26. Januar 2012

Kein Bäderwetter – trotzdem Erfolgsjahr

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Wettertechnisch sprach im zurückliegenden Jahr 2011 eigentlich alles gegen die Bäderbranche: Der Frühling war ein Vorsommer, der Sommer zu nass, der Herbst wieder knochentrocken – ein Bäderbesuch ist bei solchen Voraussetzungen eher nicht gerade erste Wahl. Trotzdem war das vergangene Jahr für die Bäder der Stadtwerke Osnabrück in vielerlei Hinsicht ein Erfolgsjahr.

„Besonders stolz sind wir natürlich, dass wir kurz vor Jahresende trotz des Wetters die Eine-Million-Besucher-Marke knacken konnten – zum zweiten Mal nach 2006“, sagte der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Manfred Hülsmann bei der Vorstellung der Jahresbilanz in der Salounge des Schinkelbades. Insgesamt kamen 2011 genau 1.031.989 Besucher in die drei Osnabrücker Bäder, 125.000 mehr als im Vorjahr. „Neben dem Zoo sind wir mit unseren Bädern der zweite ‚Millionen-Leuchtturm’ im Freizeitangebot der Stadt und gesamten Region Osnabrück“, so Hülsmann weiter.

Schinkelbad: Highlight Cabriosol-Eröffnung
Höhepunkt für das Stadtwerke-Bäderteam war zweifelsohne die Eröffnung des „neuen“ Schinkelbads mit Cabriosol und Salounge im April. Mit dem modernen Anbau des Warmbad- und Solebadbereichs haben die Stadtwerke das Hallenbad zu einem voll ausgestatteten Gesundheitsbad umfunktioniert. „Mit der Eröffnung haben wir das seinerzeit beschlossene Bäderkonzept der Stadt vollendet“, betonte Hülsmann. 189.000 Gäste haben das Schinkelbad in 2011 besucht, 75.000 mehr als im Vorjahr. „Eine Superbilanz – insbesondere, weil im ersten Quartal noch gebaut wurde und der Betrieb stark eingeschränkt war“, ergänzte Stadtwerke-Bäderchef Wolfgang Hermle. „Das schraubt die Erwartungen an dieses Jahr natürlich nach oben.“

Moskaubad: Extrem-Monat Juli
Das Moskaubad musste besonders unter dem nassen Sommer leiden. „Dabei war der Juli der extremste Monat mit 50.000 Besuchern weniger im Vergleich zum Juli des Vorjahres“, so Hermle. Trotzdem wurden im Moskaubad noch 196.000 Gäste gezählt, 24.000 weniger als 2010. „Mit diesem Ergebnis können wir unter diesen Voraussetzungen noch zufrieden sein“, zieht der Bäderchef ein Fazit. „Der diesjährige Sommer kann nur besser werden.“

Nettebad: Top-Zahlen im bundesweiten Vergleich
Im Nettebad haben die Stadtwerke dagegen mit 645.000 Besuchern das zweitbeste Ergebnis seit der Neueröffnung im Jahre 2005 eingefahren. „Und da fließt der ‚Sloop’-Faktor noch gar nicht ein, da wir die Super-Rutsche ja erst kurz vor Jahresende eröffnet haben“, so Hermle weiter. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Besuchersteigerung von 72.000 oder umgerechnet 12,6 Prozent. In der Loma-Sauna liegt das Plus sogar bei 14,4 Prozent. „Damit liegen wir weit über den Branchenzahlen“, betonte der Bäderchef. Nach einer Studie des Verbandes kommunaler Unternehmen konnten die Erlebnisbäder im ersten Halbjahr 2011 bundesweit einen Besucheranstieg von gerade mal zwei Prozent verzeichnen, im Saunabereich sogar ein Minus von 2,3 Prozent.

Bundesweite Schlagzeilen durch „Wetten, dass..?“
Die guten Zahlen führen Hülsmann und Hermle insbesondere auf die positiven Schlagzeilen zurück, die die Stadtwerke-Bäder im vergangenen Jahr überregional produziert haben. „Zuallererst natürlich der grandiose ‚Wetten, dass..?’-Auftritt unseres Badekappen-Teams“, so Hülsmann. „Aber auch unser Bobby-Car-Rennen, die ‚Wir schwimmen für Kinder’-Gemeinschaftsaktion für den RTL-Spendenmarathon oder die ‚Sloop’-Eröffnung haben viel Aufmerksamkeit erzeugt.“ Natürlich gebe es rückblickend auch Punkte, die es zu verbessern gilt. „Unser im Frühjahr eingeführtes neues Kassensystem mit dem nachschüssigen Zahlen hatte sicherlich einen Stotterstart“, räumte Bäderchef Hermle ein. „Ein Großteil unserer Gäste hält das neue System aufgrund der Transparenz und der einfachen Handhabung aber mittlerweile für sehr gut“.

Energie-Vorzeigestandort Nettebad
Das zurückliegende Jahr war insbesondere für das Nettebad auch ein Jahr der Energie-Innovationen. Bundesweit Schlagzeilen geschrieben hat dabei der Start der ersten mitteltiefen Geothermiebohrung. Künftig wird das Freizeitbad umweltschonend mit natürlicher Wärme aus einer Tiefe von 820 Metern versorgt. „Wir wollen das Nettebad als Vorzeigestandort in Sachen umweltschonender Energienutzung und Energieeffizienz positionieren“, erläuterte Stadtwerke-Chef Hülsmann. Dazu zählen Maßnahmen wie das neue energiesparende Badewasseraufbereitungsverfahren, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. „Aber auch elektronisch gesteuerte Duscharmaturen, energiesparende Beleuchtung und eine hocheffiziente Wärmerückgewinnungstechnik in den Lüftungsanlagen“, ergänzte Hülsmann. Weitere Projekte sind in der Planung: „Alles Bausteine unserer grünen Initiative KUK, KompetenzUmweltKlima“, so der Stadtwerke-Chef.

Saunaattraktivierung in 2012
Wolfgang Hermle wagte nach seinem ersten vollen Kalenderjahr als Bäderchef bereits einen Blick in die Zukunft. „Mehr als 1,1 Millionen Besucher ist unser Ziel für 2012.“ Den Schwerpunkt legt Hermle auf die Attraktivierung der Loma-Saunalandschaft. „Derzeit prüfen wir drei verschiedene Varianten und wollen eine davon dieses Jahr umsetzen.“ Auf Anregung der Badegäste wird im Frühjahr zudem ein neuer Shop im Schinkelbad eröffnet, das Moskaubad erhält ein ganzjähriges Gastronomieangebot. „Zusätzlich wollen wir gemeinsam mit einem externen Betreiber ein Fitness-Konzept am Moskaubad umsetzen“, so Hermle abschließend. „Ausruhen werden wir uns jedenfalls nicht.“