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01. Juni 2010
Energiesparzoo Osnabrück zieht erste Bilanz
Den Stromverbrauch um ein Viertel reduziert, 68.200 Euro an Energiekosten gespart und 250 Tonnen weniger Kohlendioxid produziert – das ist die Bilanz des Energiesparprogramms im Zoo Osnabrück von 2009. Zwei Jahre suchten die Projektverantwortlichen unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und den Stadtwerken Osnabrück nach Möglichkeiten, den Energieverbrauch des Zoos zu reduzieren und präsentierten nun die umgesetzten Maßnahmen und Einsparungen.
„Energiesparen im Zoo funktioniert nicht so leicht wie in einem Einfamilienhaus und schon gar nicht von heute auf morgen“, das stellte Energieberater Frank Hanneken zu Beginn klar. Die große Artenvielfalt, die Neugierde der Tiere, die häufigen Türöffnungen in den Tierhäusern und die vielen Bauten aus den 70ern mit hohem Energieverbrauch machten das Projekt „Energiesparzoo“ zu einer Herausforderung. Seit 2007 erarbeitete Hanneken, der auf Empfehlung der Stadtwerke Osnabrück „ins Boot“ geholt wurde, gemeinsam mit Zoogeschäftsführer Andreas Busemann und Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder Möglichkeiten, wo und wie im Zoo Energie gespart werden kann – finanziell unterstützt von der DBU (125.000 Euro), den Stadtwerken (80.000 Euro) und der Niedersächsischen Lottostiftung (25.000 Euro).
Das Wohl der Tiere stand dabei natürlich an erster Stelle. „Nach einer ersten Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs setzten wir Energiesparlampen ein, dämmten Rohre und Wände und installierten in jedem Tierhaus kleine Computer, die die Temperatur regelten und dokumentierten“, berichtete Hanneken. Zahlreiche individuelle Maßnahmen folgten, wie die Infrarotheizung bei den Elefanten: Diese erwärmt Oberflächen – auch die Elefanten – so schnell, dass weniger geheizt werden muss. Der Energieverbrauch sank um 30 Prozent.
Zudem heizen Solaranlagen das Wasser für den Elefanten- und Nashornstall auf und Luftwärmetauscher mit einer Wärmerückgewinnung von 60 Prozent sorgen im Aquarium dafür, dass die verbrauchte, warme Luft die kalte Frischluft erwärmt. Eine weitere effiziente Investition: Das Blockheizkraftwerk, das ein Drittel des Zoostroms produziert und die Tropenhalle, das Südamerika- und Affenhaus heizt.
Die Bilanz: Energie gespart trotz Ausbau
Nun wurde ausgewertet: „Wir haben die Verbräuche vom Winter 2009/2010 mit den Aufzeichnungen von 2005 verglichen. Die Schwierigkeit dabei: Seitdem sind mehrere Gebäude hinzugekommen, wie das Sandkatzenhaus oder der unterirdische Zoo“, beschreibt Hanneken. Lasse man diese neuen Gebäude außer Betracht, zeige sich jedoch, dass der Zoo über 336.000 Kilowattstunden (kWh) Wärme und 250.000 kWh Strom im Jahr weniger verbrauche. Zum Vergleich: Ein Einfamilienhaus verbraucht jährlich 20.000 kWh Wärme und 4.000 kWh Strom. Damit stoße der Zoo 250 Tonnen CO2 weniger aus und sparte letztes Jahr 68.200 Euro.
Die Erfahrungen im Osnabrücker Zoo können auch anderen Zoos beim Energiesparen helfen, denn „die bei uns umgesetzten Maßnahmen verfügen über eine möglichst schnelle Wirtschaftlichkeit. Wir haben gemeinsam mit den Stadtwerken und der DBU circa 500.000 Euro eingesetzt und sparen in Zukunft jährlich 80.000 Euro. Das heißt, in sechs bis sieben Jahren sind die Investitionskosten gedeckt,“ erklärt Andreas Busemann das Konzept. Für Zoos ist diese Voraussetzung besonders wichtig, denn ihr Budget ist häufig knapp. Die einzelnen Verbrauchsstellen zu erfassen, die Heizungen automatisch einzustellen, Wärme führende Rohre und Dachböden zu dämmen oder Umwälzpumpen zu drosseln seien laut Hanneken die ersten wichtigen und auch finanzierbaren Schritte für andere Zoos.
Ein Kompetenzteam aus Energie-, Tier- und Umweltexperten
Der Zoo Osnabrück suchte sich für den Energiesparzoo finanzielle und fachliche Unterstützung bei der DBU und den Stadtwerken Osnabrück. „Zoos leisten einen wichtigen Beitrag zu Artenschutz, Forschung und Bildung. Gleichzeitig benötigen sie viel Energie. Die Versorgung so sparsam wie möglich zu gestalten, ist hier beispielhaft verwirklicht worden. Dieses Wissen kann nun an andere Zoos weitergegeben werden“, so Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. Die Stadtwerke halfen insbesondere mit ihrem Fachwissen: „Das Thema Energiesparen gehört zu unserer Kernkompetenz und ist wesentlicher Baustein unserer grünen Initiative KUK. Eine inhaltliche und fachliche Unterstützung des Zoos war uns deshalb eine Herzensangelegenheit“, erklärte Manfred Hülsmann, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke.
Energie zu sparen bleibt für den Zoo ein großes Anliegen: „Das Thema wird nie abgeschlossen sein: Im Herbst wird unsere Hackschnitzelanlage zur Wärmegewinnung für Zoo, Zooverwaltung und Museum ans Netz gehen. Außerdem achten wir bei allen neuen Anlagen auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch, auch indem wir Tiere zeigen, die an den Winter gewöhnt sind, wie in unserer Taigalandschaft“, so Andreas Busemann.
Und so erfahren die Besucher von den Energiesparmaßnahmen:
· Die Informationstafeln „Energiespartatzen“: Die Patentiere der Stadtwerke, die Bären Tips und Taps, informieren an ausgewählten Stellen über die Energiesparmaßnahmen.
· Führungen „Energie im Zoo und im Tierreich“: Zoopädagogen machen schlau rund ums Thema „Energie“.
· Die Ausstellung: Mit Beginn der Sommerferien informiert eine Ausstellung der Stadtwerke im Aquarium über Energiesparen im Haushalt.







