabscheider DIN EN 858 und DIN 1999-100.

Die zulässigen Prüfverfahren geben unterschiedliche Aussagen über die Dichtheit.

Durch die optische Inspektion mit der Kanalkamera können sichtbare Schäden wie Risse, Rohrdeformationen und Grundwasserinfiltrationen festgestellt werden. Nicht erkennbare Schäden, wie beispielsweise Undichte Rohrmuffen werden nur selten erfasst. Die optische Inspektion ist unerlässlich um einen optimalen Sanierungsplan aufstellen zu können. Denn nur wenn die Lage der Schadstellen und deren Ausmaß bekannt ist kann die richtige Sanierungsstrategie gewählt werden.

Die Wasserstandprüfung/Prüfung mit einfachem Betriebsdruck erfasst Schadensstellen, die unter Betriebsbedingungen Undichtigkeiten aufweisen und bei einer optischen Inspektion unentdeckt bleiben. Bei einem vertretbaren Aufwand bekommt man eine gute Aussage zur Dichtheit der Leitungen. Diese Methode liefert keine Aussage über das Ausmaß, die Art und die lokale Lage der Schäden.

Die Prüfung mit Luft- oder Wasserdruck lässt Schäden erkennen, die nur bei Überdruck (z. B. Rückstau) Wasser ein-  oder austreten lassen. Diese Methode ist bei einem stark verzweigten Abwassernetz nur schwer bis gar nicht umzusetzen. Die örtliche Lage der Schäden und die Schadensart ist nicht festzustellen.

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Kontakt:
Ansgar Joachimmeyer
Haus- und Grundstücksentwässerung
Tel.: 0541 2002-1380
E-Mail: ansgar.joachimmeyer@stw-os.de