30. Januar 2012

Neue Technik für höhere Versorgungsqualität im Stromnetz

Klicken um Bild zu vergrößern

Dritter Trafo, neues Schalthaus, kilometerweise neue Kabel: Mit der Inbetriebnahme neuester Technik in der Umspannanlage im Stadtteil Eversburg machen die Stadtwerke Osnabrück ihr Stromnetz fit für die Zukunft. Durch die Investition verbessern die Stadtwerke nochmals die bereits sehr hohe Versorgungszuverlässigkeit im Stadtgebiet.

„Diese Gesamtmaßnahme ist ein Meilenstein für eine zukunftssichere Stromversorgung in unserem Netzgebiet“, sagt Ingo Hannemann, Technischer Leiter der Stadtwerke. Insgesamt 2,3 Millionen Euro haben die Stadtwerke in den Einbau neuer Technik in Eversburg investiert. „Damit sind wir bestens auf die gestiegenen und auch künftig weiter steigenden Leistungsanforderungen an unser Mittel- und Niederspannungsnetz vorbereitet“, erläutert Hannemann. Die Umspannanlage in Eversburg ist eine von insgesamt vier „Stromübergabestationen“ im Stadtgebiet, an denen die Stadtwerke den Strom vom vorgelagerten Netzbetreiber übernehmen. Große Transformatoren wandeln die angelieferte 110.000-Volt-Hochspannung auf 10.000-Volt-Mittelspannung um. Über 14 Schalthäuser und weitere rund 1.100 Trafostationen stellen die Stadtwerke die direkte Versorgung mit schließlich 230 Volt sicher.

Trafoleistung entspricht 20 Windrädern
Im Rahmen ihrer Netzstrategie hatten die Stadtwerke vor gut zweieinhalb Jahren mit den Planungen für die Gesamtmaßnahme in Eversburg begonnen, an der insgesamt rund 120 Fachleute beteiligt waren. Seitens des vorgelagerten Netzbetreibers wurde zunächst ein dritter 40-Megawatt-Großtrafo montiert, der die anderen beiden vorhandenen Transformatoren mit gleicher Leistungsstärke jederzeit ersetzen kann. „Zum Vergleich: Die Leistung eines Trafos entspricht der Einspeiseleistung von 20 Piesberg-Windrädern“, macht Burghard Gutowski, Leiter Netzplanung, deutlich. Parallel haben die Stadtwerke auf einem direkt angrenzenden Grundstück eine komplett neue Schaltanlage gebaut und diese mit insgesamt mehr als 14 Kilometern neu verlegter Kabel angebunden. „Der Bau des neuen Schalthauses war notwendig, da die bisherige Anlage nicht mehr erweiterungsfähig war“, so Gutowski weiter. „Jetzt verfügen wir über eine moderne Anlage auf neuestem Stand der Technik und mit ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft.“ Zudem füge sich das Haus mit seiner Holzverkleidung und seinem Gründach auch unter optischen sowie ökologischen Gesichtspunkten optimal ein. „Der Auflage seitens der Genehmigungsbehörde sind wir natürlich ebenfalls nachgekommen“, ergänzt Technik-Chef Hannemann.

Aus 2 Versorgungsgebieten werden 3
Der Einsatz des dritten Großtrafos bietet neben der Leistungskomponente noch einen weiteren zentralen Vorteil: Die Stadtwerke können das von Eversburg versorgte Stadtgebiet neu aufteilen. „Aus zwei größeren Gebieten machen wir drei kleinere“, erläutert Heinz-Werner Hölscher, Leiter Netzmanagement. „Wenn aufgrund einer Störung der Strom in einem Gebiet kurzzeitig ausfällt, ist in den beiden anderen Gebieten davon nichts zu spüren“, so Hölscher weiter. Die Stadtwerke können die bereits geringe Ausfallwahrscheinlichkeit somit noch weiter reduzieren. „Das wird uns auch seitens der Bundesnetzagentur bestätigt“, betont Ingo Hannemann. Die Bundesbehörde hatte im Rahmen der Einführung einer Qualitätsregulierung auch die Qualität der Stromversorgung der Stadtwerke Osnabrück überprüft. Das Ergebnis: Im Mittelspannungsnetz der Stadtwerke ist die Versorgungssicherheit gut doppelt so hoch wie der Durchschnitt vergleichbarer Netzbetreiber. Im Niederspannungsnetz sogar neunmal besser. „Und wir sind sicher, unser gutes Ergebnis mit dieser Maßnahme noch verbessern zu können“, so Hannemann abschließend.